Till Hoheneder im Büz
Fans forderten: „Hier bleiben!“

Ahlen -

Als Comedian kennen ihn die Ahlener. Als Musiker lernten sie ihn erst richtig kennen: Till Hoheneder, verstärkt durch „The Slowhand All Stars“, trat im Bürgerzentrum Schuhfabrik auf.

Dienstag, 02.05.2017, 17:05 Uhr

Genoss den Schlussapplaus sichtlich: Till Hoheneder (l.) beim Konzert mit den „Slowhand All Stars“ im Büz.
Genoss den Schlussapplaus sichtlich: Till Hoheneder (l.) beim Konzert mit den „Slowhand All Stars“ im Büz. Foto: Christian Feischen

„Hier bleiben!“ Die begeisterten Rufe nach den Zugaben waren schließlich unüberhörbar: Über zwei Stunden lang erlebten rund 150 Bluesrock-Fans am Samstagabend im Saal des Bürgerzentrums die Musik von Bob Dylan und Eric Clapton. Dort präsentierten „ Till Hoheneder & The Slowhand All Stars“ ihr kurzweiliges Programm mit vielen Klassikern der beiden Gitarren- und Songwriter-Ikonen von „Like A Rolling Stone “ bis hin zu „Cocaine“.

Den ersten Teil des Konzerts dominierten Songs von Bob Dylan. Souverän präsentierte Frontmann Till Hoheneder auch wortgewaltige Kompositionen des vor kurzem mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichneten Songpoeten. Nach dem immerhin sieben Strophen umfassenden „Dignity“ meinte der aus Hamm stammende Allroundkünstler in seiner ihm eigenen lockeren Art: „Wer denkt, das war schon lang - es geht noch mehr!“ Das bewies er gleich darauf mit dem noch textreicheren Dylan-Klassiker „Tangled Up In Blue“.

Mit den „Slowhand All Stars“ standen neben dem charismatischen Hoheneder fünf erfahrene Musiker auf der Büz-Bühne: So wirkte der virtuos an der Gitarre aufspielende Michael Dommers schon bei „Wallenstein“ mit, Schlagzeuger Jürgen Friesenhahn beim „Rocktheater Nachtschicht“ und Peter Jureits, der das Klangbild bei der Dylan- und Clapton-Hommage am Akkordeon bereicherte, bediente unter anderem bei „Grobschnitt“ die Tasten. Mit Stefan Lamberty an Piano und Hammond-Orgel sowie Bassist Dirk Schulte geriet das Tribute-Konzert zu einem unterhaltsamen Bluesrock-Abend, bei dem die „Slowhand All Stars“ - benannt nach dem Spitznamen Eric Claptons - immer rockiger wurden. Im Gegensatz zu eifrigen Kopisten manch anderer Tribute-Bands setzten sie dabei durchaus eigene Akzente bei ihren Interpretationen der Originale. Und das kam beim Publikum bestens an. Geradezu bejubelt wurden etwa die „Crossroads“, die Clapton einst mit der Band „Cream“ spielte. Besonders viel Applaus gab es für den 70er-Jahre-Hit „Promises“.

„Verdammt, ich liebe diesen Song“, meinte Till Hoheneder, dessen Talent als Comedian nicht verborgen blieb. Da geriet der Wechsel von der akustischen zur elektronischen Gitarre schon mal zur verbalen „Umbaupause“ oder so manche Anmoderation zur amüsanten Kurzgeschichte. Wie etwa die über einen alten Ford Taunus in der Waschstraße, als ein Eric Clapton-Song im Autoradio lief, wie Hoheneder erzählte. Solch komödiantische Einlagen erinnerten zwar ein wenig an „Till & Obel“-Zeiten, blieben aber unterhaltsames Zwischenspiel im Dylan- und Clapton-Songreigen, der mit einer besonders langen Version von „I Shot The Sheriff“ dem Ende zuging.

Nach dem Mitsing-Song „Handle With Care“, mit dem Bob Dylan in den 1980er Jahren als „Travelling Wilbury“ einen großen Hit landete, verließ die Band die Bühne. Und das unter eben jenen spontanen „Hier bleiben!“- statt „Zugabe“-Rufen aus dem Publikum – einer bei Live-Konzerten überaus seltenen und besonderen Würdigung der Leistung der Musiker.

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