Erhalt des Ahlener Rathauses gefordert
„Als Gesamtkunstwerk bundesweit beachtet“

Ahlen -

In einem offenen Brief, der an Bürgermeister Dr. Alexander Berger und an Heimatministerin Dr. Ina Scharrenbach gerichtet ist, sprechen sich die Mitglieder einer Gruppe von Fachleuten für den Erhalt des Ahlener Rathaus aus.

Montag, 10.12.2018, 11:00 Uhr
Die wabenartige Struktur des Ahlener Rathauses war typisch für die 1970er Jahre. Foto: Christian Wolff

In einem offenen Brief, der an Bürgermeister Dr. Alexander Berger und an Heimatministerin Dr. Ina Scharrenbach gerichtet ist, sprechen sich die Mitglieder einer Gruppe von Fachleuten aus Architektur, Kunstgeschichte, Denkmalpflege, Städtebau sowie Regional- und Wirtschaftsgeschichte für den Erhalt des Ahlener Rathauses und dessen Sanierung aus.

In dem Schreiben wird auf die Entstehungsgeschichte des als Kultur- und Verwaltungszentrums geplanten Rathauses hingewiesen, dass „nach einem Wettbewerb zwischen 1969 und 1974 nach dem Entwurf von Brigitte und Christoph Parade“ aus Düsseldorf, errichtet worden ist. Weiter heißt es: „Im Oeuvre des namhaften Architekturbüros Parade nimmt die Anlage einen besonderen Stellenwert ein. Mit seiner Wärmepumpentechnik ist der Komplex ein erster ökologisch ausgerichteter Großbau in Deutschland. Seine mehrfach gestaffelten Gebäude umfassen Stadtbücherei, Volkshochschule, Verwaltung sowie einen multifunktionalen Veranstaltungssaal in zeittypischer Wabenstruktur. Seine Ausstattung einschließlich des bauzeitlichen Mobiliars sind in einem großartigen Überlieferungszustand und von hervorragender Qualität.“

Anerkennung findet auch die Außengestaltung. Fazit der Fachleute: „Das Kultur- und Verwaltungszentrum fand bundesweite Beachtung und galt als Gesamtkunstwerk“. Die Unterzeichner des Briefes, zu denen auch die Ahlener Architektin Silke-Anna Linnemann und ihr Beckumer Kollege Wolfgang Kahl gehören, werten das Ensemble als „wichtiges Zeugnis bürgerlichen Selbstbewusstseins, städtischer Kultur und Architektur in der damaligen Bundesrepublik Deutschland.“

Aufgrund gravierender Unterhaltungsmängel sei eine Sanierung notwendig, die „wegen der außergewöhnlichen Qualität und vollständigen Überlieferung unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten erfolgen“ müsse. Abrufbar ist der Brief im Internet unter https://ruhrmoderne.de/portfolio/offener-brief-ahlen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6248081?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F126%2F
Stadt nimmt Kampf gegen Schrotträder auf
Mit Informationsblättern fordert das Ordnungsamt die Inhaber schrottreifer Räder im Hansaviertel auf, diese aus dem öffentlichen Verkehrsraum zu entfernen.
Nachrichten-Ticker