Streit im Westerkappelner Gemeinderat
Grundsatzdebatte über Wohnungsbau

Westerkappeln -

Die Diskussion über ein Bauvorhaben an der Eschstraße hat sich am Dienstag im Gemeinderat zur Grundsatzdebatte über die Wohnbaupolitik in Westerkappeln entwickelt. Dabei wurde vor allem aus den Reihen der SPD der Ruf nach mehr sozialem Wohnungsbau laut.

Donnerstag, 12.10.2017, 17:10 Uhr

Schöne Mehrfamilienhäuser sind in jüngerer Vergangenheit an der Gutsallee und an anderen Stellen im Ort gebaut worden. Ob für die Wohnungen aber auch Mietrer mit schmalem Geldbeutel in Frage kommen, ist fraglich.
Schöne Mehrfamilienhäuser sind in jüngerer Vergangenheit an der Gutsallee und an anderen Stellen im Ort gebaut worden. Ob für die Wohnungen aber auch Mietrer mit schmalem Geldbeutel in Frage kommen, ist fraglich. Foto: Frank Klausmeyer

An der Straße am westlichen Ortsrand will ein Investor – wie berichtet – drei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 17 Wohnungen sowie drei Doppelhäuser errichten. Um das Projekt zu verwirklichen, hat er eine sogenannte Entwicklungssatzung beantragt. Einen Bebauungsplan gibt es für das Gebiet nicht. Während CDU und Bündnis 90/Die Grünen das Vorhaben im Bauausschuss begrüßten, votierten SPD und Bürgergemeinschaft für eine Entwicklungssatzung, allerdings wohl mit der Absicht, zu große Gebäude zu verhindern.

Zu einer Entscheidung im Rat kam es am Dienstag allerdings nicht. Das Thema wurde noch einmal an den Bauausschuss verwiesen. Zuvor soll die Verwaltung noch einmal beim Kreis Steinfurt als Genehmigungsbehörde aktuelle Informationen einholen und mit dem Investor Möglichkeiten einer veränderten Planung ausloten.

„Wahrscheinlich können wir das Vorhaben gar nicht verhindern“, meinte Wolfgang Jonas (CDU) mit Hinweis auf die drei neuen großen Mehrfamilienhäuser an der Gutsallee. Der Standort an der Eschstraße sei durch seine unmittelbare Nähe zum Einkaufszentrum an der Heerstraße für so ein Projekt ideal, befand Jonas. „Wir brauchen solche Wohnungen auch für alleinerziehende Mütter oder ältere alleinstehende Menschen.“

„Wir sollten die Kirche im Dorf lassen“, entgegnete Hartmut Restemeyer (SPD). Es handele sich ja wohl um Eigentumswohnungen. „Wir reden nicht von Preisen, die sich Alleinerziehende oder Ältere leisten können.“

Natürlich wolle auch die SPD Investoren anlocken, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank Sundermann. „Ich habe aber auch eine soziale Verantwortung für Leute mit schmalem Geldbeutel und Leute, die hier schon wohnen.“ Das Gesicht der Gemeinde verändere sich derzeit rasend. „Die Leute haben das Gefühl, dass die Politik nichts tun will oder kann“, erklärte Sundermann. „Wenn wir gestalten wollen, müssen wir uns aber auch auf die Suche nach Investoren für den sozialen Wohnungsbau machen“, regte Grit Winkler (CDU) an.

In der deutschen Wirtschaftsordnung sei es so, dass nicht der Staat, sondern in erster Linie private Investoren sich um den Wohnungsbau kümmerten. Bis auf eine Maßnahme habe die SPD in Westerkappeln in der Vergangenheit bei allen Projekten Widerstand geleistet, behauptete Jonas und forderte die SPD auf sich zu erklären, wo diese denn Wohnungsbau wolle. Michael Puke (SPD) warf Jonas eine selektive Wahrnehmung vor. Die SPD habe an verschiedenen Stellen einer Innenverdichtung zugestimmt.

Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer berichtete zum Ende der Ratssitzung, dass sie Kontakt zur Baugenossenschaft Ibbenbüren aufgenommen habe, ob und in welcher Form eine Zusammenarbeit für die Gemeinde Westerkappeln mit dem Verbund möglich ist. Grundsätzlich gebe es wohl die Bereitschaft zur Kooperation, sagte die Verwaltungschefin auf WN-Nachfrage. Der Ibbenbürener Bürgermeister Dr. Marc Schramer als Vorsitzender des Aufsichtsrates sei bereit, in einer der nächsten Sitzungen des Hauptausschusses die Baugenossenschaft vorzustellen.

Baugenossenschaft Ibbenbüren eG

Die Baugenossenschaft Ibbenbüren eG wurde 1936 als Kreisbaugenossenschaft des Kreises Tecklenburg eG gegründet. Bereits vom dem Zweiten Weltkrieg wurden 77 Häuser für Siedlungswillige erstellt und veräußert.

Später war die Genossenschaft hauptsächlich auf dem Gebiet des Bergarbeiterwohnungsbaues tätig, unter anderem am Hollenbergs Hügel. So wurden unter anderem mehrere Bergarbeitersiedlungen mit über 700 Wohneinheiten gebaut und veräußert sowie etwa 1800 Baubetreuungen geleistet.

Seit 1952 betreibt die Genossenschaft Mietwohnungsbau. Derzeit werden etwa 500 Mietwohnungen und rund 150 Garagen bewirtschaftet.

Der Wohnungsbestand befindet sich in der Stadt Ibbenbüren sowie in den Gemeinden Recke und Mettingen.   | http://www.bg-ibbenbueren.de

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