Anwohner gegen Pläne der Syrisch-Orthodoxen
Widerstand auf grüner Wiese

Ahlen -

Noch ist es Wiese und Ackerland. Die Anwohner an der Paul-Gerhardt-Kirche protestieren bei den Kommunalpolitikern gegen Pläne der Syrisch-Orthodoxen Gemeinde St. Georg, hier eine Kirche und ein Gemeindezentrum bauen zu wollen.

Samstag, 20.01.2018, 14:01 Uhr

Die Wiese vor der Paul-Gerhardt-Kirche an der Beckumer Straße und die angrenzende Ackerfläche hat die Syrisch-Orthodoxe Gemeinde St. Georg für ihren Kirchenneubau und das Gemeindehaus im Auge. Die Anwohner sind mit dem Bauvorhaben nicht einverstanden. l
Die Wiese vor der Paul-Gerhardt-Kirche an der Beckumer Straße und die angrenzende Ackerfläche hat die Syrisch-Orthodoxe Gemeinde St. Georg für ihren Kirchenneubau und das Gemeindehaus im Auge. Die Anwohner sind mit dem Bauvorhaben nicht einverstanden. l Foto: Ulrich Gösmann

Über die Post werden die Vorsitzenden der Ratsfraktionen sicherlich nicht gerade in Jubel ausgebrochen sein. 14 Familien und der Förderverein der Paul-Gerhardt-Kirche informieren in dem fünfseitigen Schreiben, das auch an den Bürgermeister gerichtet ist, über ihre ablehnende Haltung zu der Absicht der aramäischen Gemeinde St. Georg, auf dem vor der Paul-Gerhardt-Kirche gelegenen Acker ein Gemeindezentrum errichten zu wollen.

Eine Realisierung dieses Projektes der Syrisch-Orthodoxen Kirchengemeinde St. Georg mit einer Kirche in Verbindung mit einem Gemeindehaus und Parkplätzen würde nach Meinung der Anwohner einen unvertretbaren Eingriff in die Landschaft und einen unzumutbarer Angriff auf den Vertrauensschutz der dort lebenden Menschen bedeuten, die im Vertrauen darauf, dass die Ackerfläche nicht überplant wird, gebaut hätten.

Zu dem Bauvorhaben, das am Freitag Gesprächsgegenstand einer interfraktionellen Runde war, heißt es seitens der Stadt: „Das Gemeindehaus soll für gemeindebezogene Feierlichkeiten wie Taufen oder Trauungen und für Veranstaltungen bis zu 400 Personen ausgelegt werden. Erste Planungsabsichten gehen auf Überlegungen der Gesamtgemeinde zurück, die allerdings seit 2012 nur noch von dem Gemeindeteil St. Georg für diesen Standort weiterverfolgt wurden. In einer Vielzahl von Abstimmungsgesprächen wurden zunächst Standortalternativen im Innenbereich gesucht und im Hinblick auf Eignung, Verfügbarkeit und Finanzierbarkeit mit der Kirchengemeinde erörtert. Hintergrund waren Vorbehalte der Fachverwaltung gegenüber der Inanspruchnahme von Außenbereichsflächen.

Die gemeinsame Suche nach einem geeigneten Alternativstandort konnte nicht erfolgreich abgeschlossen werden, so dass die Kirchengemeinde seit dem Jahr 2015 die Planungsabsichten für den Standort an der Beckumer Straße konkretisiert hat. In diesem Zusammenhang wurde ein Nutzungs- und Bebauungskonzept aufgestellt, die verkehrliche Anbindung abgestimmt sowie ein Immissionsgutachten erstellt. Zur Realisierung des Gemeindezentrums ist die Änderung des Flächennutzungsplans und Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans erforderlich. Die Verwaltung geht davon aus, dass in Kürze ein entsprechender Antrag auf Einleitung dieser Verfahren gestellt wird, über den dann der Rat der Stadt Ahlen zu entscheiden hat. Die für die Antragstellung erforderlichen Unterlagen werden zurzeit vom Vorhabenträger aktualisiert und zusammengestellt.“

Nicht nur die Anwohner befürchten durch die Emissionen an- und abfahrender Autos und durch Feiern Abstriche an der Wohnqualität. Auch der Förderverein der Paul-Gerhardt-Kirche erwartet Nachteile, wenn das städtische Grundstück verkauft wird, wo bislang das Osterfeuer abgebrannt wurde.

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