Bürgerinitiative besucht „Klimakommune“
Unterwegs zu neuen Zielen

Drensteinfurt -

Das Thema „Fracking“ ist in NRW nun seit längerem vom Tisch. Dennoch sieht sich die „Bürgerinitiative gegen Gasbohren“ nach wie vor in der Pflicht, denn schließlich sei nicht ausgeschlossen, dass „Fracking“ erneut zum Thema werde. Sinnvolle Alternativen sollen nun in Saerbeck besichtigt werden.

Donnerstag, 04.04.2019, 23:57 Uhr aktualisiert: 05.04.2019, 01:10 Uhr
Windnutzung gestern und heute: Was die „Klimakommune Saerbeck“ in Sachen Nachhaltigkeit und CO2-Vermeidung getan hat, davon will sich die „Bürgerinitiative gegen Gasbohren“ mit allen interessierten Bürgern am 11. Mai ein Bild machen. Foto: -grü-

Seit das unkonventionelle Gasbohren in NRW ausgesetzt wurde, scheint der Einsatz des umstrittenen Frackings keine Bedeutung mehr zu haben. Das ursprüngliche Anliegen für die Gründung der „Bürgerinitiative gegen Gasbohren“ (BIGG), das Gasbohren im Münsterland zu verhindern, scheint somit erledigt.

„Die BIGG ist jedoch der Ansicht, dass der Schein trügt“, teilt Heinz-Dieter Brinkmann mit. „In anderen Bundesländern wird weiterhin auch mittels Fracking Gas gefördert. Angesichts der geopolitischen Lage und des Beschlusses der Bundesregierung, aus der Kohleförderung auszusteigen, könnte auch in NRW die Fracking-Frage wieder aktuell werden.“ Und mit zunehmenden Importen von Gas aus Russland und anderen Ländern, darunter auch Fracking-Gas, werde für die Energieversorgung keine ökologisch nachhaltige und CO2-neutrale Perspektive vorangebracht.

„Die BIGG möchte sich nicht nur einseitig gegen das unkonventionelle Gasbohren und andere fossile Energieformen positionieren. Denn die Energieversorgung in einem Industrieland wie Deutschland muss sichergestellt sein“, so Brinkmann weiter. Die Initiative möchte daher Alternativen und Lösungswege suchen und praktische Wege ihrer Umsetzung anstoßen. „Gut praktizierbare Alternativen liefern zugleich die besten Argumente gegen das unkonventionelle Gasbohren und die Nutzung anderer fossiler Energiequellen“, so Brinkmann. Die Bürgerinitiative schließe sich ausdrücklich der Auffassung der Stadt an, die in ihrem „energetischen Leitbild“ betont, dass bürgerliches Engagement und Handeln notwendig seien, um weiterreichende sinnvolle Maßnahmen gegen den Klimawandel und für die Energiewende auf lokaler Ebene voranzubringen.

Ohne Treibhausgase

Um Anregungen für den Start eines solchen Weges zu bekommen, unternimmt die BIGG am 11. Mai eine Exkursion zur „Klimakommune Saerbeck“. „Die Gemeinde Saerbeck bietet ein Besichtigungsprogramm an, in dem aufgezeigt wird, wie es ihr gelungen ist, den Klimaschutz und die Gewinnung erneuerbarer Energien auf ein sehr hohes Leistungsniveau zu bringen“, heißt es in der Einladung. In der Gemeinde würden zurzeit 350 Prozent des Eigenstromverbrauchs erzeugt. Im Jahr 2030 will die Gemeinde den gesamten Energiebedarf decken, ohne Treibhausgasemissionen zu verursachen.

Die BIGG ist jedoch der Ansicht, dass der Schein trügt.

Heinz-Dieter Brinkmann

Entscheidend für die Erfolge in Saerbeck sei die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Akteure aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Landwirtschaft, Bildungseinrichtungen und Energieunternehmen. „Durch das mit vielen Partnern entwickelte transparente und integrierte Energiekonzept wird ökologischer und ökonomischer Gewinn für die Gemeinde und die Bürger erzielt“, so die Bürgerinitiative, die sich bei der Besichtigung des Saerbecker Bioenergieparks über das Erreichte informieren und Anregungen und Ideen sammeln möchte, wie auch in Drensteinfurt in noch stärkerem Maße den Herausforderungen des Klimawandels konkret und praktisch begegnet werden kann.

Alle Interessierten sind eingeladen

„Dieses Vorhaben kann nur mit Leben gefüllt werden, wenn sich auch hier in Drensteinfurt viele Bürger von dieser ambitionierten Vision anstecken lassen und dann auch konkrete Maßnahmen ergreifen mit ökologischem und wirtschaftlichem Nutzen für die Stadt und ihre Bewohner“, so die BIGG, die daher nicht nur Mitglieder, sondern auch Bürger und Vertreter der Stadt, der Parteien, der Verbände sowie der Kirchengemeinden und der Vereine zur Exkursion einlädt.

Das Besuchsprogramm

Das Programm der geführten Besichtigung der „Klimakommune Saerbeck“ am Samstag, 11. Mai, im Überblick: 9 Uhr: Abfahrt in Bussen ab Teamschule an der Sendenhorster Straße 10 Uhr: Vorstellung des gesamten Projektes „Klimakommune Saerbeck“ in der „Gläsernen Heizzentrale“ 11.45 Uhr: Möglichkeit zum Mittagessen in der „Gläsernen Heizzentrale“ 12.30 Uhr: Busfahrt in den Bioenergiepark und Besichtigung der Projekte 14.30 Uhr: Ende des Programms Busfahrt und Besichtigungsprogramm sind kostenfrei. Anmeldungen sind bis zum 20. April per E-Mail an BIGG-Drenstein furt@web.de möglich. Mit der verbindlichen Anmeldung ist ein Kostenbeitrag von acht Euro pro Person für das Verpflegungsangebot auf das Konto der Bürgerinitiative bei der Sparkasse Münsterland-Ost zu überweisen.

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