Pläne für leer stehendes Ladenlokal in Westerkappeln
Bedenken gegen Shisha-Bar

Westerkappeln -

Vor ein paar Monaten noch ronnen hier den Kunden beim Sport die Schweißperlen von den erhitzten Körpern, bald sollen die Gäste beim Wasserpfeife rauchen chillen. Diese Idee schwebt jedenfalls dem Eigentümer des Hauses Kreuzstraße 2 vor. Die Gemeindeverwaltung hat allerdings Bedenken.

Sonntag, 19.11.2017, 17:11 Uhr

Chillen bei Wasserpfeife und alkoholfreien Cocktails schwebt dem Eigentümer für sein noch leer stehenden Ladenlokal an der Kreuzstraße als Nutzung vor. Im Rathaus hält man wenig davon.Bis vor Monaten war in dem Gebäude ein kleines Gesundheitsstudio ansässig.
Chillen bei Wasserpfeife und alkoholfreien Cocktails schwebt dem Eigentümer für sein noch leer stehenden Ladenlokal an der Kreuzstraße als Nutzung vor. Im Rathaus hält man wenig davon.Bis vor Monaten war in dem Gebäude ein kleines Gesundheitsstudio ansässig. Foto: Colourbox

Über das Vorhaben wird am Dienstag der Bauausschuss beraten. Der Antragsteller möchte eine Ausnahme von der Veränderungssperre genehmigt bekommen, die seit dem vergangenen Jahr für den Westerkappeln Ortskern gilt.

Das Ladenlokal gegenüber dem Hasenbrunnen steht seit Sommer leer. Die Betreiber der vorher ansässigen „formstark“-Lounge hatten sich aus wirtschaftlichen Gründen zurückgezogen (WN berichteten). Nun will der Eigentümer dort ein orientalisches Café oder eine Shisha-Bar eröffnen.

Es handele sich um ein Café wie jedes andere, nur mit dem Unterschied, dass es auch Wasserpfeifen und Cocktails ohne Alkohol nach eigener Rezeptur geben solle, erläutert der Eigentümer des Geschäftslokals zu seinem Vorhaben. Süßes, selbst gebackenes Gebäck soll in orientalischen Sitzecken zu kurdischem Tee und arabischem Kaffee angeboten werden. Dieses Café sei vielleicht auch ein gutes Angebot für Flüchtlinge, die sich oft langweilten.

Bis vor Monaten war in dem Gebäude ein kleines Gesundheitsstudio ansässig.

Bis vor Monaten war in dem Gebäude ein kleines Gesundheitsstudio ansässig. Foto: Frank Klausmeyer

Im Rathaus ist man – Leerstand hin oder her – jedoch offensichtlich wenig angetan von den Plänen, wie aus einer Stellungnahme der Bauabteilung zum Antrag für den Bauausschuss hervorgeht. Nach internen Beratungen spricht sich die Verwaltung gegen eine Ausnahme von der Veränderungssperre aus – und zwar aus Gründen des Gesundheitsschutzes. Eine Shisha-Bar verführe junge Erwachsene zum Tabakkonsum. Auch Shishas seien schädlich, da der Tabak aromatisiert sei. Wasserpfeife zu rauchen drohe zum „Event“ zu werden, was den Konsum möglicherweise intensiviere. Damit sei eine Shisha-Bar mit einem Raucherclub zu vergleichen.

Die Verwaltung betont zugleich, dass sie grundsätzlich weder gegen das Gaststättengewerbe ist, noch dass sie Jugendliche benachteiligen wolle. Integration könne alternativ über das gemeindeeigene Begegnungscafé gefördert werden, wie es in der Stellungnahme heißt.

Zum Thema

Die öffentliche Sitzung des Bau- und Tiefbauausschusses beginnt am Dienstag, 21. November, um 18 Uhr im Rathaus. Beraten wird überdies eine Entwicklungssatzung für ein größeres Bauvorhaben an der Eschstraße.

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