Dr. Markus Pieper Ehrengast beim CDU-Grünkohlessen
Starkes Plädoyer für die europäische Idee

Westerkappeln -

Ein starkes Plädoyer für die europäische Idee und dafür, am 26. Mai zur Wahl zu gehen, hielt der Europaabgeordnete Dr. Markus Pieper am Freitag beim traditionellen Grünkohlessen der CDU Westerkappeln. Da es bei der Veranstaltung nicht nur um Politik geht, wurden auch bissige Dönekes serviert.

Sonntag, 20.01.2019, 15:26 Uhr aktualisiert: 20.01.2019, 17:22 Uhr
Es ist angerichtet: Das Service-Team im „Kuckucks-Nest“ Margaretha Laumeyer, Chefin Monique Diekamp und Vivien Jarchow (vorne von links) trug zur Freude der CDU-Spitze (von links) Susanne Hehemann, Dr. Markus Pieper, Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer, Ulrich Jaroschek und der Ortsvorsitzenden Heike Cizelsky (ganz rechts) leckeren Grünkohl, Bratkartoffeln, Mettwurst und Kasselerbraten auf. Poetry Slammer Achim Leufker servierte die Dönekes. Foto: Frank Klausmeyer

Lars Siepmann hat das große Los gezogen. Der Westerkappelner darf demnächst in Begleitung drei Tage in Straßburg verbringen und das Europäische Parlament besuchen. Der Hauptgewinn hat aber einen Haken. Die Einladung zum Kurzurlaub gilt nur, wenn Dr. Markus Pieper in gut vier Monaten erneut ins Europäische Parlament (EP) gewählt wird. Beim traditionellen Grünkohlessen der CDU Westerkappeln bewarb sich der Abgeordnete aus Lotte-Halen als Ehrengast schon einmal für eine Wiederwahl. Vor allem aber hielt er ein starkes Plädoyer für die europäische Idee und dafür, am 26. Mai zur Wahl zu gehen.

Lars Siepmann (Mitte) hat einen Gutschein für eine dreitägige Straßburg-Fahrt gewonnen. Der Haken: Die Reise kann er nur antreten, wenn Europaabgeordneter Dr. Markus Pieper (links) im Mai wiedergewählt wird. Statt Wahl eines Grünkohlkönigs hatte der stellvertretende Ortsvorsitzende Ulrich Jaroschek (rechts) dieses Mal eine Verlosung organisiert.

Lars Siepmann (Mitte) hat einen Gutschein für eine dreitägige Straßburg-Fahrt gewonnen. Der Haken: Die Reise kann er nur antreten, wenn Europaabgeordneter Dr. Markus Pieper (links) im Mai wiedergewählt wird. Statt Wahl eines Grünkohlkönigs hatte der stellvertretende Ortsvorsitzende Ulrich Jaroschek (rechts) dieses Mal eine Verlosung organisiert. Foto: Frank Klausmeyer

Wahlkampfhilfe leisten laut Pieper diejenigen, die der Europäischen Union (EU) den Rücken kehren wollen. Die Diskussion über den sogenannten Brexit zeige, was es bedeute, wenn ein Land die EU verlassen wolle.

Markus Pieper ist in der Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP) Brexit-Beauftragter für die Bereiche Transport und Logistik. „Bei uns brennt die Hütte“, erklärt der 55-Jährige. Das Speditionswesen, aber auch andere Wirtschaftsbereiche, hätten Angst vor einem ungeregelten Ausstieg aus der EU.

Doch nicht nur Unternehmen, sondern auch „normale Menschen“ werde ein harter Brexit treffen, betont Pieper und spricht das Ende der Freizügigkeit bei der Studien- und Arbeitsplatzwahl oder des Roamings ohne Zusatzkosten innerhalb der EU an. „Es gibt Tausende Beispiele dafür, wie die Menschen von Europa profitieren. Die Briten merken jetzt, was sie alles verlieren.“

Darum hofft Pieper, dass das Königreich am Ende doch in der EU bleibt. Gäbe es auf der Insel erneut eine Volksabstimmung, würden heute 60 Prozent gegen einen Austritt stimmen, verweist der Politiker auf aktuelle Umfragen.

Gar kein Verständnis hat der Abgeordnete für die populistischen Forderungen der AfD: Ein von dieser Partei immer wieder geforderter Ausstieg aus der „Weltwährung Euro“ mache die hier hergestellten Produkte in China und den USA dreimal so teuer und Deutschland zur Provinz. „Und wer – wie die AfD – Grenzkontrollen zu den Nachbarländern wieder einführen will, zerschneidet die Lebensadern Deutschlands als Exportnation.“

Die AfD stelle die Notwendigkeit des EU-Parlaments grundsätzlich infrage. Dabei sorge gerade das EP für „Transparenz in der Brüsseler Blase“, erklärt Pieper. „Wir brauchen mehr Rechte für das Europäische Parlament in der EU. Was wir nicht brauchen, sind Rechte im Parlament.“ Darum warb der Halener für eine hohe Wahlbeteiligung. Denn sonst drohe die Gefahr, dass Linke und Rechte, deren Anhänger sicher wählen gingen und gegen Europa seien, überproportional im künftigen EP vertreten sind.

Natürlich habe die EU Fehler gemacht, wie beispielsweise den zu frühen Eintritt von Rumänien und Bulgarien in die Gemeinschaft zugelassen oder Beitrittsverhandlungen mit der Türkei aufgenommen. Auch die Bürokratie sei sicher ein Problem. „Aus diesen Fehlern sollten wir aber lernen und uns nicht von Leuten, die Hass säen, die europäische Idee zerstören lassen“, mahnt Pieper. Und dazu gehöre nicht nur der Binnenmarkt, sondern vor allem Freiheit und demokratische Werte.

Stundenlang hätte der Europaabgeordnete noch so weiterreden können. Doch nach 15 Minuten war Schluss. Die Veranstaltung stehe ja unter dem Motto „Dönekes und Politik“, betonte Ulrich Jaroschek, stellvertretender Ortsvorsitzender der CDU, der für die Organisation des Grünkohlessens verantwortlich zeichnete. Gut 100 Gäste hatten sich dazu im „Kuckucks-Nest“ eingefunden. „Wenn so viele Leute zum Grünkohlessen kommen, spricht das dafür, dass die CDU in Westerkappeln Rückhalt hat“, zollte Pieper den Parteifreunden seine Anerkennung.

Gut 100 Gäste waren zum Grünkohlessen gekommen.

Gut 100 Gäste waren zum Grünkohlessen gekommen. Foto: Frank Klausmeyer

Dabei hätten es noch ein oder zwei Dutzend Teilnehmer mehr sein können. „Ein Tisch ist uns weggebrochen“, sagte Jaroschek. Die Kolpingsfamilie, deren Mitglieder zu den Stammgästen zählen, saß dieses Mal im Gastzimmer nebenan, weil der Verband am gleichen Abend zur Winterwanderung mit Grünkohlessen geladen hatte. Überdies fehlte dieses Jahr eine Delegation aus Ostercappeln. Dafür waren wieder Abordnungen der CDU-Ortsvereine aus Lotte und Mettingen gekommen. Und auch Mitglieder der grünen Ratsfraktionen ließen sich den Grünkohl, Bratkartoffeln, Mettwurst und Kasseler-Braten nach den Grußworten von Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer und ihrer ehrenamtlichen Stellvertreterin Susanne Hehemann sowie dem Statement von Pieper schmecken.

Einen unterhaltsamen Abend erlebten die Gäste des Grünkohlessens der CDU.

Einen unterhaltsamen Abend erlebten die Gäste des Grünkohlessens der CDU. Foto: Frank Klausmeyer

Die Dönekes steuerte als Dessert dann Achim Leufker bei. Der Poetry Slammer aus Rheine hatte vor allem mit seinen witzigen, bissigen und manchmal derben Sprüchen zum Älterwerden die Lacher auf seiner Seite.

Die Dönekes lieferte Poetry Slammer Achim Leufker aus Rheine

Die Dönekes lieferte Poetry Slammer Achim Leufker aus Rheine Foto: Frank Klausmeyer

Dabei nahm der 57-Jährige sich selbst auf die Schippe. Drei Kostproben: „Ich liege zwischen McDrive und Essen auf Rädern.“ „Ich bin in der Phase zwischen gepflegt aussehen und gepflegt werden.“ „Früher bin ich vor dem Fitness-Studio Joggen gegangen. Heute mache ich ein Nickerchen, bevor ich ins Bett gehe.“

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