5. „Effizienz-Forum Wirtschaft“
Revolutionäre „Blockchain“-Technologie

Ahlen -

Die bereits fünfte Auflage des „Effizienz-Forums Wirtschaft“ lockte rund 250 Teilnehmer auf die Zeche Westfalen. Dort drehte sich alles rund um das Thema „Produktion 4.0“ und dessen Bedeutung für material- und energiesparendes Wirtschaften.

Mittwoch, 21.03.2018, 22:03 Uhr

Zahlreiche Unternehmer beteiligten sich am fünften „Effizienz-Forum Wirtschaft“ in der Zechen-Lohnhalle. Foto: Peter Schniederjürgen

Zum fünften Mal wurde am Mittwoch das „Effizienz-Forum Wirtschaft“ ausgerichtet – zum dritten Mal auf der Zeche Westfalen. Material und Energiekosten sowie die geheimnisumwitterte „Blockchain“-Technologie standen im Mittelpunkt des Fachtags in Lohnhalle und Weißkaue. Hier hatten Unternehmen Stände aufgebaut und der Veranstaltung Messecharakter verliehen.

Die neue Technologie „Blockchain“ erläuterte Martina Prox vom Hamburger Unternehmen „Ipoint“. Ihr Thema war die Transparenz in der Lieferkette und die Rückverfolgung von Materialien – „Blockchain“ macht es möglich. Was aber ist das eigentlich? Prox: „Es ist im Grunde eine Art digitaler Kontoauszug für Geschäfte zwischen Computern.“ Dabei werde jede Veränderung genau erfasst. Zusätzlich werden diese Daten dezentral und transparent auf vielen verschiedenen Rechnern gespeichert. Jetzt ist die Information nicht mehr – oder nur mit größtem Aufwand – zu verändern. Das macht sie sehr sicher. Entstanden ist die Idee durch den Erfolg der Kryptowährung „Bitcoin“ und sie ist zurzeit eine der meistdiskutierten Themen. Es wird für möglich gehalten, dass diese Technologie eine größere Auswirkung haben wird als das Internet. „Die Art und Weise, wie Daten zwischen Organisationen geteilt und ausgetauscht werden, kann so grundlegend revolutioniert werden“, sagte die Fachfrau. Ihr Unternehmen berät in der „Blockchain“-Nutzung. Die steckt jedoch noch in den Anfängen. „Wir sind sicher, dass es eine durchgreifend erfolgreiche Anwendung in der Geschäftswelt wird“, führte Martina Prox aus. Denn mit den „Kettengliedern“ seien die einzelnen Komponenten, Hersteller und Lieferanten, über die Datenströme exakt überprüfbar. „Was zu einem neuen Vertrauen, zum Beispiel in kritisierten Umweltlabels, führt“, so Prox. Weiteres Beispiel: Tropenholz. Dessen Masse auf dem Markt übersteige die innerhalb des Labels vorgeschriebenen Mengen. „Für den Endverbraucher ist es undurchsichtig, woher das Holz kommt.“ Nun werde aber jeder Schritt, vom Fällen des Baums bis zur Anlieferung im Baumarkt, bis ins Detail dokumentiert.

Ressourceneffizienz war ein weiteres Thema. „Industrie 4.0“ bedeutet immer eine Steigerung der Ressourceneffizienz. Viktor Becker vom VDI-Zentrum sprach zu diesem Thema. Denn im Ergebnis sei sie nichts anderes als die vollständige Erfassung und Optimierung aller Energie- und Stoffströme entlang des gesamten Lebenswegs eines Produkts. So zeigte er in seinem Vortrag auf, anhand welcher Möglichkeiten die Digitalisierung im verarbeitenden Gewerbe zur Einsparung von Ressourcen führen kann.

Weitere Schwerpunkte des Tages umfassten die Digitalisierung im Mittelstand sowie Fragen der Nachwuchsgewinnung und Förderung. Sogar die Hirnforschung kam auf der Bühne zu Wort, Stichwort: „Ohne Dopamin kein nachhaltiger Changeprozess“.

Martina Prox erläuterte die neue „Blockchain“-Technologie.

Martina Prox erläuterte die neue „Blockchain“-Technologie. Foto: Peter Schniederjürgen

„Das sind Themen, die bewegen und für die Unternehmen wichtig sind“, betonte Hausherr und Gastgeber Bürgermeister Dr. Alexander Berger. Dem schloss sich auch gfw-Geschäftsführerin Petra Michalczak-Hülsmann an: „Wir haben einen großen Nachholbedarf in der Digitalisierung, besonders in den kleineren Betrieben.“ Beim „Effizienz-Forum“ finden sich die richtigen Ansprechpartner. Das zeige schließlich auch die andauernde Vergrößerung des Forums von früher knapp 100 auf aktuell fast 250 Teilnehmer. „Damit treffen wir offensichtlich den Nerv der regionalen Wirtschaft“, freute sich Jörg Hakenesch, Chef der mitveranstaltenden Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG).

Das Forum schloss nahtlos an die Themenschwerpunkte der Vorgängerveranstaltung an. Neues Element waren die Kurzvorträge zu pragmatischen Lösungen, die parallel liefen.

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