Reihe Tecklenburger Gespräche eröffnet
Würdevoller Umgang

Tecklenburg -

Pflege im Alter – ein hochaktuelles Thema hatten die Kirchengemeinden zum Auftakt der Reihe Tecklenburger Gespräche ausgewählt. Und dazu namhafte Referenten gewonnen: Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann erläuterte die Situation aus der Politik, Michael Huse als Leiter eines Altenheims die aus der Praxis.

Montag, 01.10.2018, 20:00 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 01.10.2018, 20:00 Uhr
Die erste Runde der Tecklenburger Gespräche 2018/19 (von links): Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann, Moderator Klaus M. Lausberg und Michael Huse, Leiter des Matthias-Claudius-Hauses in Tecklenburg. Foto: Heinrich Winter

„Tecklenburger Gespräche“ – prominente Gäste haben die Evangelische und die Katholische Kirchengemeinde Tecklenburg beim ersten Vortragsabend der Saison 2018/19 empfangen. Es ging um die Pflege im Alter.

Der Leiter des Matthias-Claudius-Hauses in Tecklenburg, Michael Huse, berichtete zunächst, wie die Pflegeprobleme in dem von ihm geführten Haus angegangen werden. Eine erfreuliche Entwicklung verzeichnet heutzutage die neue Bewertung der Arbeit von Pflegekräften. Der pflegebedürftige Mensch steht heute mehr im Mittelpunkt als früher, wenn es um die Einordnung in verschiedene Pflegestufen geht. Nicht mehr der zeitliche Aufwand für die Pflege gelte als Maßstab, sondern die noch vorhandene Selbstständigkeit der Pflegebedürftigen.

Erfreulich ist nach den Worten Huses, dass die Pflegeleistungen in Tecklenburg zu 65 Prozent durch Pflegefachkräfte erbracht werden, während auf der Landesebene ein Anteil von mindestens 50 Prozent angestrebt werde.

Hauptredner des Abends war der NRW-Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales, Karl-Josef Laumann. Er vermittelte eine Übersicht über das Pflegeproblem aus der Sicht der Landesregierung. Bis 1990 waren Mehr-Bett-Zimmer in Pflegeheimen die Regel. „Heute weiß man, dass gut ausgestattete Zimmer, die in der Regel von nur noch einem Menschen bewohnt werden, eine Voraussetzung für eine angemessene Pflege sind.“ Geeignete Pflegekräfte aber fehlen zusehends in der Gesellschaft, führte der Referent aus. Jedes Jahr nehme die Zahl der Pflegebedürftigen um 3 Prozent zu, was zusätzlich 3000 bis 4000 neue Pflegekräfte erfordert. „Schon heute herrscht ein Mangel an Pflegekräften, der nicht gedeckt werden kann“, sagte Laumann.

Nicht nur die schlechtere Entlohnung der Pflegekräfte im Vergleich zu derjenigen in den Krankenhäusern wird als ein Grund für den Personalnotstand gesehen. Zudem habe sich das Lebenskonzept der Pflegekräfte gewandelt. Die sogenannte „Generation Y“ habe zum Teil andere Vorstellungen vom Arbeitsleben als frühere Generationen und bevorzugte Tätigkeiten, „die der Selbstverwirklichung nicht im Wege stehen“.

Das Ziel vieler älterer Menschen, möglichst lange ambulant und zu Hause gepflegt zu werden, müsse grundsätzlich hinterfragt werden, meinte der Minister. Wenn die Angehörigen mit der Pflege überfordert seien, sei ein Heimplatz dringend anzuraten. Um den Pflegebedürftigen nicht sozial auszugrenzen, biete es sich an, einen regelmäßigen Besuchsdienst einzurichten.

Ein würdevoller Umgang mit den Pflegebedürftigen erfordere auch eine stabile Anzahl von Hausärzten, insbesondere auf dem Land. Das Land NRW hofft, zusammen mit der Medizinischen Fakultät in Bielefeld eine Lösung zur Erhöhung des Anteils an Medizin-Studierenden gefunden zu haben.

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