Haus Vitus feiert 30. Geburtstag
Immer mitten im prallen Leben

Everswinkel -

An einer gelben Wäscheleine hängen die Fotos aus 30 Jahren Haus St. Vitus: Bilder von Urlauben in Bulgarien oder Barcelona, Schnappschüsse von einer Kanutour, Fotos von einem Besuch bei den Toten Hosen, von Bilderausstellungen, Festen oder vom Fußballtraining. Beim Betrachten wird deutlich: Das Haus St. Vitus ist mehr als ein Wohnheim für Menschen mit Behinderung. Es ist ein Haus mit Seele. Ein Zuhause für viele Menschen. Und das seit nunmehr 30 Jahren.

Sonntag, 02.09.2012, 16:09 Uhr

Sommerfest am Haus St. Vitus: Zum 30-jährigen Bestehen spielte die Band „Reheated“ auf. Foto: Niesmann

Während des Sommerfestes anlässlich des Jubiläums des Hauses durfte neben zahlreichen Attraktionen ein Blick in die Vergangenheit und Zukunft nicht fehlen. Die Bewohner kamen ebenso zu Wort wie der ehemalige Heimleiter Franz-Pius Graf von Merveldt, der jetzige Heimleiter Lothar Berth sowie Bürgermeister Ludger Banken.

Er war einer der ersten Bewohner: Michael Maskiela wohnt seit 30 Jahren im Haus St. Vitus , seit 15 Jahren ist er der Vorsitzende des Heimrats. „In den Jahren haben wir gemeinsam jede Menge durchgemacht, viel Schönes und einiges Schlechtes. Danke an alle Mitarbeiter für ihre Kraft und ihre Arbeit“.

„30 Jahre Haus St. Vitus – das steht für 30 Jahre Miteinander in der Gemeinde“, fand Banken. „Seither ist hier verdammt viel passiert, hat sich eine ganze Menge getan“. Der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker habe es treffend ausgedrückt: „Es ist normal, verschieden zu sein“. Genau das werde gelebt. Es sei sowohl der Verdienst der Bürger als auch der Bewohner des Hauses, dass das Miteinander so gut funktioniere. „Sie haben sich nie abgeschottet, waren immer im prallen Leben und ganz im Alltag mit dabei. Dass das alles so selbstverständlich ist, ist gar nicht so selbstverständlich. Ich wünsche mir eins: dass Everswinkel auch in Zukunft ein schönes Zuhause für Sie bleibt“.

„Inklusion wird auch weiterhin ein großes Thema sein“, so Berth. Neben Dingen wie der Barrierefreiheit gehe es dabei vor allem auch um die Kontakte zu anderen Menschen. Der kann wunderbar über ehrenamtliches Engagement hergestellt werden. „Jeder kann sich hier ganz nach seinen Interessen und Fähigkeiten einbringen. Gemeinsam mit den Bewohnern Freizeit verbringen, einkaufen oder etwa sich um den Internetauftritt kümmern. Wer Lust hat, ist herzlich willkommen. Viel ist möglich“.

Und dass ehrenamtliche Tätigkeit viel Spaß und gute Laune macht, konnte man am Samstag miterleben. Bei strahlendem Sonnenschein war der ganze Nachmittag mit Aufführungen und Präsentationen örtlicher Tanzgruppen und Chöre gespickt. Als absolutes Highlight erwies sich die Allstars-Band des Hauses St. Vitus, in der die Mitglieder aller vier Hausbands spielen. Rund 20 Musiker standen auf der Bühne und begeisterten das Publikum mit fetzigen Liedern und schmissigen Rhythmen.

Mit einem Gottesdienst im Festzelt wurden die Feierlichkeiten am Morgen eingeleitet. Anschließend erinnerten sich Bewohner und Gäste bei einem Sektumtrunk an die vergangenen drei Jahrzehnte. Der Gospelchor „Voices Unlimited“ beeindruckte mit seinem Auftritt ebenso wie die Tanzgruppen des SC DJK. Mit seiner Drehorgel verbreitete Georg Bertling gute Stimmung. Den krönenden Abschluss nach dem Grillen bildete am Abend der Auftritt der Band „Reheated“, die mit Rock und Blues begeisterte.

Am Freitag wird um 16 Uhr zudem eine Ausstellung mit selbst gemalten Bildern der Bewohner eröffnet. Einen Monat lang werden die farbenfrohen Kunstwerke im Rathaus zu sehen sein.

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