Feuertaufe beim Brand der „Rappelkiste“
Löschfahrzeug Cobra: Durchschuss – mit Wasserdruck

Ahlen -

Warum die „Rappelkiste“ brannte? „Wir vermuten stark, dass es in einem der gelagerten Spielzeuge einen Kurzschluss gegeben hat. Möglicherweise durch eine Akkubatterie“, ließ Wachleiter Walter Wolf die Mitglieder des Ausschusses für Ordnung, öffentliche Einrichtungen und Anregungen aufhorchen.

Mittwoch, 11.09.2019, 21:00 Uhr
„Cobra“ im Einsatz: Mit Eisenoxid-Zugabe (r.) im Löschwasser wird ein Loch durch eine Feuerschutztür geschossen, dann auch durch eine Betonplatte. Dahinter stehen 300 bar Druck. Foto: Ulrich Gösmann

Einer der größten Brandeinsätze in den vergangenen 30 Jahren, wie Wolf ihn während der Ausschusssitzung in der Feuer- und Rettungswache einstufte, stand gar nicht auf der Tagesordnung. Wohl aber die Vorführung des neuen Löschfahrzeugs „Cobra“. Das an jenem 6. August – so Wolfs Worte – seine Feuertaufe bestanden habe.

Wie die 144 000-Euro-Anschaffung funktioniert, demonstrierten Kameraden auf freier Fläche. Ob Feuerschutztür, Betonplatte oder Dachpfanne – mit 300 bar Druck, 60 Liter Wasserleistung pro Minute und Eisenoxid-Zugabe war das Loch in Sekundenschnelle durchgeschossen. Und der Weg frei für den punktgenauen Löschangriff – eben durchs Loch in einen verschlossenen Raum. Einsatzsituationen wie diese gab‘s gleich zwei beim Brand der „Rappelkiste“.

Lagerhalle des Spielzeughandels Rappelkiste brennt

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    Weithin sichtbar war am Dienstagnachmittag die tiefschwarze Rauchwolke über der Stadt Ahlen.

    Foto: Christian Wolff
  • Beim Großbrand im Außenlager der Spielzeuggeschäfts „Rappelkiste“ ist ein Millionenschaden entstanden.

    Foto: Christian Wolff
  • Anwohner sollten nach Angaben der Feuerwehr Fenster und Türen geschlossen halten.

    Foto: Christian Wolff
  • Die zwölf Mitarbeiter, die sich zum Zeitpunkt der Feuermeldung noch im Gebäude befanden, konnten sich rechtzeitig ins Freie begeben.

    Foto: Christian Wolff
  • Die Feuerwehr hatte mit der starken Rauchentwicklung zu kämpfen, die nicht nur das Vorgehen im Inneren des Gebäudes schier unmöglich machte, sondern auch den Außenangriff erschwerte.

    Foto: Christian Wolff
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  • Foto: Christian Wolff
  • Foto: Christian Wolff

Wand durchschossen

Mit Cobra haben wir die Wand einmal durchschossen.

Walter Wolf

Zum einen gelang es, in den brennenden Zwischenraum einer abgehängte Decke vorzudringen , wodurch der Verwaltungstrakt habe gehalten werden können, wie Wolf anhand von Einsatzbildern veranschaulichte. („Mit Cobra haben wir die Wand einmal durchschossen.“) Zum anderen habe ein Heizöltank durch Kühlung einer angrenzenden Wand gerettet werden können. Ahlens Feuerwehrchef bekannte zum Ende seiner Einsatzschilderungen: „Ich habe echt Schiss gehabt.“

Durchschuss - mit hohem Wasserdruck.

Durchschuss - mit hohem Wasserdruck. Foto: Ulrich Gösmann

Noch zu erwähnen: Provinzial-Versicherung und der Kreis Warendorf unterstützen die Cobra-Anschaffung mit jeweils 30 000 Euro. Das erweitert den Einsatzradius über die Stadtgrenzen hinaus.

Erste Cobra-Erfahrungen hatte die Ahlener Wehre bereits mit einem Landesfahrzeug gemacht. Die eigene Technik war längst früher in Ahlen erwartet worden. Walter Wolf erklärte die Verzögerung mit Problemen bei der ausliefernden Firma durch die Umrüstung von Fahrzeugen mit starkem Antrieb auf die neue Euro-6-Norm.

Ahlens neues Löschfahrzeug „Cobra“.

Ahlens neues Löschfahrzeug „Cobra“. Foto: Ulrich Gösmann

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