Kohleregion übergibt Potenzialanalyse zur Nachfolgenutzung der Zechengelände
Minister lobt Gestaltung des Wandels

Düsseldorf/Tecklenburger Land -

Bürgermeister der Kohleregion Ibbenbüren und Umgebung haben am Mittwochmittag das Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen besucht. In Düsseldorf übergab die Delegation aus dem Tecklenburger Land den Abschlussbericht zur Potenzialanalyse für die Nachfolgenutzung von Zechengeländen und Halden nach dem Ende des Steinkohlenbergbaus 2018 an Minister Garrelt Duin.

Freitag, 17.06.2016, 16:06 Uhr

NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (links) sprach am Mittwoch in Düsseldorf mit der Delegation der Kohleregion Ibbenbüren über den Strukturwandel, hier mit (v.l.) Ibbenbürens Bürgermeister Dr. Marc Schrameyer, Hopstens Bürgermeister Winfried Pohlmann und Dr. Heinz-Werner Voß, Sprecher der Geschäftsführung der RAG Anthrazit Ibbenbüren GmbH.
NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (links) sprach am Mittwoch in Düsseldorf mit der Delegation der Kohleregion Ibbenbüren über den Strukturwandel, hier mit (v.l.) Ibbenbürens Bürgermeister Dr. Marc Schrameyer, Hopstens Bürgermeister Winfried Pohlmann und Dr. Heinz-Werner Voß, Sprecher der Geschäftsführung der RAG Anthrazit Ibbenbüren GmbH. Foto: Stadt Ibbenbüren

Der Minister lobte das bisherige Vorgehen in der Kohleregion . Die Potenzialanalyse wurde vom Land NRW mit Fördermitteln finanziell unterstützt. Daran mitgewirkt haben die Kohlekommunen, der Kreis Steinfurt, die RAG Anthrazit Ibbenbüren GmbH und RAG Montan Immobilien GmbH.

Wirtschaftsminister Garrelt Duin nahm den Abschlussbericht aus den Händen von Ibbenbürens Bürgermeister Dr. Marc Schrameyer und Uwe Manteuffel, Geschäftsführer der Schnittstelle Kohlekonversion, persönlich entgegen. Manteuffel wertete das als Würdigung des bisherigen Prozesses zum Strukturwandel.

Positiv aufgenommen worden sei, dass sich die Region frühzeitig mit dem Thema Kohlekonversion beschäftigt habe, interkommunal zusammengearbeitet werde und mit dem Titel „Gute Aussichten. Zukunft. Ideen.Leben“ eine positive Projektgrundstimmung herrsche.

Die Kurzfassung des Abschlussberichts zur Potenzialanalyse hat weit mehr als 100 Seiten, 450 Seiten umfasst die komplette Version. Darin steht, wie sich die Kohleregion auf den Strukturwandel vorbereitet, was die wichtigsten Potenziale bei den Halden und den Zechenflächen sind (wir berichteten) und wie der Prozess von den Ideen bis zur Umsetzung laufen soll.

Dabei sind in die Potenzialanalyse nicht nur Fachwissen von Beratungsbüros und anderen Experten eingeflossen, ein wichtiger Bestandteil sind auch die Ideen der Bürger. „Das sind die Experten vor Ort, auf die wir auf keinen Fall verzichten wollen“, so Uwe Manteuffel. Mit allen gemeinsam sollen Szenarien erarbeitet werden.

Minister Duin erklärte am Mittwoch: „Der landesweite Ausstieg aus der Steinkohleförderung im Jahr 2018 rückt immer näher. Deshalb ist es unbedingt notwendig, dass sich alle Beteiligten frühzeitig Gedanken über die Zukunft der ehemaligen Bergbauflächen machen. Von diesen Herausforderungen ist nicht nur das Ruhrgebiet betroffen. Im Rahmen einer Bürgerbeteiligung konnten in der Kohleregion Ibbenbüren viele Menschen ihre Ideen für das Gelände einbringen. Die Region zeigt damit, wie man diesen Wandel gestaltet: aktiv, vorausschauend, pragmatisch, gemeinsam. Dabei unterstützen wir sie gerne.“ In einem zweiten Schritt soll nun ein umsetzungsfähiger Maßnahmenplan für die Zeit nach der Schließung des Bergwerks erarbeitet werden, heißt es in einer Pressemitteilung des Ministeriums weiter.

Als „sehr positiv“ bezeichnete Ibbenbürens Bürgermeister Dr. Marc Schrameyer den Besuch. Der Minister habe sich eine Stunde Zeit genommen, um das Projekt mit der Delegation von allen Seiten zu beleuchten, so Schrameyer Mittwochnachmittag auf der Rückfahrt im Gespräch mit unserer Zeitung.

Der Minister wolle auch in den nächsten Monaten nach Ibbenbüren kommen, um sich vor Ort noch einmal einen Eindruck zu verschaffen. „Die Reise nach Düsseldorf hat sich gelohnt, so Schrameyer. Es sei wichtig gewesen, für die Region zu werben, denn in der Kohlekonversion gebe es eben nicht nur das Ruhrgebiet.

André Hagel, Pressesprecher der Stadt Ibbenbüren, erklärte, dem Minister habe gefallen, dass die Region beim Strukturwandel auf eine gesunde mittelständische Struktur setze und nicht auf „den einen Großen“ warte. Auch von der Nutzung vorhandener Flächen sei er überzeugt gewesen. Beim „Dauersprint“ Strukturwandel wolle das Ministerium mit der Kohleregion Ibbenbüren in Kontakt bleiben.

Was die weitere finanzielle Förderung der zweiten Projektphase betrifft, hat die Region schon Vorgespräche mit dem Wirtschaftsministerium geführt. Und ein mit dem Ministerium abgestimmter Projektantrag für den Landtag ist auf den Weg gebracht. Dr. Marc Schrameyer: „Ziel ist die nahtlose Fortführung der Förderung ab 2017.“

Neben den Bürgermeistern Dr. Marc Schrameyer (Ibbenbüren), Christina Rählmann (Mettingen), Eckhard Kellermeier (Recke) und Winfried Pohlmann (Hörstel) gehörten zur Delegation auch Vertreter der RAG Anthrazit Ibbenbüren GmbH, der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft Steinfurt mbH, der Schnittstelle Kohlekonversion und der Bezirksregierung Münster.

Die Westerkappelner Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer hätte die Delegation gerne in die Landeshauptstadt begleitet, war aber nach eigenen Worten aufgrund anderer Termine verhindert. Westerkappeln gehört zu den sechs Kommunen im Tecklenburger Land, die von der Kohlekonversion betroffen sind.

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