Drei Spielplätze neugestaltet
Platz für Abenteuer und Rutschgeschichten

Ahlen -

Jörg Pieconkowski merkt man an, dass ihm seine Arbeit bei den Ahlener Umweltbetrieben mit Freude erfüllt. Leicht funkeln seine Augen, wenn der Gruppenleiter der Grünflächenunterhaltung durch den Sand der Spielplätze schreitet.

Mittwoch, 14.08.2019, 18:30 Uhr
Unter den Augen von Vorarbeiter Steffen Unterkötter: Die Auszubildenden der Umweltbetriebe, Joshua Putze (l.) und Gian Kühn, sind eingebunden beim Umbau des Spielplatzes Harkortstraße. Foto: Stadt Ahlen

Weil der Platz einfach nicht reicht, muss der Spielplatz am Franz-Liszt-Weg anders als gewünscht ohne Schaukelgerüst auskommen. Doch Jörg Pieconkowski, Gruppenleiter Grünflächen bei den Ahlener Umweltbetrieben, war findig und hat alternativ ein Netz zwischen zwei Pfosten spannen lassen.

Für die Kleinen eine Klettermöglichkeit, mit der sich auch schaukeln lässt, bei größeren Kindern und begleitende Erwachsenen ist es beliebt als Hängematte. Keine Kompromisse geht die Stadt bei den hohen Qualitätsansprüchen ein, denen das ausgesuchte Material zu genügen hat: „Alles aufgeständerte robuste Eiche, die ist erstklassig und kann nicht so schnell gammeln.“ 50 000 Euro stehen dem Landschaftsarchitekten für jeden der neuen Spielplätze zur Verfügung. Geld, das man auch brauche und das gut investiert sei, lobt Pieconkowski das vom Rat der Stadt Ahlen beschlossene Spielflächenkonzept. Es sieht vor, verwaiste Spielflächen aufzugeben und dafür die gut frequentierten qualitativ aufzuwerten.

Vor dem Umbau abgestimmt worden ist die neue „Möblierung“, wie stationäre Spielgeräte unter Planern und Einrichtern bezeichnet werden, mit den Bewohnern der Quartiere. In mehreren Runden reisten Pieconkows­ki sowie Annika Neumann und Markus Beckmann vom Jugendamt durch die Stadt und führten mit den großen und kleinen Nachbarn Gespräche.

„Manche Wünsche konnten wir leider nicht umsetzen, weil für bestimmte Ideen schlicht der Raum fehlte“, bedauert der Grünflächenchef. Mit Eltern und Kindern seien aber immer spannende Alternativen gefunden worden. Was auf keinem Spielplatz fehlen dürfe, seien die, wie Pieconkowski sagt, „Kletter-Balancier-Rutsch-Geschichten“. Kombigeräte mit Elementen für kleine und größere Kinder, die das freie Spiel fördern und körperliche Geschicklichkeit schulen, gern auch mit Spielhauscharakter. Variantenreich müssten sie sein und sind es auch, „beispielsweise mit einer Leiter für kleine Kinder, aber auch Kletternetzen für die Älteren.“ Wie gesagt: Kinder aller Altersstufen müssen sich hier wohl und beinahe wie zuhause fühlen.

Rücksicht auf das Schulumfeld nimmt der Spielplatz an der Harkortstraße. Unmittelbar neben der Paul-Gerhardt-Schule gelegen ist er auf Bedürfnisse von Schulkindern ausgerichtet. „Alles ist hier etwas höher“, macht Pieconkowski aufmerksam. Die Geräte seien klassisch, aber mit anspruchsvollen Elemente ausgestattet. Damit es nicht zu schwierig wird, haben die in 1,50 Meter Höhe gespannten Hängeseile eigens eine Umkehrmöglichkeit eingebaut, „falls sich ein Kind doch mal überschätzt und bange wird.“

Sicherheit ist eben das „A und O“ auf jedem Spielplatz, weswegen der Gruppenleiter beruhigt: „Schlimmstenfalls plumpst man in den strandweichen Sand.“ Der wird gerade von Auszubildenden der Ahlener Umweltbetriebe aufgeschüttet und glattgezogen.

Mehr wie ein Klettergarten als ein Kinderspielplatz wirkt die von mächtigen Platanen gesäumte Fläche, die in den schattigen und mit Sitzbänken versehenen Bereichen zum Verweilen einlädt. Überhaupt strahlt der Spielplatz eine entspannte Ruhe aus, was nicht nur an den fehlenden Kindern liegt, die noch die letzten Bauarbeiten abwarten müssen, bevor es losgehen kann mit der Spielerei. Das Gestaltungskonzept beschreibt Pieconkowski als „farbig zurückhaltend, transparent, keine Ecken.“ Reduziert auf das Wesentliche, ohne Schnick-Schnack.

Der dritte in diesem Sommer fertiggestellte Spielplatz liegt etwas versteckt, dafür gut eingebettet in einem Wohngebiet am Vorhelmer Kiewittweg. „Gefällt mir gut, kann ich nicht anders sagen“, ist der Grünflächenleiter mit dem Ergebnis sichtlich zufrieden. Schmal ist die zur Verfügung stehende Fläche, aber „mit etwas Schieben und Versetzen“ habe am Ende doch alles drauf gepasst, was sich Kinder und Eltern wünschten. Auf dem Holzschiff können die kleinen Vorhelmer nun zu abenteuerlustigen Piraten werden und in See stechen: Die Fantasie hat beim ausgelassenen Spiel freien Lauf.

„Wenn die Spielplätze angenommen werden und sich hier später die Kinder tummeln, dann ist das für mich und meine Mitarbeiter die schönste Form von Anerkennung“, sagt Jörg Pieconkowski, für den es nach den Ferien in die kommende Runde geht: Als nächste Spielplätze, die von Grund auf erneuert werden, stehen die an Gerhart-Hauptmann-Straße, Masbrok, Im Beesenfeld und abschließend – voraussichtlich zum Jahresende – Humboldtstraße auf seiner Liste.

Wenn die Spielplätze angenommen werden und sich hier später die Kinder tummeln, dann ist das für mich und meine Mitarbeiter die schönste Form von Anerkennung.

Jörg Pieconkowski
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