Mehr Bürgerbeteiligung gewünscht
„Giganten“ für Gemmerich sind beantragt

Ahlen / Dolberg -

Gut 200 Meter sollen sie hoch sein: Zwei Windkraft-Großanlagen sind bei der Kreisverwaltung für die Bauerschaft Gemmerich beantragt worden. Der Fachausschuss wurde am Dienstagnachmittag darüber informiert.

Mittwoch, 19.09.2018, 16:28 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 19.09.2018, 16:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 19.09.2018, 16:28 Uhr
Windkraft: In Gemmerich auf dem Vormarsch . . . Foto: Colourbox.com

Unter dem Punkt „Verschiedenes“ verkündete Stadtplaner Markus Gantefort am Dienstagabend im Planungs- und Bauausschuss Großes für Gemmerich: In der Bauerschaft zwischen dem Ahlener Süden und Dolberg sollen zwei knapp 200 Meter hohe Windräder entstehen.

„Der Kreis Warendorf hat zwei Anträge für den Bau von Windkraftanlagen erhalten“, so Gantefort. Die öffentliche Beteiligung werde im Oktober beginnen, indem die Pläne in Ahlen und Warendorf ausgelegt werden. Außerdem sollen sie online abrufbar sein. Danach sei vier Wochen Zeit, um Eingaben bei der Kreisverwaltung zu machen.

Am 30. Januar 2019 werde es außerdem einen Erörterungstermin geben, um einen „Ausgleich der Meinungen“ zu erzielen, so der Stadtplaner. So soll das Verfahren nach den Richtlinien des Bundesimmissionsschutzgesetzes auf den Weg gebracht werden.

Es wird erwartet, dass sich der Investor mit den Bürgern direkt auseinandersetzt.

Karl-Heinz Meiwes (SPD)

„Da werden sicher viele Bürger enttäuscht sein“, meinte Karl-Heinz Meiwes (SPD). „Es wird erwartet, dass sich der Investor mit den Bürgern direkt auseinandersetzt.“ Eine ordentliche Bürgerversammlung halte auch er für sinnvoller als einen Erörterungstermin. Stadtbaurat Andreas Mentz sicherte zu, dass die Stadtverwaltung im Kreishaus anfragen werde, ob in dem Verfahren noch mehr Bürgerbeteiligung als bislang vorgesehen möglich ist.

Wie mehrfach berichtet, sieht der neue Flächennutzungsplan sogenannte „Konzentrationszonen für Windenergie“ vor. Eine davon befindet sich im Außenbereich in Gemmerich. Kritiker befürchten, dass die „Giganten“ mit rund 200 Metern Höhe das Bild ihrer Umgebung – Bebauung und Landschaft – in den Schatten stellen. Abstandsflächen sind seit Jahren in der Diskussion, auch in Ahlen und Umgebung, wo sich mehrere Interessengemeinschaften bildeten.

Tatsächlich werden Windkraftanlagen heute immer größer. Turmhöhen von um die 140 Meter sind in einigen Gebieten bereits Standard. Bis zur Rotorspitze erreichen manche Anlagen mitunter mehr als 200 Meter Höhe. Und vieles spricht dafür, dass das noch nicht das Ende der Fahnenstange ist. Denn: Die Windgeschwindigkeiten sind weit über dem Boden meist deutlich höher als in Bodennähe, die Energieernte daher deutlich größer.

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