Chronik „Im tiefen Norden“ beschäftigt sich mit 500 Jahren Kohleregion
Geballte Bergbau-Geschichte

Tecklenburger Land -

784 Seiten stark, vier Kilogramm schwer, das ist die Chronik „Im tiefen Norden – Die Geschichte des Steinkohlenbergbaus in Ibbenbüren“, die kürzlich in den Räumen der RAG Anthrazit Ibbenbüren GmbH präsentiert wurde. Der Autor ist Dr. Gunnar Gawehn.

Freitag, 08.02.2019, 12:08 Uhr
Sie präsentierten die Chronik „Im tiefen Norden – Die Geschichte des Steinkohlenbergbaus in Ibbenbüren“ (von links): Dr. Dirk Paßmann (Leiter des Aschendorff-Buchverlages), Dr. Heinz-Werner Voß (Sprecher der Geschäftsführung der RAG Anthrazit Ibbenbüren GmbH), Dr. Gunnar Gawehn (Autor), Dr. Marlene Klatt (Redaktion Chronik), Dr. Michael Farrenkopf (Leiter des Montanhistorischen Dokumentationszentrums beim Deutschen Bergbau-Museum Bochum) und Jörg Buhren-Ortmann (Arbeitsdirektor der RAG Anthrazit Ibbenbüren GmbH). Foto: Claus Kossag

Die Chronik zeigt die Geschichte des Steinkohlenreviers in unserer Region von den Anfängen Mitte des 16. Jahrhunderts über die Entwicklungsphase des Werksbetriebs in der industriellen Expansionsphase bis zur engen Verknüpfung mit der Kraftwerkswirtschaft auf, die den Bergwerksbetrieb seit dem 20. Jahrhundert prägte. Das Werk ist das Ergebnis eines Forschungsvorhabens, das im Montanhistorischen Dokumentationszentrum beim Deutschen Bergbau-Museum Bochum in enger Kooperation mit der RAG Anthrazit Ibbenbüren GmbH sowie der RAG Aktiengesellschaft durchgeführt wurde, heißt es in einer Pressemitteilung.

Dr. Heinz-Werner Voß, Sprecher der Geschäftsführung der RAG Anthrazit Ibbenbüren GmbH, dankte den Historikern, Heimatforschern und weiteren Mitstreitern des Chronik-Teams für „geballte Kompetenz“. Die Chronik leiste einen wichtigen Beitrag, der 500-jährigen Bergbaugeschichte in der Region Rechnung zu tragen. Sie trage dazu bei, auch künftig Traditionen und Erfahrungen zu bewahren. Dabei nehme der Mensch im Bergbau einen breiten Teil ein.

Der Autor, Dr. Gunnar Gawehn , der bereits eine Chronik zum bereits geschlossenen Bergwerk Auguste Victoria (Marl) verfasst hat, bezeichnete die Quellenlage des Ibbenbürener Bergbaureviers als außerordentlich gut. Angesichts der 500-jährigen Geschichte sei das Aufkommen in den Archiven bis hin zu Unterlagen von Privatpersonen immens gewesen. Und so kommen in der Chronik nicht nur die Werksgeschichte, sondern auch der ganze Wirtschaftsraum und andere Industriezweige der Region vor.

Das Bergwerk Ibbenbüren sei reich an Besonderheiten. Gawehn nannte unter anderem den Siedlungsbau und die Verbindung Landwirtschaft und Bergbau, die spätere enge Verbindung mit dem Kraftwerk, herausragende technische Pionierleistungen wie Kohlehobel, die Beharrlichkeit der Bergleute, um den Standort zu kämpfen, oder die enge Ortsverbundenheit mit einem großen Rückhalt in der Bevölkerung.

Historikerin Dr. Marlene Klatt, Mitglied des Redaktionsteams, nahm die Gäste dann mit auf eine kleine Reise durch die zahlreichen Archive. Sie zeigte Akten-Schätze, alte Karten oder auch Skizzen wie die einer Drahtseilbahn nach Laggenbeck aus dem Jahr 1925. Und auch Schriftstücke aus den Zeiten des Kampfs um den Erhalt der Zeche aus den 80er Jahren waren dabei. Da seien auch reichlich Emotionen im Spiel gewesen.

Dr. Michael Farrenkopf, Leiter des Montanhistorischen Dokumentationszentrums beim Deutschen Bergbau-Museum Bochum, sagte, Ziel sei es angesichts des Auslaufs auch, den Bergbau aus wissenschaftlicher Sicht aber für jedermann verständlich zu würdigen. Und: „Diese Region wird man ohne die DNA Steinkohle nicht verstehen können.“ Mit dem Buch „Im tiefen Norden“ sei ein sogenanntes Standardwerk entstanden, das sehr valide die Historie beschreibe. Für die Leistung, ein solches Werk in solcher Zeit umzusetzen, hatte er diesen Satz parat: „Bergbau ist nicht eines Mannes Sache.“ Zweieinhalb Jahre intensive Arbeit liegen hinter den Frauen und Männern des Lenkungskreises und ihrer Mitstreiter.

Die Chronik ist im Aschendorff Verlag, Münster, erschienen und kostet 29,80 Euro. Sie ist im Buchhandel erhältlich oder beim Verlag selbst.

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