„Tag der Jogginghose“
Von „Asi-Klamotte“ zum Trend-Teil

Ahlen -

Der 21. Januar ist der „Tag der Jogginghose“. Das einst so verschmähte Textil ist schon längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen und bestimmt den Modetrend insbesondere bei Frauen.

Montag, 21.01.2019, 05:00 Uhr aktualisiert: 21.01.2019, 15:10 Uhr
Die Jogginghose hat sich ein Stück weit vom Image als „Asi-Klamotte“ gelöst. Foto: dpa

Was hat die Jogginghose nicht alles schon erlebt: In den 80ern war sie das It-Piece für Dieter Bohlen bei „ Modern Talking “, in den 90ern wurde sie als „Asi-Klamotte“ geschmäht und in den 2000ern von Cindy aus Marzahn auf die Comedybühne und von Dittsche in den Fernseh-Imbiss gebracht. Heute, am 21. Januar, steht dieses Kleidungsstück mal wieder im Mittelpunkt: Es ist „Tag der Jogginghose“.

Ein guter Anlass, dem Textil ein bisschen Aufmerksamkeit zu widmen. Immerhin hat die Jogginghose in den vergangenen zwei Jahren eine erstaunliche Wandlung durchgemacht.

„Ja, die ist voll im Trend“, hat Britta Gudrian in ihrem Geschäft gleich zwei Modelle bei der Hand: „Das sind die sogenannten Jogpants.“ Die hätten zwar die lässige Form der Jogginghose beibehalten, setzten jedoch hochwertiges Material dagegen und schon sei vom Sporthosen-Charakter nichts mehr zu sehen. „Die sind super bequem“, nennt sie einen Vorteil, den auch ältere Kundinnen durchaus zu schätzen wüssten. Diese neuen schicken Jogginghosen seien absolut gesellschaftsfähig, findet Britta Gudrian.

StefaniBritta

Zwei verschiedene Modelle (Tunnelzug und Streifen) zeigen Stefani Mittmann-Schlüter und Britta Gudrian. Foto: Sabine Tegeler

Im Gegensatz zu den Standardmodellen aus sogenannter Ballonseide: „Damit geht man weder zum Bäcker noch über den Markt.“ Die seien höchstens erlaubt, wenn man morgens früh mit dem Hund rausgeht. Britta Gudrian ist da konsequent: „Mein Mann hat Jogginganzug-Verbot.“

Mein Mann hat Jogginganzug-Verbot.

Britta Gudrian

Britta Gudrians Nachbarin Beate Wittenzellner mag das Wort Jogginghose gar nicht so gerne in den Mund nehmen, wo doch die Modelle so trendy seien: „Ich sag mal ,schicke Jogginghose‘“, schmunzelt die Inhaberin von „Miss Ney“. Für sie ist der Trend ein „alternativer Style für Abend und Freizeit“, der sogar die Jeans ein bisschen in den Hintergrund dränge. „Sicher, die Jeans ist nicht wegzudenken, aber dieser Stil kommt bei vielen, vielen Anlässen gut an“, sagt Beate Wittenzellner. Die normalen Baumwoll-Jogginghosen seien für sie allerdings tabu, die gehörten aufs Sofa und sonst nirgendwohin: „Aber sobald ein schickes Material verwendet wird, kann man die überall anziehen.“ Sie komme übrigens gerade von einer Messe in Hamburg und sei sich ganz sicher: Die schicke Jogginghose ist ein Dauerbrenner. „Die bleibt im Trend.“

Beate

Beate Wittenzellner ist sicher: Der Jogginghosentrend hält weiter an. Foto: Sabine Tegeler

Quer gegenüber bei „Rund um Chic“ hat Anja Lehmann gerade einen ganzen Stoß Hosen in Empfang genommen und auf den Ständern platziert: „Die sind gerade neu reingekommen, die mit den Streifen.“ Weich sind sie, ein Baumwolle-Elasthan-Gemisch, das pure Bequemlichkeit verspricht. Anja Lehmann verweist auf Kundinnen, die ein solches Modell der Jogginghose tatsächlich für Kur oder Reha kaufen: „Die wollen nämlich was Schickeres als die typischen Jogger.“ Anja Lehmann ist selbst Fan der neuen Jogginghose und findet sie sogar jobtauglich – zumindest für Verkäuferinnen in Modeboutiquen. „Aber in einem Büro? Glaube ich nicht, da ist mehr Business angesagt.“

Anja

Die Jogginghose im Büro? Das kann sich Anja Lehmann nicht vorstellen. Foto: Sabine Tegeler

„Es kommt auch immer drauf an, wer drinsteckt“, hat Anja Lehmanns Kundin Silvia eine klare Meinung zur Jogginghose: „Junge Männer tragen das oft, aber dieses weiche Material, das sieht doch nicht ästhetisch aus.“ Die neuen Damenhosen hingegen hätten schon Stil, das sei ja auch eine andere Qualität.

Die jungen Männer bevorzugen eher die klassische Fußballtrainingshose.

Susanne Mußenbrock

Apropos Männer: Die kaufen ihre Jogginghosen weiter am liebsten im Sportgeschäft, wie Susanne Mußenbrock und Lukas Klemm von Sport Arnemann bestätigen: „Die jungen Männer – so von 18 bis 22 – bevorzugen eher die klassische Fußballtrainingshose“, zeigt Susanne Mußenbrock das Standardmodell in schwarz, das für Sofa und draußen herhalten müsse. Und wenn die Eltern nichts dagegen hätten, gingen die Jüngeren damit sogar zur Schule.

Für den 18-jährigen Auszubildenden Lukas Klemm ein absolutes No Go: „Für mich persönlich ist die Jogginghose außer in den eigenen vier Wänden tabu.“ Eine Ausnahme: „Wenn ich krank bin, mich sehr schlecht fühle und zum Arzt fahre, dann würde ich die Jogginghose anlassen. Aber sonst nicht.“

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Männer mögen's klassisch-bequem wissen Susanne Mußenbrock und Lukas Klemm bei Sport Arnemann. Foto: Sabine Tegeler

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