Sommerfest Förderverein Fördertürme
Bis ganz oben 204 Treppenstufen

Ahlen -

Noch heute fasziniert die Imposanz der Zechengebäude viele Menschen. Das wurde beim Sommerfest des Fördervereins am Sonntag deutlich – trotz weniger sommerlichen Wetters.

Sonntag, 21.08.2016, 19:08 Uhr

Wir waren oben! Der Fotobeweis schadet natürlich nicht, wenn man die 204 Stufen auf das 45 Meter hohe Gerüst schon geschafft hat.
Wir waren oben! Der Fotobeweis schadet natürlich nicht, wenn man die 204 Stufen auf das 45 Meter hohe Gerüst schon geschafft hat. Foto: Christian Feischen

Ein bergmännisches „Glück auf!“, gespielt vom „Ruhrkohle-Orchester“, durfte selbstverständlich nicht fehlen: Die zahlreichen Besucher, die am Sonntag zum Zechengelände gekommen waren, erlebten bei durchwachsenem Wetter ein umfangreiches Programm des Fördervereins Fördertürme. Viele nutzten ab der Mittagszeit die Gelegenheit, beim Sommerfest die 45 Meter hohe Stahlkonstruktion zu besteigen, über die ehemals die Kumpel der Zeche unter Tage fuhren und Kohle nach oben beförderten.

„Glück auf!“ hatte auch Bürgermeister Dr. Alexander Berger in seinem Grußwort bei der offiziellen Eröffnung gewünscht. „Gut, dass das Zechengelände erhalten worden ist“, richtete Berger das Wort an Herrmann Huerkamp von der Projektgesellschaft Westfalen mbH und Christian Tripp , den Vorsitzenden des Fördervereins Fördertürme. Mit Blick auf das gleichzeitig stattfindende Sattelfest sprach Berger die noch auszubauende Infrastruktur an: Die ehemalige Trasse der Zechenbahn solle als Radschnellweg zunächst bis nach Hamm ausgebaut werden. „Wäre doch schön, wenn man von Ahlen durchs Ruhrgebiet bequem mit dem Fahrrad bis nach Düsseldorf kommen könnte“, meinte Berger lächelnd.

Sommerfest 2016 des Fördervereins Fördertürme

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  • Musik und Spannung auf der alten Zeche „Westfalen“ Musik und Spannung auf der alten Zeche „Westfalen“ Foto: Christian Feischen
  • Musik und Spannung auf der alten Zeche „Westfalen“ Foto: Christian Feischen
  • Musik und Spannung auf der alten Zeche „Westfalen“ Foto: Christian Feischen
  • Musik und Spannung auf der alten Zeche „Westfalen“ Foto: Christian Feischen
  • Musik und Spannung auf der alten Zeche „Westfalen“ Foto: Christian Feischen
  • Musik und Spannung auf der alten Zeche „Westfalen“ Foto: Christian Feischen
  • Musik und Spannung auf der alten Zeche „Westfalen“ Foto: Christian Feischen
  • Musik und Spannung auf der alten Zeche „Westfalen“ Foto: Christian Feischen
  • Musik und Spannung auf der alten Zeche „Westfalen“ Foto: Christian Feischen
  • Musik und Spannung auf der alten Zeche „Westfalen“ Foto: Christian Feischen
  • Musik und Spannung auf der alten Zeche „Westfalen“ Foto: Christian Feischen

Oben auf dem Turm bot sich währenddessen ein Panoramablick nicht nur über Ahlen, sondern je nach Himmelsrichtung auch weit bis nach Beckum oder Dolberg. Das faszinierte vor allem diejenigen, die zum ersten Mal dabei waren. Andere kannten den beeindruckenden Ausblick schon, waren aber, trotz nicht allerbester Witterung und Sicht, gleichermaßen und „immer wieder neu begeistert“, als sie auf dem Wahrzeichen des Bergbaus in Ahlen standen.

Auf geführte Besichtigungen wurde in diesem Jahr verzichtet. Stattdessen standen auf den Treppen, die den Turm des Schachtes I hinaufführen, Streckenposten bereit, die kenntnisreich alle Fragen interessierter Besucher beantworteten. So wie Jörg Brehme und Wolfgang Danzer, die über die Geschichte der ehemaligen Zeche „Westfalen“ zu erzählen wussten. Oben angekommen, konnte man da unter anderem erfahren, dass man soeben 204 Treppenstufen erklommen hatte.

Die gesamte Besucherzahl scheint im Vergleich zu den Vorjahren rekordverdächtig.

Vorsitzender Christian Tripp

Unter den Fördertürmen unterhielten neben der Bergkapellen-Musik des „Ruhrkohle-Orchesters“ musikalisch auch der Shanty-Chor oder am späteren Nachmittag die Ahlener Band „The Roots“. In der Maschinenzentrale präsentierte zudem die Bielefelder Künstlerin Luise Krolzik ihre Installation „Marias Memoiren“. „Maria“ ist eine Schaufensterpuppe, die im Zentrum der mit zahlreichen Objekten bestückten Kunstaktion steht. Gleichzeitig stattfindende Führungen durch die Maschinenzentrale mit dem ehemaligen Bergmann Peter Pryzlucky ergänzten die Ausstellung. Auch Luise Krolzik nahm wie viele Besucher ihrer Installation nach dem informativen Rundgang durch die große Halle nochmal ganz neu wahr: Gegenwartskunst traf da auf Industriegeschichte und beides bereicherte sich gegenseitig auf erstaunliche Weise, wie nicht wenige Kunst- und Bergbauinteressierte meinten.

Der Shanty-Chor aus Warendorf wartete mit Seemannsliedern und einem stimmungsvollen „Junge, komm bald wieder“ auf, zu dem ausgiebig mitgesungen wurde. Für die „Roots“ aus Ahlen war der Auftritt zum Schluss des Förderturm-Festes ein Heimspiel. Schließlich sind Wolfgang Brand oder Josef Steffens, die an den Gitarren beim Quintett mitwirkten, auch von anderen Bands und besonders von „Rock am Schacht“ her bekannt.

Während ihre rockigen Oldies aus den 60er und 70er Jahren erklangen, zeigte Christian Tripp sich sehr zufrieden mit dem Sommerfest: Mindestens 500 Besucher seien auf den Förderturm gestiegen. „Die gesamte Besucherzahl scheint im Vergleich zu den Vorjahren rekordverdächtig“, meinte Tripp. Da war das Fest noch nicht zu Ende und zu den Klängen der „Roots“ wurde weiter gefeiert.

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