Ahlen liefert Behälter aus
Boxenstopp exklusiv fürs Stadtlaub

Ahlen -

162 Laubboxen sind in Ahlen auf dem Weg in ihre Bezirke. Sie sollen bis zum Jahresende das schlucken, was von städtischen Bäumen fällt. Privates Laub ist tabu.

Dienstag, 24.09.2019, 05:00 Uhr aktualisiert: 24.09.2019, 14:18 Uhr
Die Auslieferung läuft: Martin Faust versorgt zum Auftakt den Stockpiper. Foto: Ulrich Gösmann

„Anrufe – wie verrückt“, sagt Wolfgang Siehoff . „Die Leute warten schon drauf.“ Und bekommen „ihre“ Laubboxen mit dem Montagsregen vors Grundstück gestellt. Die Männer der Umweltbetriebe sind pünktlich. Noch pünktlicher scheint in diesem Herbst das Laub. „Durch die Trockenheit ist einiges früher runtergekommen“, lässt Koordinator Siehoff wissen.

An der Zahl der grünen Tonnen hat sich diesmal nichts geändert. 162 sind‘s. Doch nicht alle stehen dort, wo sie im Vorjahr standen. Michael Morisse , Einsatzleiter Stadtentsorgung, nennt zwei Ausschlusskriterien: „Fehlbefüllungen“ und „Gar nichts drin“. Am Kirmesplatz sei es im Vorjahr ex­trem gewesen (wir berichteten). Deshalb diesmal keine Tonnen. Leer gehen auch die Anwohner im Bereich Menzelstraße / Dürerstraße aus. Mit Fernseher und Farbresten schoss sich ein Behälter selbst aus der Liste. Ein anderer in unmittelbarer Nähe, weil er überhaupt nicht befüllt wurde. Der wird an anderer Stelle gebraucht. Siehoff arbeitete 56 Anfragen aus der Bevölkerung ab. Mit dem Ergebnis: 15 Boxen stehen jetzt an anderer Stelle. Darunter: Am Neuen Kamp.

Wir stellen nur dort auf, wo ein hoher Leidensdruck herrscht.

Wolfgang Siehoff

„Wir stellen nur dort auf, wo ein hoher Leidensdruck herrscht. Wo Leute nicht mehr wissen, wohin mit den Blättern“, erklärt der Koordinator für die Abfallentsorgung. Was nicht für den eigenen Garten gelte. Ein ganz wunder Punkt in dem Gesamtpaket. Laut Satzung, verdeutlicht Michael Morisse, gehöre Laub – egal ob privat oder städtisch – in die eigene Biotonne. Die Boxen seien ein zusätzlicher Service. Aus dem, wie Wolfgang Siehoff erzählt, einige Bürger den Anspruch ableiteten, dass vor jeden städtischen Baum eine Box gehöre. „Eine Frau rief an und fragte: Wollen Sie, dass ich mit dem Laub über die Straße gehe?“ sieht Siehoff Servicegrenzen irgendwann erreicht. Parallel müsse auch die Logistik noch funktionieren. Anforderungen hätten aber auch Bürger gestellt, die ihre eigenen Bäume im Blick gehabt hätten.

Durchblick? Wolfgang Siehoff und Michael Morisse erklären die Spielregeln.

Durchblick? Wolfgang Siehoff und Michael Morisse erklären die Spielregeln. Foto: Ulrich Gösmann

Apropos Inhalt: „Wir gehen in diesem Jahr ganz hart vor“, schickt Siehoff gleich zum Start eine klare Ansage in die Stadt. Und begründet: „Laub wird in Ennigerloh gesondert angenommen. Bei Fehlbefüllungen kann es nicht weiterverwertet werden und muss aufwendig durchsortiert werden.“ Das erhöhe die Kosten um das Zigfache. So weit soll‘s nicht kommen: Daher die einfache Faustregel: „Bei Fehlbefüllungen gehen wir rigoros vor und lösen Standorte sofort auf.“

Michael Morisse empfiehlt für privaten Laubüberhang die kostenlose Annahme bis Ende Dezember auf dem Recyclinghof an der Alten Beckumer Straße. Der werde bereits rege genutzt. Rasenschnitt, das will er noch klarzustellen, sei mit drei Euro weiter kostenpflichtig.

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