Grüne kritisieren Straßenbau-Resolution
Zwölf eingesparte Minuten kosten 200 Millionen

Kreis Warendorf -

Den Ausbau der B 64  sowie der Bau weiterer Umgehungsstraßen hatten Landrat und Bürgermeister kürzlich gefordert. Jetzt machen die Grünen dagegen mobil.

Mittwoch, 19.09.2012, 09:09 Uhr

„Die Straßenbau-Resolution des Kreises ist ein Programm für Flächenfraß und Klimaschädigung . Es bedroht die Lebensgrundlage vieler Menschen im Kreis, es treibt die Pachtpreise für Ackerland hoch, es fördert den Lkw-Verkehr, den wir aus Klimaschutzgründen reduzieren müssen. Und es enthält keinen Ansatz für eine zukunftsweisende klimaschonende Mobilität.“ Das sind für den grünen Kreissprecher Ali Bas die Kritikpunkte an der jüngsten Resolution von Landrat und Bürgermeistern zu Umgehungsstraßen .

Dem Kreis fehle eine Wirtschaftspolitik, die zur Energiewende passe. Überdies seien die Straßenbaufantasien ein „Schuldenmacher-Programm“ für die Ewigkeit. „Wer 200 Millionen Euro für die Verkürzung der Fahrtzeit von Telgte nach Rheda um zwölf Minuten ausgeben will, der stößt bei a Haushaltspolitikern auf Unverständnis“, so Bas.

Die Grünen werfen den Befürwortern ferner vor, keine Rücksicht auf die heimische Landwirtschaft zu nehmen. Durch die geplanten Baumaßnahmen würden über 200 Hektar landwirtschaftliche Fläche vernichtet. „Ob sie sich gefragt haben, wie viele Höfe dabei draufgehen?“ kritisiert Bas. Auch über die Situation der Menschen, die entlang der neuen Trassen wohnen, verliere die Resolution kein Wort. Zumindest in Warendorf lebten weitaus mehr Menschen an der Trasse der „Münsterland-Autobahn“ als an der bisherigen Straßenführung durch die Stadt.

Die gewünschte Straßenbauplanung löse kein Problem, sie schaffe nur neue. Eines der großen Probleme des Kreises sei, dass er für junge, gut ausgebildete Menschen und deren Familien an Attraktivität verloren habe. „Diese Menschen erwarten intelligente Lösungen für ihre Mobilitätsanforderungen. Daran messen sie auch die Zukunftsfähigkeit ihres Wohnortes.“ Deshalb müssten Konzepte zum Einsatz von Elektromobilität vorangetrieben werden. „Unser Ziel muss es sein, Güter- und Pkw-Verkehr auf der Straße zu reduzieren.“

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