Prozess um Vergewaltigung
Richterin ruft erneut den Rettungswagen

Westerkappeln/Ibbenbüren/Münster -

Ein zweites Mal rückte der Rettungsdienst an, ein zweites Mal wurde die Verhandlung abgebrochen: Auch am Montag wurde der Angeklagte im Prozess um eine Vergewaltigung vor dem Landgericht Münster in eine Klinik gebracht.

Montag, 11.02.2019, 17:14 Uhr aktualisiert: 11.02.2019, 17:42 Uhr
 Weil er eine Frau im Schlaf vergewaltigt haben soll, muss sich vor dem Landgericht Münster seit Kurzem ein Mann aus Westerkappeln verantworten. Foto: dpa

Die  Staatsanwaltschaft  wirft dem Mann aus Westerkappeln vor, sich an einer Frau aus Ibbenbüren vergangen zu haben, während diese auf dem Sofa in ihrem Wohnzimmer schlief. 

Wie schon am Donnerstag (wir berichteten ), hatte der Angeklagte erneut vehement schriftlich wie mündlich gefordert, seine Pflichtverteidigerin auszutauschen, weil er „nicht richtig vertreten“ werde. Die Vorsitzende Richterin erklärte ihm daraufhin mehrfach und in aller Deutlichkeit, dass er dafür Gründe vorbringen müsse. Diese wollte der Mann aber auch auf eindringliche Nachfragen hin nicht preisgeben – beziehungsweise nur nach Rücksprache mit seinem neuen Anwalt. Sonst werde alles gegen ihn verwendet, so die Meinung des Mannes.

Angeklagter wollte männlichen Verteidiger 

Die Pflichtverteidigerin erinnere sich daran, dass der Angeklagte einen Mann als Verteidiger hätte haben wollen. Ob es darum gehe, dass er lieber von einem Mann vertreten werden wolle, fragte die Richterin. „Ich wollte einen normalen Anwalt, keinen zugewiesenen Pflichtverteidiger“, übersetzte der Dolmetscher die Antwort des Angeklagten. Er habe „natürlich keine Frau“ gewollt.

Die Richterin machte deutlich, dass seine Geständigkeit dem 46-Jährigen bislang „erhebliche Pluspunkte“ verschafft hätte. Es gebe keine Anhaltspunkte, dass er nicht gut vertreten werde. Ein neuer Anwalt könne nur zu den Plädoyers in den Fall einsteigen, die Beweisaufnahme sei geschlossen.

Mann wirkte bewusstlos

Während das Gericht über den Antrag beriet, spielten sich in der Zelle hinter dem Saal offenbar ähnliche Szenen ab wie am Donnerstag. Laut Notarzt wirke der Mann bewusstlos, so die Richterin. Ein neuer Termin wurde für den 19. Februar anberaumt.

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