„Musikwinter“ in Tecklenburg
Mitreißendes Erlebnis

Tecklenburg -

Ein mitreißendes Musikerlebnis setzte den Schlusspunkt unter die Konzertreihe „Musikwinter“. Im Rittersaal von Haus Marck spielte die Pianistin Mariachristina Buono.

Montag, 18.12.2017, 19:12 Uhr

Zwischen meditativen Momenten und ungezügelter Virtuosität spannte Mariacristina Buono den musikalischen Bogen bei ihrem Auftritt.
Zwischen meditativen Momenten und ungezügelter Virtuosität spannte Mariacristina Buono den musikalischen Bogen bei ihrem Auftritt. Foto: Axel Engels

Mit einer klassisch-romantischem Klaviermatinee verwöhnte die italienische Pianistin Mariachristina Buono ihre Zuhörer im Rittersaal von Haus Marck. Für ihren Auftritt im Rahmen des „Musikwinters“ hatte sie Meilensteine der Klavierliteratur ausgewählt, deren spieltechnische und gestalterische Anforderungen sehr hoch waren.

Bei den „Variationen über ein eigenes Thema op.21 Nr.1“ von Johannes Brahms , die einen tiefen Einblick in das musikalische Denken des jungen Komponisten bieten, offenbarten sich in ihrem Spiel der lyrische Reiz und die Anmut des Themas und seine Verarbeitung in den Variationen. Poetisch und gleichzeitig kraftvoll zupackend spielte Mariachristina Buono den Variationszyklus, der ihr durch seine melodiegebundene Ausrichtung besonders lag.

Die „Sonate quasi una Fanasia Nr.14 op. 27 Nr. 2“ (Mondscheinsonate) aus der Feder Ludwig van Beethovens kennt wohl jeder Musikliebhaber bis ins Detail. Dieses Werk im Konzert zu spielen, stellt für jeden Pianisten eine besondere Herausforderung dar. Aber dies meisterte Mariachristina Buono mit Bravour. Innig und sehr lyrisch gestaltete sie den ersten Satz, wusste die Melodiebögen sehr differenziert auszuspielen.

Franz Liszt bezeichnete den Mittelsatz als „Blume zwischen zwei Abgründen“ und dies muss auch der Ansatz von Mariachristina Buono gewesen sein. Grazil spielte sie ihn aus, bevor sie ihre ganze technische Brillanz in den virtuosen Schlusssatz einbrachte.

Mit der „Fantasie op. 28“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy hatte sie auch ein Werk ausgesucht, das unterschiedliche musikalische Gedanken vereint. Die Pianistin setzte diese durch ihr kultiviertes Spiel exquisit um und bot dem Publikum damit einen tiefen Einblick in dieses außergewöhnliche Werk. Mit der großen „Klaviersonate fis-Moll op. 11“ von Robert Schumann gab es ein fulminantes Finale. Der dualistische Einfluss der beiden Figuren Florestan und Eusebius kam sehr transparent zur Geltung. Der romantisch-expressive Ansatz dieser Sonate wurde durch klare Akzente und einen Klangfarbenreichtum in ein lebendiges Gewand gekleidet.

Zwischen meditativen Momenten und ungezügelter Virtuosität spannte sie den Bogen, schenkte dem Publikum damit ein mitreißendes Musikerlebnis.

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