Erstes Klarinettenkonzert auf Haus Marck
Junge Künstler spielen bravourös

Tecklenburg -

Ein Klarinettenkonzert, das gab es seit Beginn der Kammermusik-Veranstaltungen auf Haus Marck am Sonntag zum ersten Mal. Dieses Musikinstrument ist wegen seiner Vielseitigkeit sehr beliebt, entsprechend gut besucht war der Rittersaal. Mit Armin-Thomas Khihel gastierte dort ein Senkrechtstarter, der schon als Jungstudent zahlreiche Preise gewonnen hat.

Montag, 26.11.2018, 23:00 Uhr aktualisiert: 03.12.2018, 16:29 Uhr
Foto: Sunhild Salaschek

Die Konzertbesucher waren vom virtuosen Spiel des erst 17-jährigen jungen Mannes ebenso erstaunt wie entzückt. Er war der Star in einem wirkungsvoll zusammengestellten Duo-Programm für Klarinette und Klavier. Aber auch die Rolle der in Italien geborenen Pianistin Barbara Squinzani war nicht zu unterschätzen. Behutsam gestaltete sie alle Facetten der Begleitung von schlichter Zurückhaltung bis zu musikalisch gleichgewichteter Partnerschaft, wobei sie auch gern einmal die Rolle eines kleinen Ensembles oder gar eines ganzen Orchester ausfüllte.

Über solch einem Fundament lässt sich gut brillieren. Und so überzeugte Khihel von Anfang an. Das Duo eröffnete das Konzert leichtfüßig mit Wolfgang Amadeus Mozarts Grand Sonate für Klarinette und Klavier (A-Dur, KV 581, ursprünglich ein Klarinettenquintett). Dabei verzauberte der Klarinettist das Publikum nicht nur mit seinen raschen Wechseln zwischen sanften Kantilenen und perlenden Motiven in den raschen Sätzen, sondern beeindruckte auch mit der Ausgestaltung des zwischen Verträumtheit und Schwermut pendelnden Larghettos.

Auf Mozarts Heiterkeit folgte ein bravourös gespieltes „Solo de Concours“ aus dem Jahre 1899 für Klarinette (und Klavier beziehungsweise Orchester) von André Messanger, einem Schüler von Gabriel Fauré.

Nach der Pause spielten Khihel und Squinzani das Grand Duo Concertant in Es-Dur (op. 48), das Carl Maria von Weber für den von ihm als „Chlarinettengenie“ bewunderten Klarinettisten Heinrich Baermann geschrieben hatte. Eindrucksvoll hob Khihel die opernartigen Teile hervor, in denen „die Klarinette als Primadonna eine Cavatine zur streicherhaften Begleitung des Klaviers singt“. Auch bei der abschließenden Sonate von Francis Poulanc (op. 184, Original für Klarinette und Klavier) ließ das Duo sowohl im „Allegro tristamente“ wie auch in der „Romanze“ immer neue Farben aufblühen.

So wurde das Konzert auch zu einer akustischen Führung durch die Musikgeschichte des Klarinettentons. Die Begeisterung des Publikums war riesig. Der Applaus steigerte sich, bis sich die Künstler zu einer Zugabe bewegen ließen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6216884?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F187%2F
Berlin hospitiert in Münster
Gemeinsam auf Streife: Radpolizistin Nicole Pollert und ihr Berliner Kollege Sascha Reichenberger. Dazwischen (v.l.) Polizeipräsident Hajo Kuhlisch, Berlins Verkehrspolizeichef Markus von Stegen und die münsterische Bundestagsabgeordnete Sybille Benning.
Nachrichten-Ticker