Nutrias sind weiter auf dem Vormarsch
Unerwünschter Böschungsgast

Drensteinfurt/Walstedde -

Einst war die Bisamratte der „Plagegeist Nummer eins“ in den Böschungen entlang der heimischen Fließgewässer. Mittlerweile jedoch wird sie zunehmen von den aus Südamerika stammenden Nutrias verdrängt. Der Wasser- und Bodenverband hat zur Bekämpfung einen Fangbeauftragten ernannt.

Freitag, 16.11.2018, 13:58 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 15.11.2018, 23:55 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 16.11.2018, 13:58 Uhr
Die Nutria bereitet den Gewässeranliegern zunehmend Probleme. Das berichten auch die Verantwortlichen des Wasser- und Bodenverbandes „Werse-Drensteinfurt“. Mit dem Ergebnis der Gewässerschau zeigten sich Andreas Kortenbreer von der Unteren Wasserbehörde sowie Unternehmer Norbert Gunnemann, Geschäftsführer Markus Freise und Vorsteher Hermann Hülsmann (v. li.) jedoch zufrieden. Foto: -dpa/dje-

Der possierlich wirkende Waschbär gehört dazu. Ebenso wie die in einigen Regionen schon berüchtigte chinesische Wollhandkrabbe und der afrikanische Ochsenfrosch. Bei allen genannten Tieren handelt es sich um sogenannte „invasive Arten“, was bedeutet, dass es sie in Europa eigentlich gar nicht geben dürfte. Die meisten von ihnen wurden eingeschleppt. Etwa, um sie – wie Nutrias – zur Pelztierzucht zu nutzen.

Das auch „Biberratte“ genannte Tier stammt eigentlich aus Südamerika, fühlt sich aber seit geraumer Zeit auch im Münsterland überaus wohl. „Nutrias sind weiter auf dem Vormarsch“, berichtet Hermann Hülsmann. Der Verbandsvorsteher des Wasser- und Bodenverbandes „Werse-Drensteinfurt“ muss es wissen, denn schließlich bekommt er die Schäden, die Nutrias in den Böschungen der heimischen Fließgewässer verursachen, regelmäßig zu sehen. Dass Nutrias aufgrund ihrer Körpergröße den bisherigen „Plagegeist Nummer eins“ namens „Bisamratte“ dabei zunehmend verdrängen, macht die Sache für die Gewässeranlieger nicht besser. Um die wachsende Plage in den Griff zu bekommen, hat der Wasser- und Bodenverband eigens einen Fangbeauftragten ernannt, de

ssen aktuelle Zahlen bei der jüngsten Verbandsschau, zu der sich die Mitglieder am Mittwoch trafen, allerdings noch nicht vorlagen.

„Schwerpunkte der diesjährigen Gewässerschau waren die Überprüfungen an den Wasserläufen der Streckenführung der durch den Landesbetrieb Straßen NRW neu gebauten Landesstraße 851 von Drensteinfurt nach Sendenhorst“, berichtet Verbandsgeschäftsführer Markus Freise. „Außerdem wurden die Bauarbeiten an der Brücke über den Prillbach in der Nähe von Pastors Busch in Augenschein genommen und die durchgeführten Unterhaltungsarbeiten an den im Verbandsgebiet liegenden Vorflutern überprüft.“ Apropos Brücken: Die Überführung über den Prillbach soll, erklärte Markus Freise beim abschließenden Gespräch im Landhaus Thiemann in Ameke, noch vor Weihnachten fertig sein und damit wieder für den Verkehr freigegeben werden. Gleiches gelte für die zweite, noch im Bau befindliche Brücke auf Walstedder Gebiet.

Mit dem Ergebnis der gemäß Landesgewässergesetz vorgeschriebenen Gewässerschau zeigten sich sowohl die Verbandsverantwortlichen als auch Andreas Kortenbreer von der Unteren Wasserbehörde zufrieden. Ein Großteil dessen, das es entlang von Flussläufen, Bächen und Entwässerungsgräben zu schneiden gab, sei bislang auch geschnitten worden. Das ist nicht zuletzt auch dem „Jahrhundertsommer“ und der lang anhaltenden Trockenheit zu verdanken, die dem ausführenden Betrieb von Norbert Gunnemann die Arbeiten entlang der Böschungskanten erheblich erleichtert hat.

Einige Wünsche haben die Verbandsverantwortlichen aber trotz der insgesamt positiven Jahresbilanz. So werden die Gewässeranlieger erneut darum gebeten, ausreichende Mähstreifen freizuhalten, damit die Maschinen ungehindert ihren Dienst versehen können. Außerdem weist Norbert Gunnemann darauf hin, dass alle Drainage- und Entwässerungsleitungen ausreichend gekennzeichnet sein sollten, damit sie das Schneidepersonal direkt erkennt und so Schäden an Leitungen und Gerät vermieden werden. Zu guter Letzt, erklärte Markus Freise, sei jeder Anlieger verpflichtet, ausreichend Flächen für den bei Sohlräumungen anfallenden Aushub zur Verfügung zu stellen.

Eine Winterpause gibt es bei der Gewässerpflege übrigens nicht. Denn während der kalten Jahreszeit gilt es vor allem, das Strauchwerk entlang der Gewässerkanten „auf Stock“ zu setzen.

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