Auf den Spuren der Postreiter
„Eine beschwerliche Stund durch Heyde“

Ahlen -

Auf den Spuren der Ahlener Postreiter aus dem 18. Jahrhundert wandelten jetzt ehemalige Postbeschäftigte. Aber nicht hoch zu Ross machten sie sich auf den Weg, sondern mit dem Fahrrad. Dabei erfuhren sie aus sachkundigem Munde so einiges über ihre Vorgänger aus der Zeit um 1750. Besonders ging es darum, welchen Weg die Postreiter der „Kaiserlichen Thurn- und Taxischen Reichspost“ auf ihrer Route von Frankfurt nach Münster genommen hatten.

Donnerstag, 15.08.2019, 10:10 Uhr aktualisiert: 15.08.2019, 10:42 Uhr
Unterwegs auf den Spuren der Postreiter – allerdings mit dem Fahrrad – war die Ahlener Gruppe des Fachbereichs Postdienste. Foto: Baldauf

Auf dieser Route lag auch Ahlen: Anlass genug für den Amateur-Historiker Winfried Michalski , der sich seit vielen Jahren mit der heimischen Postgeschichte beschäftigt, ausführlich über die Postreiter zu forschen. Unter seiner Leitung ging es vom Hallenbad aus los. Unterstützt wurde Michalski von der Ahlener Gruppe des Fachbereichs Postdienste der Vereinigten Dienstleistungsgewerkschaft („ Verdi “). Die Organisation hatte Günther Hardekopf übernommen, der Heimatkundler Udo Wagener war ebenfalls mit von der Partie.

So erfuhren die Teilnehmer, dass die „Thurn- und Taxische Reichspost“ am 4. Juni 1742 in der Weststraße in Ahlen eine feste Poststation, Posthalterei genannt, eröffnet hatte. Grund war die Inbetriebnahme des Postreitkursus von Frankfurt nach Münster und zurück. Schriftliche Überlieferungen besagen, dass die Postreiter durch das damaligen Westtor ein- und ausritten. Nach Münster führte der Weg vorbei an „Seppenhagen“, wo die Werseüberquerung erfolgt – bei Hochwasser stets eine Gefahr. Weiter ging es über Schukdrödering, heute Schulze Rötering, über Sendenhorst in Richtung des Bischofssitzes.

In Richtung Main führte der Weg „über die Lippe bei Niederwerries, bei Gröneberg war der Fluss Aah (wohl die Ahse), eine beschwerliche Stund durch Heyde , etwas dreiviertel Stund vor Werl war der Werk-Fluss zu überwinden“, heißt es in den Annalen. So machten die Ahlener Radler, die natürlich ein Posthorn bei sich hatten, Halt für eine Stärkung auf Schloss Oberwerries.

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Gruppe die Strecke in Richtung Sendenhorst verfolgt und dabei den Grenzstein bei Hof Schulze Rötering aufgesucht, auf dem Postreiter verewigt sind. Der Grenzstein war 1999 beim Schnadegang des Heimat-Förderkreises enthüllt worden.

Jetzt war der Weg der Postreiter nach Süden, der über Werl, Arnsberg, Siegen und Friedberg nach Frankfurt führte, an der Reihe. Bei der Tour galt es, die Route vom ehemaligen Westtor bis zur Lippeüberquerung zu finden. Im Linnenfeld machte die Gruppe eine Pause, wo bei einem Überfall im November 1820 ein Postillion ums Leben gekommen war.

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