Westerkappelner muss sich vor dem Landgericht verantworten
Ibbenbürenerin im Schlaf vergewaltigt?

Westerkappeln/Ibbenbüren/Münster -

Vor der 1. Großen Strafkammer des Landgerichts Münster muss sich seit Mittwoch ein 46-Jähriger wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung verantworten.

Mittwoch, 30.01.2019, 15:22 Uhr aktualisiert: 31.01.2019, 14:52 Uhr
Vor dem Landgericht Münster muss sich derzeit ein mann wegen des Vorwurfes der Vergewaltigung verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann aus Westerkappeln vor, sich an einer Frau vergangen zu haben, während diese auf dem Sofa in ihrem Wohnzimmer schlief. Und das während ihr vierjähriger Sohn sich ebenfalls im Wohnzimmer aufhielt und am Fernseher mit einer Playstation spielte. Ihr Lebensgefährte schlief derweil nebenan im Schlafzimmer. Der Täter und das Paar sind gute Bekannte, verbringen des Öfteren ihre Freizeit miteinander, ihre Kinder spielen manchmal zusammen.

Tatort ist eine Wohnung in Ibbenbüren gewesen.

Dem Mann, der an diesem Vormittag neben seiner Verteidigerin auf der Anklagebank in Saal A 10 Platz genommen hat, fällt es sichtlich schwer, die Tat zu schildern. Immer wieder stockt er während der Anhörung, lässt Einzelheiten aus, versucht die Tat zu verharmlosen.

Im vollen Umgang räumt er die mutmaßliche Vergewaltigung erst ein, nachdem die Vorsitzende Richterin ihn auf die strafmildernde Wirkung eines solchen Geständnisses aufmerksam macht. Erspart dieses doch dem Opfer die unangenehme Situation, dem Gericht die Details zu der Tat schildern zu müssen.

Der Tag, an dem der Anklagte in den späten Abendstunden die Ibbenbürenerin vergewaltigt haben soll – es war der 25. August 2018 –, begann wie zuletzt offenbar fast jeder Tag im Leben des Westerkappelners: Nach dem Aufwachen spazierte er zu einer nahe gelegenen Tankstelle, nahm ein paar Flaschen Bier aus dem Regal und bezahlte. Der Alkohol, erläuterte er dem Gericht, lasse die Kopfschmerzen verschwinden, die von zu viel Bier am Vortag kommen. Als er an dem Samstagvormittag im Sommer vergangenen Jahres ein, zwei Flaschen geleert hatte, habe er sich gegen Mittag wieder schlafen gelegt. Am Abend habe er sich dann mit dem Auto auf den Weg zu der Wohnung des guten Bekannten gemacht, die sich dieser mit dem späteren Opfer und dem kleinen Sohn teilt. „Als ich klingelte öffnete der vierjährige Junge die Tür“, so der Anklagte. „Ich habe dann gesehen, dass mein Bekannter im Schlafzimmer und die Frau auf dem Sofa im Wohnzimmer schliefen.“ Er habe versucht die beiden zu wecken, indem er sie rüttelte – ohne Erfolg. Sodann habe er eine Weile dem Jungen beim Playstation-Spielen zugeschaut und dabei Bier getrunken.

Schließlich habe er sich zu der Frau aufs Sofa gelegt und angefangen, sie zu streicheln. Kurz darauf soll es zu der mutmaßlichen Vergewaltigung gekommen sein. Die Frau sei daraufhin aufgesprungen und zu ihrem Freund ins Schlafzimmer gerannt. „Ich habe mich angezogen und bin gefahren“, erklärte der Angeklagte mit versteinerter Miene. Einmal noch habe er an dem Abend versucht, mit den beiden Bekannten zu sprechen, diese jedoch nicht angetroffen.

Am Morgen des folgenden Tages standen Polizeibeamte vor der Tür des Westerkappelners und verhafteten ihn. Seither sitzt der 46-Jährige in Untersuchungshaft.

Dem Gericht berichtete er ausführlich von seiner Alkoholsucht, wie seine Frau, mit der er eine inzwischen erwachsene Tochter hat, ihn verließ und er fortan immer öfter zur Flasche griff. Wie er sich anfangs nur am Wochenende, später dann aber auch während der Woche betrank. Wie sich im Frühjahr vergangenen Jahres seine Freundin und Mutter seines Sohnes von ihm trennte und wie er schließlich seine Arbeit verlor.

„Wenn ich Alkohol getrunken habe, ging es mir gut, dann war ich gut gelaunt, habe alle Probleme vergessen“, sagte der Angeklagte. Die bislang drei Aufenthalte in diversen Entzugskliniken hätten ihm nicht geholfen, von der Sucht loszukommen.

Der Prozess wird am 4. Februar fortgesetzt.

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