Raus aus der Kuhle
Kaufland: Neubau steht auf dem Altbau

Ahlen -

Ahlens künftiger Kaufland wird einen stabilen Unterbau haben: seinen Altbau. Der wurde gerade mit dem Brecher zerlegt und füllt die Kuhle, die Baufeld ist.

Samstag, 20.07.2019, 06:00 Uhr
Letzte Schicht für Frank Kränkel und seine Brechanlage. Vier Wochen lang hat er mit altem Kaufland-Gestein mächtig Staub aufgewirbelt. Foto: Ulrich Gösmann

Niemals geht man so ganz. Gilt auch für den alten Kaufland . Der liegt unter dem neuen, wenn er Mitte 2020 an gleicher Stelle eröffnet. Fakten dafür hat Frank Kränkel mit seiner Brechanlage geschaffen. Und viel Staub aufgewirbelt. Freitagnachmittag verabschiedet sich das Nordlicht in Richtung Küste – und lässt eine gewaltige Hügellandschaft zurück.

Die auch Kaufland-Immobilienentwickler Patrick Sontag beim Ortstermin ins Staunen versetzt: „Beeindruckend! Das ist der komplett alte Markt, der hier liegt.“ Zumindest das, was mal aus Stein war. Alles andere hat das 22 000 Quadratmeter große Areal im Gewerbegebiet Kleiwellenfeld inzwischen – streng getrennt – verlassen. Das hätte auch mit dem Gestein passieren können. „Hätten wird das abfahren müssen, wären wohl 100 Lkw-Ladungen auf der Straße gewesen“, mutmaßt Sontag. Was keinen Sinn ergeben hätte, weil das Material auf dem Platz gebraucht werde. Kaufland stand 30 Jahre lang auf einem abschüssigen Gelände. Differenzen zeigen sich schon bei der Zufahrt, die 20 Zentimeter unter Straßenniveau liegt. Weit hinten auf der anderen Grundstücksseite sind‘s sogar 80. Sontag: „Wir wollen eine Höhe. Wir heben an, um das Loch zu füllen.“ Das bei einem Jahrhundert-Regen durchaus Probleme machen und den neuen Markt fluten könnte.

Letzter Einsatz für die Brechanlage.

Letzter Einsatz für die Brechanlage. Foto: Ulrich Gösmann

In dieser Woche haben auf der Großbaustelle Hochbauer die Regie übernommen. Generalunternehmer ist die Firma Hundhausen aus Siegen. „In zwei bis drei Wochen werden hier schon die Stützen stehen“, schickt Sontag vorweg. Fertigbetonelemente liegen in Siegen bereit, um nach Ahlen transportiert zu werden. Im Dezember sei alles dicht, der Rohbau dann abgeschlossen. Angepeilte Eröffnung: Mitte 2020.

Es gibt aber viele Ahlener, die holen sich nur die Getränke.

Patrick Sontag

Der Neubau wird nahezu genau auf dem Fleck des Altbaus stehen. 5000 Quadratmeter groß, davon 3000 reine Verkaufsfläche. Für den Getränkemarkt wird es wieder einen separaten Bau mit 1000 Quadratmetern Größe und 600 Verkaufsfläche geben. „Wir hätten ihn gerne in den Markt integriert“, gesteht der Projektleiter. „Es gibt aber viele Ahlener, die holen sich nur die Getränke. Und aus Gewohnheiten möchte man nicht so gerne ausbrechen.“

Bergeweise Schotter: Das war mal Kaufland.

Bergeweise Schotter: Das war mal Kaufland. Foto: Ulrich Gösmann

Zum neuen Markt gibt‘s auch einen neuen Parkplatz. Alles, was Asphalt ist, wird abgetragen. Sind die Versorgungsleitungen ausgetauscht, erhält die Freifläche eine frische Decke – und einen zeitgemäßen Parkplatzzuschnitt. Weil die Breite von 2,40 auf 2,70 Meter wächst, werden es am Ende „nur noch“ 297 Stellflächen sein. Gebündelt in kleine Parkinseln, um die es sich herumfahren lässt.

Sichtbeton und Fassadenverkleidung geben dem künftigen Kaufland einen grauen Anstrich, unterbrochen von großflächigen Glaselementen über weite Teile der Front. Dahinter Café- und Imbissbetrieb mit Außennutzung. Für E-Autos soll es Ladestationen geben, für Elektroräder nicht. Die, so Sontag, seien an anderen Standorten kaum genutzt worden und „müllen zu“.

Die Entscheidung fiel für Abreißen und neu bauen. Das ist die zukunftsfähigere Lösung.

Patrick Sontag

Kaufland investiert einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag in sein Mietobjekt. Am Anfang der Planungen, lässt der Entwickler für die Region West aufhorchen, hätte es zwei Modelle gegeben: Sanieren oder Abreißen. „Die Entscheidung fiel für Abreißen und neu bauen. Das ist die zukunftsfähigere Lösung.“

Bis zu 80 Zentimeter Höhenunterschied werden ausgeglichen.

Bis zu 80 Zentimeter Höhenunterschied werden ausgeglichen. Foto: Ulrich Gösmann

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