Ausblick der Volksbanken und der Kreissparkasse für 2019
Bauzinsen billig – Sparen schwierig

Westerkappeln/Lotte -

Krisenstimmung oder anhaltender Boom ? Zinstief oder allmähliche Normalisierung ? Und weiterhin niedrige Zinsen für Häuslebauer oder teurere Darlehen ? Wer wissen will, was die Finanzwelt in diesem Jahr so bringt, braucht eine Glaskugel. Oder er fragt die, die tagtäglich mit Geld zu tun haben. Was wir zu vier verschiedenen Themen getan haben.

Sonntag, 27.01.2019, 14:10 Uhr aktualisiert: 28.01.2019, 12:31 Uhr
Bei Guthabenzinsen gibt es für Sparer weiter nicht viel zu rechnen. Es gibt keine. Foto: Colourbox

Sparen und Guthabenzinsen: In diesem Bereich wird sich auch in diesem Jahr nicht allzu viel tun. Diese Antwort geben sowohl Jörg Wehmeier, Vorstandsmitglied der Volksbank Westerkappeln-Wersen, und die Vorstände der VR-Bank Kreis Steinfurt, Hubert Overesch und Ulrich Weßeler, sowie Rainer Langkamp , Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse ( KSK ) Steinfurt. Ganz einfach: „Es gibt weiter null Prozent“, sagt Wehmeier. Den Kunden der Volksbank Westerkappeln-Wersen würden aber auch keine Negativzinsen in Rechnung gestellt.

„Wir müssen vom Negativzins erst einmal in den positiven Bereich kommen“, heißt es bei Hubert Overesch. Sowohl VR-Bank als auch KSK rechnen damit, dass es beim Leitzins erste kleine Schritte nach oben geben wird. Was noch lange nicht heißt, dass es auch Guthabenzinsen bei VR-Bank und Sparkasse auf Tagesgeldkonten oder Sparbücher gibt. Denn derzeit müssen die Banken immer noch Zinsen zahlen, wenn sie Geld bei der Europäischen Zentralbank parken. Da kann für den Kunden schwerlich Ertrag abspringen.

Jörg Wehmeier: Der Aktienmarkt ist 2018 völlig in die Buxe gegangen.

Jörg Wehmeier: Der Aktienmarkt ist 2018 völlig in die Buxe gegangen. Foto: Björn Meyer

Langkamp erklärt, dass der Leitzins erst einmal um etwa 0,5 Prozentpunkte steigen müsse, damit die Bank selbst überhaupt im positiven Zinsbereich landet. Derzeit gelten laut Langkamp minus 0,4 Prozent – dann wären es gerade einmal 0,1 Prozent Plus. Aber: „Das wird 2019 nach unserer Einschätzung nicht passieren.“ Das Tagesgeldkonto eignet sich also auch in diesem Jahr nur, um den Notgroschen beiseitezulegen. Renditen gibt es für Kurzfristsparer nicht zu holen.

Anlegen in Aktien oder Fonds: Wer Renditen möchte, ist in diesem Bereich richtig, muss aber wohl auch weiterhin mit hohen Schwankungen rechnen. Im vergangenen Jahr sei der Aktienmarkt „völlig in die Buxe gegangen“, bringt es Wehmeier plastisch auf den Punkt. Der Dax habe etwa 18 Prozent verloren, ergänzt Ulrich Weßeler. „Wir gehen davon aus, dass er wieder steigen wird“, sagen die VR-Bank-Vorstände. Das ursprüngliche Hochniveau zum Jahreswechsel 2017/2018 werde aber wohl in diesem Jahr nicht erreicht. Irgendwo um die 12 000 Punkte könnte der Index landen, vermuten die Genossenschaftsbanker.

Bei Aktien müsse der Anleger langfristig denken, empfiehlt Jörg Wehmeier. „Die Einstiegskurse sind jetzt günstig. Kaufen, weglegen und vergessen“, rät der Westerkappelner. In einem Blick auf die vergangenen 100 Jahre, sagt dazu Langkamp, hätten Aktien etwa sieben Prozent pro Jahr gebracht.

Rainer Langkamp: Insgesamt wird 2019 ein günstiges Jahr.

Rainer Langkamp: Insgesamt wird 2019 ein günstiges Jahr. Foto: KSK Steinfurt

Insgesamt, da sind sich Sparkasse und VR-Bank einig, gibt es einige politische und gesellschaftliche Faktoren, die derzeit die Wirtschaft und damit die Möglichkeiten von Aktien stark beeinflussen können. Den Brexit – vor allem den ungeregelten – nennen sowohl Overesch als auch Langkamp, und auch die sprunghafte US-Politik des Donald Trump bleibe für Firmen nicht ohne Folgen. Das spricht nach Meinung der Geldhäuser für höhere Schwankungen. Die VR-Bank sieht allerdings den Fachkräftemangel als noch bedeutenderes Hemmnis, erklären die Vorstände im Gespräch.

Hubert Overesch (links) und Ulrich Weßeler gehen davon aus, dass der DAX wieder steigen wird.

Hubert Overesch (links) und Ulrich Weßeler gehen davon aus, dass der DAX wieder steigen wird. Foto: Christian Busch

Langkamp sieht die deutsche Volkswirtschaft als solide, spricht von einem Umfeld „mit nach wie vor hohen Unternehmensgewinnen.“ Heißt: „Auf lange Sicht werden die Aktienkurse steigen.“

Darlehen für den Hausbau: „Der Markt deutet nicht darauf hin, dass die Zinsen bald steigen“, erklärt Wehmeier. Für einen Hausbaukredit mit einer Laufzeit von zehn Jahren würden aktuell etwa 1,6 Prozent Zinsen verlangt. „Weiter günstige Zinsen“, prognostiziert auch Langkamp für das laufende Jahr. Bei der VR-Bank gilt die gleiche Einschätzung. „Die Zinsen bleiben niedrig“, so die Verantwortlichen.

Die Sparkasse rechnet mit Schwankungen im Zins, die laut Langkamp aber nicht groß ausfallen – möglicherweise auch leichten Steigerungen. Geringe Zinserhöhungen erwartet auch die VR-Bank zum Jahresende.

Girokonten: Alle drei befragten Geldinstitute nennen für ihre Konten die zunehmende Digitalisierung als entscheidend. „Wenn wir da schlafen, werden uns die Krypto-Banken überholen“, mahnt Wehmeier, der damit reine Online-Anbieter meint. Es kommen immer mehr Funktionen in die App, kündigt auch die VR-Bank an, die ansonsten keine Änderungen plane.

Immer einfacher und schneller soll der Umgang mit dem Konto auch bei der Sparkasse werden. Langkamp: „Das Konto entwickelt sich immer weiter.“ Die Volksbank-Westerkappeln sieht sich gut aufgestellt. „Wir haben ein starkes Rechenzentrum auf unserer Seite. Und wir selbst haben uns mit mehreren kleinen Banken zusammengeschlossen und gehen in die Offensive.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6350068?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F188%2F
Sonja Jürgens erstattet Anzeige wegen Verleumdung
„Ich bin ziemlich verletzt.“ Als Reaktion auf Gerüchte, die im Wahlkampf gestreut worden sein sollen. hat Sonja Jürgens jetzt Anzeige gegen Unbekannt wegen Verleumdung erstattet.
Nachrichten-Ticker