Finanz- und Personalausschuss
Mops-Affäre: Wo war der Bürgermeister?

Ahlen -

Die Ahlener Mops-Affäre sorgte am Montagnachmittag im Finanz- und Personalausschuss für Zündstoff. In der Schusslinie: Bürgermeister Berger.

Montag, 25.03.2019, 20:12 Uhr aktualisiert: 26.03.2019, 09:14 Uhr
Der Mops war am Montagnachmittag auch Thema im Finanz- und Personalausschuss. Foto: Ulrich Gösmann

Gabi Duhme brachte es am Montagnachmittag in der Sitzung des Finanz- und Personalausschusses auf den Punkt: „Ich hätte mir an der Stelle von Herrn Schlebes Sie gewünscht zu sehen.“ Damit spielte die SPD-Fraktionsvorsitzende auf die zahlreichen Auftritte des Kämmerers vor der Kamera an, um Pfändung und Verkauf von Mopsdame „Edda“ aus städtischer Sicht zu rechtfertigen.

Duhme widersprach auch Äußerungen ihres liberalen Gegenübers Norbert Fleischer, der in seinem Wortbeitrag der Verwaltungsspitze insgesamt bescheinigte, richtig gehandelt zu haben, aber zugleich dem Bürgermeister zustimmte, dass ein solches Medienecho auf einen solchen Fall nicht zu erwarten gewesen wäre. Hunde und Kinder gingen immer, laute ein alter Mediengrundsatz. Und dass der Fall zum Politikum werde, könne doch niemanden ernsthaft wundern.

Gabi Duhme (SPD)

Gabi Duhme (SPD) Foto: Ulrich Gösmann

Kritik übte Duhme auch am Verkauf des Hundes. „Es kann nicht sein, dass die Stadt einen Hund über Ebay verkauft“, rügte sie das Verhalten des Vollzugsbeamten.

Es kann nicht sein, dass die Stadt einen Hund über Ebay verkauft.

Gabi Duhme

Den Reigen der Kritik hatte FWG-Fraktionschef Heinrich Artmann eröffnet, indem er kritisierte, Berger habe sich nicht entschlossen genug hinter den Vollzugsbeamten gestellt, dessen Verhalten jetzt sogar zum Gegenstand einer arbeitsrechtlichen Prüfung gemacht werde. Artmann bemängelte zudem die zögerliche Informationspolitik in diesem Fall durch den Bürgermeister, so dass er über die juristische Prüfung der Pfändung durch die FAZ eher Kenntnis erhalten habe als durch die Stadt selbst.

Petra Pähler-Paul (Grüne)

Petra Pähler-Paul (Grüne) Foto: Ulrich Gösmann

„Ich bin sehr erstaunt, wie die Stadtverwaltung mit dem Sachverhalt umgegangen ist“, schloss sich Petra Pähler-Paul der Kritik an. „Ich mache mir große Sorgen, wenn die Stadt wirklich mal in eine große Krise gerät“, führte die Fraktionsvorsitzende der Bündnisgrünen aus. Durch sein Verhalten habe der Bürgermeister dem Image der Stadt enorm geschadet, stellte Pähler-Paul unwidersprochen fest.

Ich mache mir große Sorgen, wenn die Stadt wirklich mal in eine große Krise gerät.

Petra Pähler-Paul

BMA-Chef Matthias Bußmann wollte vom Verwaltungschef lediglich wissen, ob er versucht habe, mit der neuen Mops-Eigentümerin Kontakt aufgenommen habe? Berger wies in seiner Antwort darauf hin, dass er Michaela Jordan in dem Fall hätte etwas anbieten müssen. Das habe er jedoch nicht tun können, zu keinem Zeitpunkt wäre ernsthaft in Betracht gekommen, den Forderungen ohne juristische Prüfung nachzukommen. Dies hätte zudem den fatalen und unzutreffenden Eindruck rechtswidrigen Handelns Vorschub geleistet, einen leichtfertigen Umgang mit Steuergeldern bedeutet und vermutlich den Verdacht strafrechtlich relevanter Untreue begründet.

Erhard Richard stellte sich für die CDU hinter den Bürgermeister und bedauerte, dass die Stadt durch diesen an sich läppischen Fall zum Gegenstand internationaler medialer Aufmerksamkeit geworden sei. Dabei habe Ahlen mehr zu bieten. Jetzt seien die Vorgänge „sauber abzuarbeiten“ und dazu gehöre auch die arbeitsrechtliche Prüfung.

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