Rinkeroder Landwirt startet ungewöhnliche Aktion
„Wiesenpaten“ gesucht

Rinkerode -

Nicht nur über Artenschutz reden, sondern aktiv etwas dafür tun: Das ist die Devise von Martin Holtkamp, der nun mit einer ungewöhnlichen Aktion die Bürger mit „ins Boot“ holen möchte. Für die Blühwiese, die der Landwirt im April anlegen wird, sucht er nach „Wiesenpaten“.

Freitag, 08.03.2019, 23:58 Uhr aktualisiert: 12.03.2019, 15:10 Uhr
10 000 Quadratmeter für Schmetterlinge und Co.: Auf dieser Wiese am Werse-Radwanderweg in der Bauerschaft Eickenbeck wird Landwirt Martin Holtkamp im April Wildblumen einsäen – und sucht dafür nun nach „Paten“. Foto: Dietmar Jeschke

Das Thema „Insektensterben“ beschäftigt nicht nur Umweltverbände und Politik. Es sorgt vielmehr auch unter Landwirten für Diskussionen, sehen sich viele von ihnen doch zusehends an den sprichwörtlichen Pranger gestellt. Für Martin Holtkamp ist das alles andere als in Ordnung. Denn schließlich – so der Bewirtschafter eines reinen Ackerbautriebs in der Bauerschaft Eickenbeck – tun er und viele seiner Berufskollegen doch bereits weit mehr für den Artenschutz, als mancher „besorgte Bürger“, der lediglich seine Unterschrift unter ein Volksbegehren zur Rettung der Bienen setzt.

Die Familie Holtkamp etwa hat in der Vergangenheit bereits Uferrandstreifen angelegt, die Insekten ein Zuhause bieten. Und dabei soll es nicht bleiben, plant Martin Holtkamp für die warme Jahreszeit doch eine ungewöhnliche Aktion. „Ich möchte gerne noch mehr für Insekten und Bienen tun. Deshalb gebe ich den Bürgern aus der Umgebung die Möglichkeit, eine Patenschaft für eine Bienenweide zu übernehmen“, so der Landwirt, der bislang vornehmlich Raps angebaut hat, der angesichts der vorgeschriebenen Fruchtfolge im Rahmen der „Greening-Richtlinie“ in diesem Jahr allerdings nicht zum Zuge kommt. Konkret, so Holtkamp, will er eine etwa einen Hektar große Ackerfläche unweit des „Hauses Welpendorf“ und direkt am Werse-Radwanderweg in ein blühendes Paradies für Schmetterlinge und Co. verwandeln. „Ich stelle dafür die Fläche bereit und säe die bunte Wildmischung aus“, erklärt er. „Ziel ist es, dass von Frühling bis Herbst die ganze Zeit über verschiedene Pflanzen blühen. Ist die eine verblüht, blüht die andere auf, sodass die Insekten das ganze Jahr über davon profitieren.“ Und damit das auch funktioniert, sucht der Landwirt nun nach Förderern. „Die Bürger können mit 50 Euro eine 100 Quadratmeter große Parzelle für ein Jahr unterstützen“, erklärt Holtkamp. „Auch als Familie oder als Unternehmer kann man sich daran beteiligen und so aktiv etwas für den Artenschutz tun.“ Am Rande des Feldes soll ein Schild aufgestellt werden, auf dem alle Beteiligten auf Wunsch namentlich erwähnt werden. „Ich weise aber schon jetzt darauf hin, das es sich nicht um eine Selbstpflück-Blumenwiese handeln wird“, betont Holtkamp.

In Telgte übrigens ist ein ähnliches Projekt bereits auf derart große Resonanz gestoßen, dass nun auch Landwirte im benachbarten Ostbevern die Idee aufnehmen und gleichfalls Ackerland in blühende Flächen verwandeln wollen.

► Wer Interesse daran hat, eine „Blühpatenschaft“ zu übernehmen, der sollte sich bis spätestens Montag, 25. März, bei Martin Holtkamp unter ✆ 0 15 25 / 3 98 62 30 oder per E-Mail an martin.holtkamp@ web.de melden.

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