SPD-AG 60plus
Interesse an stressfreien Tieren

Ahlen -

Wie sieht die Praxis auf einem landwirtschaftlichen Hof mit Schweinehaltung aus? Dieser Frage ging die SPD-Arbeitsgemeinschaft „60plus“ am Mittwochnachmittag auf dem Hof Schulze Horsel nach.

Donnerstag, 15.08.2019, 18:00 Uhr
„Sehen diese Ferkel unglücklich aus?“ Auf diese Frage von Ludger Schulze Horsel konnten sich die Besucher am Ferkelaufzuchtstall ihre eigene Antwort geben. Foto: Ralf Steinhorst

Der Einladung waren viele Mitglieder gefolgt. „Es gibt immer wieder Presseberichte über Gülleverordnung und Schweinehaltung, da wollen wir vor Ort sehen, wie es wirklich ist“, freute sich die AG-Vorsitzende Christa Bücker auf die Ausführungen von Katja und Ludger Schulze Horsel und deren Tochter Kathrin. „Landwirtschaft ist heute in aller Munde, vielleicht gelingt es uns, diese aus unserer Sicht zu zeigen“, erklärte Ludger Schulze Horsel in Anwesenheit der Landtagsabgeordneten Annette Watermann-Krass, dass Landwirte in der Öffentlichkeit schweren Stand hätten.

Der Hof wird regenerativ mit Abfallholz beheizt. Woher denn das Sojaschrot für die Fütterung komme, war eine der Fragen vor dem Hintergrund der Abholzung der Regenwälder. Hauptsächlich aus Europa, sagte Ludger Schulze Horsel, aber da habe man als Landwirt nur wenig Einfluss drauf.

Christa Bücker dankte Ludger, Kathrin und Katja Schulze Horsel für die Einblicke in die Praxis eines Schweinemastbetriebs.

Christa Bücker dankte Ludger, Kathrin und Katja Schulze Horsel für die Einblicke in die Praxis eines Schweinemastbetriebs. Foto: Ralf Steinhorst

Beim Thema Ferkelkastration forderte der Landwirt praxistaugliche Lösungen ein und bevorzugte die Lokalanästhesie.

In zwei Gruppen ließen sich die Senioren an den Stationen Abferkelstall, Ferkelaufzuchtstall und Außenhaltung den Betrieb zeigen. Ludger Schulze Horsel bat um Verständnis, dass die Ställe aus hygienischen Gründen nicht betreten werden konnten. Durch große Fenster ließ sich aber dennoch nachvollziehen, wie zum Beispiel im Abferkelstall die Ferkel von den Säuen gesäugt werden. „Die Säue wiegen 200-mal mehr als die Ferkel“, begründete der Schweinehalter die Kastenstallhaltung der Säue, während die erst eine Woche alten Ferkel genug Bewegungsspielraum hätten. Die Säue würden mit der Hand gefüttert, da sehe er immer, wie es den Tieren geht. Schließlich sei er selbst daran interessiert, dass es den Tieren gut geht und sie damit stressfrei sind.

„Sehen diese Ferkel unglücklich aus?“, verdeutlichte er das Thema eine Station weiter am Ferkelaufzuchtstall. Es müsse eine rassengerechte Tierhaltung umgesetzt werden, der Begriff artgerecht sei sachlich falsch. „Heute entscheidet nicht mehr die fachliche, sondern die politische Meinung“, bedauerte Ludger Schulze Horsel die öffentlichen Debatten über die Landschaft und wünschte sich hier mehr Unterstützung für seinen Berufsstand, der wirtschaftlich immer mehr unter Druck gerate. Es dürfe schließlich nicht vergessen werden, dass er und seine Kollegen die Ernährung der Menschen sicherstellen.

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