Vierte Tecklenburger Orgelnacht
Kirche kann Gäste kaum fassen

Tecklenburg-Ledde -

Mit Bachs „Toccata und Fuge d-Moll“ starteten Akteure und Besucher in die vierte Tecklenburger Orgelnacht. In der kleinen Ledder Dorfkirche war es so voll, dass auch Hocker und Treppenstufen schnell besetzt waren.

Montag, 24.09.2018, 10:50 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 24.09.2018, 00:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 24.09.2018, 10:50 Uhr
Jurate Landsbergyte an der Orgel, Esther-Sophia Kantor (Harfe und Gesang), Nadja Kossinskaja (Gitarre), Projektleiterin Ulrike Lausberg und Larissa Gurr gestalteten das musikalische Programm der Orgelnacht, Superintendent André Ost (Mitte) und Dr. Ulrich Althöfer die textlichen Intermezzi . Foto: Dietlind Ellerrich

Mit Bachs „Toccata und Fuge d-Moll“ starteten Akteure und Besucher in die vierte Tecklenburger Orgelnacht. In der kleinen Ledder Dorfkirche war es so voll, dass auch Hocker und Treppenstufen schnell besetzt waren. Die Tecklenburger Organistin Ulrike Lausberg, die sich vor sechs Jahren für das „Orgelkonzert-Hopping“ durch die denkmalwerten Gotteshäuser des Kirchenkreises stark gemacht hatte und das Event seitdem alle zwei Jahre organisiert, war begeistert. Knapp 100 Frauen und Männer hatten sich für den Busservice und den Imbiss angemeldet. Hinzu kamen viele Orgelfreunde auf eigene Faust nach Ledde sowie später in die evangelischen Kirchen in Schale und Recke.

Unter dem Motto „Pfeifenklang und Saitenzauber“ hatte Lausberg abwechslungsreiche Programme zusammengestellt, in denen Werke unbekannter wir bekannter Komponisten aus mehreren Jahrhunderten gespielt wurden. Sie hatte es sich zudem nicht nehmen lassen, Liedtexte dem Motto der Nacht anzupassen.

Während Esther-Sophia Kantor aus Osnabrück an der Harfe und Nadja Kossinskaja aus Tecklenburg an der Gitarre für den Saitenzauber verantwortlich zeichneten, zogen Lausberg, Jurate Landsbergyte aus Litauen und Larissa Gurr, Organistin in Ledde, die Register, um die Orgelpfeifen erklingen zu lassen.

„Wo sitzen wir hier eigentlich?“, fragte Dr. Ulrich Althöfer sich und die Gemeinde. Der Kunsthistoriker im Baureferat der Evangelischen Kirche von Westfalen gestaltete mit Informationen und Anekdoten die Intermezzi zwischen den Musikstücken. „Raum und Klang gehören zusammen“, ist der Fachmann überzeugt. Er ließ die viele Jahrhunderte lange Baugeschichte der Ledder Dorfkirche sowie der Gotteshäuser in Schale und Recke Revue passieren.

Viele Besucher sind offenbar „Wiederholungstäter“ und mehrere bereits seit Jahren immer wieder dabei. Christa und Horst Meyer aus Westerkappeln gefiel die bunte Mischung aus Musik und Wissenswertem über die Kirchen. Die Ergänzung der Orgelmusik durch die Saiteninstrumente hatte es Christa Meyer in diesem Jahr besonders angetan.

„Die Idee hat sich etabliert und zieht Kreise“, hatte Superintendent André Ost in seiner Begrüßung mit Blick auf die volle Ledder Kirche festgestellt. „Vielleicht haben wir Protestanten dem Gefühl zu lange misstraut“, gab er in seiner Lesung zu bedenken. Musik könne manchmal wie Zauberei berühren, lud er die Besucher ein, sich trotz der Warnungen vor Zauberei und Verführung im Alten wie im Neuen Testament auf „diese Zauberei im guten Dienst der Lebensfreude“ einzulassen. „Dagegen hat unser guter Gott sicher nichts einzuwenden“, war Ost überzeugt.

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