Judoabteilung hat rund 90 Mitglieder
THC Westerkappeln kämpft auf die sanfte Tour

Westerkappeln -

Werner Härle, der beim THC Handball spielte und Mannschaften trainierte, musste immer nach Lengerich fahren, um seinen Lieblingssport Judo ausüben zu können. Der Auslöser, sich im Verein auf den „sanften Weg“, so die wörtliche Übersetzung des japanischen Wortes „judo“, zu begeben, war eine Karate-Vorführung im Rahmen einer Veranstaltung in der Dreifachsporthalle.

Donnerstag, 16.05.2019, 14:30 Uhr aktualisiert: 20.05.2019, 13:28 Uhr
Wenn sich die Trainer gegenseitig aufs Kreuz legen, wie hier Hannes Weiner, Leiter der THC-Judoabteilung, seinen Stellvertreter Andre Witte, kann der Judo-Nachwuchs jede Menge lernen.Werner Härle erinnert sich gerne an die Zeit zurück, als Werner Schröer ihn mit einem knappen „Mach mal“ gebeten hat, die Judoabteilung zu gründen. Foto: Dietlind Ellerich

Es ist eine quirlige Truppe, die am späten Mittwochnachmittag die Turnhalle der Grundschule am Bullerdiek in Beschlag nimmt. Die Jüngste ist gerade fünf Jahre alt, die Ältesten nähern sich mit großen Schritten der Pubertät. Kein einfaches Unterfangen, allen Sportlern gleichermaßen gerecht zu werden und mit ihnen Kampfsport zu trainieren.

Hannes Weiner gelingt das. Der 28-Jährige ist nicht nur Judotrainer beim THC Westerkappeln, sondern leitet seit über zwei Jahren auch die Abteilung des Vereins. Auf die Unterstützung seines Stellvertreters André Witte kann er sich ebenso verlassen wie auf die Jugendtrainer, die mit ihm am Start sind.

„Ich bin froh, dass Hannes das macht“, räumt sein Vorgänger Werner Härle ein. Der heute 77-Jährige weiß die Abteilung bei Weiner in guten Händen. Das war ihm wichtig, als er Ende 2016 nach mehr als 40 Jahren den Dienst als Trainer quittierte. Kein Wunder, die Sparte war Härle, der 1969 zu den Gründern des THC gehörte, ans Herz gewachsen. Er hatte sie 1974 selber auf den Weg gebracht.

Nicht ganz uneigennützig, denn Härle, der beim THC Handball spielte und Mannschaften trainierte, musste immer nach Lengerich fahren, um seinen Lieblingssport Judo ausüben zu können. Der Auslöser, sich im Verein auf den „sanften Weg“, so die wörtliche Übersetzung des japanischen Wortes „judo“, zu begeben, war eine Karate-Vorführung im Rahmen einer Veranstaltung in der Dreifachsporthalle. „Das ist nicht unser Weg“, war sich Härle mit dem THC-Vorstand um den damaligen und heutigen Vorsitzenden Werner Schröer einig. „Mach mal“, kurz und knapp hatte er Härle grünes Licht für die Gründung der neuen Sparte gegeben.

Werner Härle erinnert sich gerne an die Zeit zurück, als Werner Schröer ihn mit einem knappen „Mach mal“ gebeten hat, die Judoabteilung zu gründen.

Werner Härle erinnert sich gerne an die Zeit zurück, als Werner Schröer ihn mit einem knappen „Mach mal“ gebeten hat, die Judoabteilung zu gründen. Foto: Dietlind Ellerich

Trainingszeiten in der Turnhalle der Grundschule waren schnell organisiert, 30 angehende Judoka am Start, die im Wechsel auf den blauen Turnmatten und dem Schwingboden Fall- und Wurfübungen machten. „So geht das nicht“, war Härle bald klar.

Er aktivierte seine Kontakte nach Lengerich und holte fortan einmal in der Woche 20 sperrige und schwere Judomatten mit dem Bulli. Jeweils eine halbe Stunde Fahrt hin und zurück, Ein- und Ausladen der zwei mal ein Meter großen Matten, Leinenbänder aus-, die Matten und eine Plane auflegen, alles miteinander verknüpfen, „das war ein hoher Aufwand, aber eine gute Auflage zum Falle“, erinnert sich Härle heute. Gut dass der damalige Gemeindedirektor Horst Wermeyer ein Einsehen hatte und den Kauf der ersten „vereinseigenen“ Matte unterstützte.

Die besseren Trainingsbedingungen taten der Abteilung gut. Erste Gürtelprüfungen und gute Platzierungen von Westerkappelner Judoka bei Kreis- und Bezirksmeisterschaften folgten.

Vor mehr als zwei Jahren hat Weiner, der lange unter dem Übungsleiter Werner Härle trainiert hat, die Leitung der THC-Sparte übernommen.

Vor mehr als zwei Jahren hat Weiner, der lange unter dem Übungsleiter Werner Härle trainiert hat, die Leitung der THC-Sparte übernommen. Foto: Dietlind Ellerich

Heute hat die Judoabteilung des THC rund 90 Mitglieder. Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben ihre Hallenzeiten immer montags, mittwochs und freitags.

„Jungs und Mädels, einmal an die weiße Linie“, ruft Hannes Weiner in die Menge. Vor die Fallübungen, den Fußfeger und den Hüftwurf haben die Trainer das ordentliche Auslegen der erst wenige Monate alten „neuen“ Matten gelegt.

Von optimalen Trainingsbedingungen wie im Jubiläumsjahr anlässlich des 50-jährigen Vereinsbestehens konnte der Mann, der die THC-Sparte Mitte der 1970erJahre eingerichtet und mehr als vier Jahrzehnte begleitet hat, nur träumen. Dankbar ist Werner Härle auch seinen direkten Nachfolgern an der Spitze der Judoabteilung. Mit Heinz Wolfram und Dieter Alt habe er immer gut zusammengearbeitet, versichert der 77-jährige. „Wir haben uns immer gut ergänzt und viel Spaß gehabt“, erinnert er sich gerne an die Zeit zurück.

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