Lautstarker Protest gegen Neonazi-Demo
„Die Rechte“ findet in Ahlen keinen Anklang

Ahlen -

Auf eine spontan initiierte Gegendemo traf am späten Nachmittag die Partei „Die Rechte“ bei einem Wahlkampfauftritt vor dem Ahlener Bahnhof.

Dienstag, 21.05.2019, 19:16 Uhr aktualisiert: 22.05.2019, 09:34 Uhr
Lautstark protestierten nach einem Aufruf des „Ahlener Appells“ knapp 80 Teilnehmer gegen das Auftreten der Partei „Die Rechte“ vor dem Bahnhof. Foto: Ulrich Gösmann

„Haut ab!“, schallte es der kleinen Gruppe von Anhängern der Partei „Die Rechte“ am späten Dienstagnachmittag zigfach am Bahnhof entgegen. Auf ihrer Wahlkampftour machten die Neofaschisten nach Stopps in Vlotho und Gütersloh auf dem Ahlener Bahnhofsvorplatz Station und warben für ihre demokratiefeindlichen Ziele. Sascha Krolzig , Bundesvorsitzender der offen für Nationalsozialismus eintretenden Partei, rief dazu auf, bei der Europawahl Ursula Haverbeck zu wählen. Die notorische Holocaust-Leugnerin, die derzeit in der Justizvollzugsanstalt Brackwede eine Haftstrafe wegen Volksverhetzung absitzt, ist die Spitzenkandidatin der Partei.

Bundesvorsitzender Sascha Krolzig

Bundesvorsitzender Sascha Krolzig Foto: Ulrich Gösmann

Das zivilgesellschaftliche Bündnis „Ahlener Appell“ hatte erst am Dienstagmorgen Kenntnis von der kurzfristig angemeldeten Demo erhalten und zum Protest mobilisiert. Die Demonstranten des „Ahlener Appells“ nahmen wie mit der Polizei abgesprochen auf der gegenüberliegenden Straßenseite Aufstellung und verliehen ihrem Unmut über die Anwesenheit der Nazis lautstark Ausdruck, unterstützt mit Trillerpfeifen.

Dass hier und heute beide Seiten friedlich demonstrieren können, ist Ausdruck einer starken Demokratie.

Serhat Ulusoy

Ilkay Danismaz, Vorsitzender des Integrationsrates, stellte erfreut fest: „Ahlen ist bunt. Nazis haben hier keinen Platz.“ SPD-Ratsherr Serhat Ulusoy betonte: „Dass hier und heute beide Seiten friedlich demonstrieren können, ist Ausdruck einer starken Demokratie.“ Und für Sven Hanses, einer der Sprecher des Appells, zeigte der Protest, dass Menschen auch kurzfristig bereit sind, Flagge gegen Nazis zu zeigen.

Siegfried Borchardt (SS-Siggi)

Siegfried Borchardt (SS-Siggi) Foto: Ulrich Gösmann

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