Archiv der Stadtverwaltung
Unterlagen schlummern in Kisten

Tecklenburg -

Die Kisten stehen im alten Rathaus, im Keller des Kulturhauses – und warten darauf, ausgeräumt zu werden. Der Inhalt: das Archiv der Stadtverwaltung. Es ist schon etwas stiefmütterlich behandelt worden. „Bis 1987 gab es überhaupt kein Stadtarchiv“, berichtete Brigitte Jahnke jetzt im Ausschuss für Umwelt, Kultur und Touristik. Die Historikerin kümmert sich im Auftrag der Stadt darum, wie sie selbst sagt, „Ordnung in die Sache zu bringen“. Fünf Stunden pro Woche hat sie dafür.

Freitag, 11.10.2019, 22:00 Uhr aktualisiert: 13.10.2019, 16:54 Uhr

Bis 1987 habe es nur Akten im Keller gegeben, schilderte sie. „Jedes Amt hatte einen Kellerraum, der Rest kam in einen großen Keller, um dessen Inhalt sich niemand gekümmert hat.“

Als 2015 der Umzug der Stadtverwaltung anstand, seien die Akten „ausgedünnt“ worden. Doch noch immer gibt es reichlich gefüllte Kartons. In das neue Rathaus konnten sie nicht gebracht werden, da es dort keine Räume gebe, die sich für ein Archiv eignen. Also sind sie in das Kulturhaus gewandert, erläuterte die Archivarin.

„Es ist ein Wust von Akten“, so Brigitte Stahnke . Bei der Sichtung werde sie unterstützt von Erwin Strübbe, dem ehemaligen, inzwischen pensionierten Stadtkämmerer. „Es geht voran, aber nur langsam“, berichtete die Archivarin vom Stand der Dinge. Dabei müssten die Inhalte der Kartons dringend erfasst und archivarisch aufbewahrt werden. „Der Zeitmangel ist das Problem.“

Das Archiv sei eine Pflichtaufgabe der Kommunen, so die Fachfrau weiter. Unter anderem sind es alte Verträge, die aufgehoben werden müssen. Es gehe um ältere Bstsände, die immer wieder gebraucht würden. Diese aus den Kartons herauszusuchen, sei sehr zeitaufwendig. Zudem befinden sich in den Kisten Fotos vor allem aus den 60er und 70er Jahren. Das seien hauptsächlich Dias, deren Qualität im Lauf der Zeit nachlasse.

Alles zu digitalisieren sei die teuerste Möglichkeit mit hohen Folgekosten. Einen externen Dienstleister damit zu beauftragen sei zudem unbezahlbar für die Stadt, führte die Archivarin weiter aus. Es müsse ein Dokumenten-Managementsystem eingeführt werden.

Das längst nicht alles archiviert werden muss und auch Dokumente nach einer gewissen Frist vernichtet werden dürfen beziehungsweise müssen, darauf wies Bürgermeister Stefan Streit hin. Im Standesamt sei die Archivierung eine Pflichtaufgabe. Um dieses mit moderner Technik zu versorgen, hole die Stadt derzeit Angebote ein.

Wie es weiter geht mit dem Archiv, darüber soll diskutiert werden, wenn das Kulturhaus saniert wird. Denn dann müssen dort die Kisten verschwinden und woanders eingelagert werden.

„Brigitte Jahnke macht eine hervorragende Arbeit“, lobte der Bürgermeister abschließend. Doch das reiche bei Weitem nicht aus. Der Archivarin stehen fünf Stunden pro Woche zur Verfügung. Die Arbeit macht sie gerne: „Mir ist noch nicht langweilig geworden.“

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