„Volktreff“ im Weingebiet Saale-Unstrut
Quietschvergnügt mit der „Wilden Zicke“

Ahlen -

Der „Volktreff“ unter der Leitung von Axel Ronig begeistert seit vielen Jahren sangesfreudige Menschen. Zum siebten Mal ist der Treff nun mit 40 Sängern gemeinsam mit den „Gebrüdern Möxel“ außerhalb Ahlens unterwegs gewesen.

Mittwoch, 16.10.2019, 13:00 Uhr aktualisiert: 16.10.2019, 15:42 Uhr
Eine bewegte Geschichte hat die Sektkellerei „Rotkäppchen“ hinter sich. Nach der Wende drohte bereits ihr Ende, doch inzwischen hat sie sich erholt und gehört zu den größten Herstellern in Deutschland. Die Ahlener durften selbstverständlich die Produkte kosten. Foto: privat

Die Reise führte dieses Mal zu „Wein, Wurst und Gesang“ in das Weingebiet Saale-Unstrut in der Nähe des thüringischen „Bratwurstäquators“. Das östliche Weingebiet hat es gegen die Weinlagen der alten Bundesländer zwar schwer, aber produziert einen ausgezeichneten Wein. Davon konnte sich die Gruppe vor allem in dem Ort Freyburg überzeugen. Jedoch bereits in Erfurt erfuhren die Ahlener von einem Weinmönch einiges über die Geschichte des dortigen Anbaus und dem Weinberg am Petersberg.

In Freyburg an der Unstrut wurde die Sektkellerei „Rotkäppchen“ besichtigt. Nach der Wende beinahe abgeschrieben, hat sich der Betrieb nun auch durch Zukauf etlicher Sektkellereien erholt und ist einer der größten Hersteller in Deutschland. In der historischen Kelleranlage begegneten der Gruppe das märchenhafte Rotkäppchen „Ernst“ und der sehr böse Wolf „Marianne“.

Ein Besuch in der Altstadt von Freyburg unterhalb der Neuenburg und eine Weinwanderung mit dem Winzer, Stadtrat und Karnevalsprinzen Günter Tomczak an der Unstrut mit Blick auf die Weinberge, war feucht von oben und innen, aber trotz Regen ein Erlebnis. Ein Besuch bei „Turnvater“ Friedrich Ludwig Jahn, dem Schöpfer der nationalen Turnbewegung, schloss sich an. Er war am 15. Oktober 1852 in Freyburg gestorben und ist dort begraben. Sein Wohnhaus ist heute ein Museum.

Erlebnisreich war auch der Besuch der Stadt Naumburg . Mit der „Wilden Zicke“, einer nostalgischen, ehemaligen Ringstraßenbahn, pendelten die Ahlener quietschvergnügt durch den Ort und erfreuten sich an dem Engagement des Betreibervereins. In der Stadtkirche St. Wenzel ist die Hildebrandt-Orgel das Prunkstück. Die Gruppe ließ sich von der außergewöhnlichen Klangfülle durch ein Konzert mit Stücken von Bach begeistern.

Über das historische Leben in Naumburg berichteten dann zwei Bürgerfrauen, wie sie im 16. Jahrhundert lebten. Sie waren natürlich ganz angetan von der Stifterin Uta von Naumburg, deren lebensgroße Figur sich im seit 2018 in der Liste der UnescoWeltkulturerbe eingeschriebenen Naumburger Dom befindet.

Ein Höhepunkt auf der Rückreise war die Begegnung mit dem Postboten Gottfried Böttner, der von 1804 bis 1827 in Diensten bei Großherzog Carl August in Weimar stand. Das Leben von Johann Wolfgang von Goethe zeichnete er mit großem schauspielerischen Können anhand von Briefen und den fünf Häusern, die Goethe in Weimar bewohnt hatte, nach.

Natürlich kam das Singen an den Abenden nicht zu kurz. Mit einer „Volktreff-Hitparade“ wählten die Teilnehmer ihre Top-Acts selbst. Als dann zur Überraschung Dieter-Thomas Schleck (Gerd Buller) in gelungenem Outfit die Moderation übernahm, gab es für die Fans kein Halten mehr. Klatschend und johlend wurden die Ergebnisse zur Kenntnis genommen und selbst die anderen Gäste des Hotels konnten sich ein Lächeln nicht verkneifen.

Alle Teilnehmer waren sich einig: Es war eine gelungene Reise und sie soll im kommenden Jahr eine Fortsetzung finden. Die Region „An der Saale hellem Strande“ haben die Ahlener nicht zum letzten Mal besucht.

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