„Nein“ von Ahlens Ortslandwirt
B58n: Bauern gegen „Flächenfraß“

Ahlen -

Ralf Storkamp gibt eins zu bedenken: In der momentan geplanten Trasse durchschnitte die B 58n Land von bis zu 20 Bauern. Pächter sind da noch nicht eingerechnet. Als Interessensvertreter vermisst der Ortslandwirt die entsprechende Kommunikation. Und der Sinn der Nordumgehung steht für ihn keinesfalls fest.

Donnerstag, 21.04.2016, 20:04 Uhr

Da soll sie durchgehen, die B 58n: Ortslandwirt Ralf Storkamp mit Frau Barbara an der Beckumer Straße. Im Hintergrund das alte Zementwerk Bosenberg.
Da soll sie durchgehen, die B 58n: Ortslandwirt Ralf Storkamp mit Frau Barbara an der Beckumer Straße. Im Hintergrund das alte Zementwerk Bosenberg. Foto: Jörg Pastoor

Er legt Wert auf eine sachliche Diskussion, auf umfangreiche Information. Deshalb kann sich Ralf Storkamp , Ortslandwirt und damit Interessensvertreter von rund 150 Ahlener Bauern, auch einen Kritikpunkt im Zusammenhang mit der gerade diskutierten Bundesstraße 58n nicht verkneifen: „Wir sind die Grundeigentümer. Es kann nicht sein, dass die Rechte des Eigentümers außer Acht gelassen werden.“ Storkamp ruft seine Mitglieder zur Teilnahme an der Informationsversammlung der Gegner kommenden Montag auf, wenn sie sich, wie er, von der höheren Priorisierung der Nordumgehung überfahren fühlen.

Eine überschlägige Rechnung auf dem Zettel des 47-Jährigen mündet in formulierten Zweifel. „Es sollen 18,8 Hektar Flächenbedarf nur für die Straße sein. Aber wenn ich die übliche Breite, also 22 Meter, mal 8,4 Kilometer Länge sehe – ob das richtig veranschlagt ist. . .“

Es kann nicht sein, dass die Rechte des Eigentümers außer Acht gelassen werden.

Ralf Storkamp

Während Storkamp mit dem Finger die bisher zur Rede stehende gelbe Trasse auf dem Plan des Bundesverkehrsministeriums abfährt, kommt er schnell auf eine Zahl „zwischen 15 und 20“. Grundstückbesitzern nämlich, in den meisten Fällen Kollegen; die auf den Flächen eventuell wirtschaftenden Pächter sind da nicht eingerechnet. Dass es anders gehe, wisse er: „Wir haben doch auf Stadtebene Gespräche geführt, um den Flächenfraß insgesamt zu reduzieren“, sagt Ralf Storkamp. Das habe auch geklappt. Etwa, wenn es um vorrangige Nutzung von Brachen wie der Zeche für neue Gewerbeansiedlungen ging. Oder von Baulücken, statt auf der grünen Wiese – meist ebenfalls Äckern – neue Wohngebiete auszuweisen. „Man könnte die betroffenen Eigentümer doch mal einladen.“ Dann könne man sich auch über die Richtigkeit von Gutachten unterhalten. Oder über die Trassenführung, die sich gar nicht mehr wesentlich verändern könne: An der einen Seite seien sonst Reserveflächen für das Gewerbegebiet Olfetal bedroht, Richtung Beckum müsse man sonst Wald durchschneiden, was er für wenig wahrscheinlich, weil kaum durchsetzbar, hält.

Storkamp sieht die Trassenführung als gar nicht groß verlegbar an, sollte die B 58n weiterverfolgt werden.

Storkamp sieht die Trassenführung als gar nicht groß verlegbar an, sollte die B 58n weiterverfolgt werden. Foto: Jörg Pastoor

Storkamp bemängelt zudem die schwierige Navigation auf der Internetseite des Ministeriums, auf der die Einwände gegen Straßenvorhaben wie die B 58n eingetragen werden können. Er empfiehlt seinen Mitgliedern, sich Montagabend um ASG-Clubheim am Sportpark Nord einzufinden. Ab 19.30 Uhr wollen die Gegner des Projektes über ihren Widerstand informieren.

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