1. Mai
Fest soll wachsen

Ahlen -

Den Tag der Arbeit begehen die Gewerkschafter in diesem Jahr erstmalig auf dem Zechengelände.

Mittwoch, 18.04.2018, 09:04 Uhr

Die Veranstaltung zum 1. Mai findet in Ahlen erstmals auf der ehemaligen Zeche „Westfalen“ statt. Foto: Reinhard Baldauf

Der 1. Mai soll sich zu einem Familientag entwickeln und der neue Veranstaltungsort im Schatten der Fördertürme ein Ausflugsziel für Menschen aus dem ganzen Kreis Warendorf werden. Dieses Ziel zeigten verschiedene Akteure am Dienstagmorgen bei einem Pressegespräch im Lokschuppen auf. Nach dem Demonstrationszug vom Wersestadion zur Zeche und der Kundgebung mit Festredner Rainer Einenkel soll die traditionelle Veranstaltung zum „Tag der Arbeit“ mit Musik, Spielen und Speisen in ein Familienfest münden.

„Es wird neu und anders in diesem Jahr“, stellte der Ahlener IGBCE-Vorsitzende Marc Senne zu Beginn heraus. Auf die Bedeutung des 1. Mai wies Anne Sander von der DGB-Region Münsterland hin. Am „Tag der Arbeit“ würden die Forderungen der Gewerkschaften wahrgenommen. Es gebe noch viel für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu verbessern. Da gehe es nicht nur um Geld, sondern u.a. auch um Gleichheit zwischen Mann und Frau, Arbeitszeiten und Mitbestimmung. Immer wieder würde versucht, Betriebsratswahlen zu verhindern und Betriebsräte einzuschüchtern.

Über einen Ahlener Fall berichtete IGM-Sekretär Robert Bange. Nach der Verlagerung der Produktion von „Attika“ war der Kundendienst in Ahlen geblieben. Die Auslagerung dieses Diensts sei unter Vorspiegelung falscher Tatsachen erfolgt. Von drei Bietern sei die Rede gewesen, letztlich habe eine betriebseigene Firma den Kundendienst gekauft.

Den Ausstieg aus der Tarifbindung sahen die Gewerkschafter als großes Problem an. Bei der Post sieht Wolfgang Rick-Henke von Verdi bedenkliche Entwicklungen. So sollen Pakete auch an Sonntagen ausgeliefert werden in einer Sparte ohne Tarifbindung. Die Ausdehnung der Arbeitszeiten, das Renteneintrittsalter und die Rentenhöhe sind nach den Worten der Gewerkschafter brennende Fragen. Damit sei der Mai-Feiertag auch weiter hochaktuell.

Mit Rainer Einenkel habe man den richtigen Redner gefunden, zeigte sich Marc Senne überzeugt. Er habe die Schließung des Opel-Werks in Bochum als Betriebsratsvorsitzender erlebt. Der DGB-Kreisvorsitzende Hans-Jürgen Lenzer betonte, dass in Ahlen die einzige Kundgebung im Kreis stattfindet, die sicherlich mit den Jahren wachsen werde. Nach der Begrüßung durch ihn spricht Bürgermeister Dr. Alexander Berger ein Grußwort, bevor Festredner Rainer Einenkel an der Reihe ist. Musik lockert das Programm auf, wofür Wolfgang „Brandi“ Brand von der Initiative „Rock am Schacht“ verantwortlich zeichnet.

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