Erörterungstermin
Windkraft von allen Seiten

Ahlen -

Pro und kontra Windenergieanlagen in Gemmerich: Beim Erörterungstermin des Kreises kamen noch mal alle zu Wort.

Mittwoch, 30.01.2019, 19:00 Uhr
Die Gegner der geplanten Anlagen Barbara Schwemmer (r.) und Bernd Schöler (2.v.r.) vor dem Modell. In der Mitte CDU-Kommunalpolitikerin Rita Pöppinhaus-Voss. Foto: Sabine Tegeler

Es war eine Art Wiedersehen: Nachdem bereits im November im Haus Quante eine Informationsveranstaltung über die in Gemmerich geplanten Windenergieanlagen (WEA) stattgefunden hatte, trafen sich Vertreter der antragstellenden Betreiberfirma vento ludens, Gegner der WEA an diesem Standort und Vertreter der Behörden am Mittwoch erneut im Haus Quante – zum offiziellen Erörterungstermin nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz.

Geleitet wurde dieser Termin von Sigurd Peitz , seines Zeichens Leiter des Bauamts des Kreises Warendorf, der die Anwesenden zunächst mit den Gepflogenheiten einer solchen Sitzung vertraut machte. Und der auch gleich zwei zeitliche Fragen beantwortete: zum Einen die nach der Termindauer („Sicher bis in den Nachmittag. Wir hören erst auf, wenn alle Themen erörtert worden sind“), zum Anderen die nach der Verfahrensdauer: „Wann wir über die Genehmigung der Anlagen entscheiden, dazu kann ich jetzt keine Angaben machen. Man nimmt ja noch den einen oder anderen Punkt aus einer solchen Anhörung mit.“ Insgesamt, so Peitz weiter, habe es 149 Einwendungen gegen die Errichtung der beiden Anlagen gegeben: 131 Sammel- und 18 Einzeleinwendungen.

Dann war es an vento-ludens-Projektleiter Christian Schäble , das Vorhaben noch einmal vorzustellen. Schäble fasste sich kurz, zumal, so stellte er fest, ein Großteil der Anwesenden auch den Infoabend im November besucht hätte: „Wir planen zwei Windenergieanlagen mit einer Gesamthöhe von 200 Metern und 4,2 MB Nennleistung.“ Der Flächennutzungsplan der Stadt Ahlen mache das möglich.

Die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange stellte Johannes Lefken von der Verfahrensstelle Immissionsschutz des Kreises vor. Bedenken hatten diese nicht geäußert, teilweise aber Hinweise gegeben. Beispielsweise hatte die Stadt Hamm auf ein Uhu-Pärchen verwiesen, das seit drei Jahren in dem Bereich erfolgreich brütet.

Wir hören erst auf, wenn alle Themen erörtert worden sind.

Sigurd Peitz

Für die Stadt Ahlen, die bisher nur eine vorläufige Stellungnahme abgegeben hat, sprach Stadtplaner Markus Gantefort. Er bestätigte, dass das Vorhaben zum Flächennutzungsplan passe: Mit Rotor befänden sich die WEA in der dafür ausgewiesenen Zone. Aber, so Gantefort weiter, das Gutachten in Bezug auf die „optisch bedrängende Wirkung“ der Anlagen auf die anliegende Wohnbebauung erscheine ihm nicht schlüssig. „Kann wirklich ausgeschlossen werden, dass eine optisch bedrängende Wirkung vorliegt?“, fragte er. Gantefort schlug eine erneute Visualisierung vor, eine Fotomontage mit den geplanten WEA, den betreffenden Hausfassaden und dem Bewuchs drum herum.

Die Gegner der Pläne hatten schließlich Gelegenheit, ihre Einwände noch einmal zu formulieren und Fragen zu stellen. Ihnen geht es in erster Linie um Beeinträchtigungen der Wohnqualität durch Schattenschlag oder Geräusche und um dem Natur- und Artenschutz. Im betroffenen Gebiet leben beispielsweise Rotmilane, Rohrweihen und Eulen, die besonderen Schutz genießen.

Die Initiative „Gegenwind“ hatte bereits vor der Erörterung angekündigt, im Falle einer Genehmigung der WEA auch noch den Schritt der Klage zu gehen.

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