Einkaufs-Endspurt läuft
Stresskauf für den Festschmaus

Ahlen -

Dieser Samstag ist der Super-Samstag schlechthin. Mehr Ware geht an keinem anderen durch die Supermarktkassen. Punkt 21 Uhr heißt es dann auch bei Rewe Meier in Ahlen: Endlich Weihnachten!

Freitag, 22.12.2017, 21:12 Uhr

Frische Lieferung Freitagfrüh. Die „Mon Cheri“ kommen allerdings erst mit den nächsten Wareneingängen am Mittag. Jörg Meier ist gerüstet für den Samstag aller Samstage.
Frische Lieferung Freitagfrüh. Die „Mon Cheri“ kommen allerdings erst mit den nächsten Wareneingängen am Mittag. Jörg Meier ist gerüstet für den Samstag aller Samstage. Foto: Ulrich Gösmann

Er hatte die Wahl: Heiligabend öffnen – oder schließen? Jetzt freut sich Jörg Meier auf die Familie, auf Freunde und den festtäglichen Frühschoppen. Davor liegt der Samstag aller Samstage. „Der stressigste des Jahres. Das wird noch mal die Hölle“, weiß der 56-Jährige, der seit 14 Jahren den Rewe an der Hammer Straße betreibt. Um 21 Uhr, wenn sein Laden schließe, werde eine tonnenschwere Last von ihm abfallen. Aber dann sei auch für die Meiers endlich Weihnachten !

„Für uns ist es vor Weihnachten immer eine kleine Katastrophe“, lässt der Geschäftsführer wissen. Und meint nicht die Rewe-Meiers im Speziellen, sondern „alle aus dem Einzelhandel, die jetzt nonstop mehr als 100 Prozent geben.“ Viele Kunden seien zunehmend unentspannter. Die einen ärgerten sich über noch nicht ausgepackte Ware in den Gängen („Eine Dame rief gestern Mittag extra durch, um mir zu sagen, das könne man doch auch morgens machen“), andere über Schlangen an der Bedientheke. „Jeder möchte seine Wurst in seiner Stärke geschnitten haben. Das dauert halt. Wir haben schon das komplette Team da stehen“, betont der Endspurt-Koordinator. Dass Mitarbeiter teils schon um vier Uhr in der Frühe zur Stelle seien, sehe derweil kein Mensch. Dann werde frisches Obst und Gemüse eingeräumt, Qualität und Wareneingang kontrolliert. Hinter der Fleischtheke gehe es parallel an die Vorbestellungen. Wie viele es in diesem Jahr sind? „Rund 400“, lässt der Lebensmittelhändler aufhorchen. Jedem sein Wunschpäckchen.

Anlieferung nonstop: Die nächste Ware auf dem Weg ins Kühlregal.

Anlieferung nonstop: Die nächste Ware auf dem Weg ins Kühlregal. Foto: Ulrich Gösmann

Um nicht falsch verstanden zu werden: „Wir machen das wirklich, wirklich gerne“, schiebt Jörg Meier ein – und springt zurück in den Oktober, als er die Entscheidung traf, Heiligabend einmal nicht zu öffnen. Für ihn eine ganz klare Sache. Mitarbeiter hätten sich gefreut, Kunden ihn bestätigt. Ausnahmslos! „Wir stehen jedes Jahr Heiligabend und Silvester von 4 bis 14 Uhr im Laden. Jetzt ergibt sich mal die Situation, wo Heiligabend auf einen Sonntag fällt.“ Dann solle er auch einer sein. Und insgesamt: Nichts, was es am Sonntag bei ihm noch frischer geben würde als am Samstag. „Es gibt eh keine neue Lieferung.“

Wir machen das wirklich, wirklich gerne.

Jörg Meier

Schon Anfang November ging‘s ins Weihnachtsgeschäft: Kassenbänder zogen 20 Prozent mehr an den Scannern vorbei. Inzwischen sind‘s sogar 40 Prozent drauf. Was vorne mit dem Einkaufswagen durch die Eingangstür rausgeschoben wird, muss hinten erst einmal reinkommen. Bei 10 000 Produkten, die auf 1000 Quadratmetern Lebensmittelfläche in diesen Adventstagen nahezu lückenlos bereitstehen, eine logistische Leistung.

Auspacken, einsortieren. Es will kein Ende nehmen.

Auspacken, einsortieren. Es will kein Ende nehmen. Foto: Ulrich Gösmann

In den letzten Stunden vor dem Fest sind neben den Frischeartikeln Süßwaren die Spitzenreiter. „Haben Sie keine Mon Cheri mehr?“ fragt eine Kundin Freitag früh. Jörg Meier vertröstet blitzschnell: „Kommt heute Mittag wieder rein.“ Aber auch Konserven – ob Erbsen in der Dose oder Rotkohl im Glas – schaffen es als eiserne Reserve in überfüllte Einkaufswagen, als wolle Weihnachten diesmal nicht enden. Eine Kundin ruft einer Bekannte rüber, eigentlich nur noch ein Päckchen Butter kaufen zu wollen, steht dann aber doch mit halbvollem Wagen an der Kasse.

Am Morgen vergriffen, am Mittag wieder da.

Am Morgen vergriffen, am Mittag wieder da. Foto: Ulrich Gösmann

Zeitliche Empfehlungen für diesen Samstag kann Jörg Meier keine geben: „Wir haben ab sieben Uhr alle Kassen besetzt.“ Personal: 50 Prozent Plus. In der Mittagszeit könnte es kurz abflauen, bevor es dann wieder anziehe. Zum Abend werde es wahrscheinlich langsam ruhiger. Dann aber auch leerer in den Regalen.

Sollte ihm am Sonntag noch was fehlen? Jörg Meier lacht – und winkt energisch ab. „Den Sonntag boykottiere ich.“ Auch für ein Päckchen Butter werde er seinen Laden nicht noch mal aufschließen – oder gar einen anderen Markt ansteuern.

Erst mal einen Parkplatz finden.

Erst mal einen Parkplatz finden. Foto: Ulrich Gösmann

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