„Musikwinter“ auf Haus Marck
Ungewöhnliche Klänge

Tecklenburg -

Der „Musikwinter“ im Rittersaal von Haus Marck startete mit dem Mandolinenspiel von Lotte Nuria Adler glanzvoll und rundum stimmig in das erste der drei Konzerte. Am Samstag präsentierte die Pianistin Nina Gurol unter anderem Werke von Ludwig van Beethoven. Den Abschluss bildete am Sonntagabend der Auftritt der Pianistin Mariachristina Buono im historischen Ambiente.

Montag, 18.12.2017, 06:12 Uhr

Zwei junge Künstlerinnen gestalteten die beiden ersten Konzerte des „Musikwinters“ im Rittersaal von Haus Marck. Loote Nuria Adler glänzte mit der selten zu hörenden Mandoline, Nina Gurol spielte innovative Kompositionen.
Zwei junge Künstlerinnen gestalteten die beiden ersten Konzerte des „Musikwinters“ im Rittersaal von Haus Marck. Loote Nuria Adler glänzte mit der selten zu hörenden Mandoline, Nina Gurol spielte innovative Kompositionen. Foto: Sunhild Salaschek

Lotte Nuria Adler musizierte nicht nur auf einem ungewöhnlichen Instrument, sie hatte auch ein verlockendes Programm zusammengestellt, dessen Komponisten – abgesehen von Johann Sebastian Bach – fast nur Fachleute kennen.

Anliegen der dreifachen Bundespreisträgerin von „Jugend musiziert“ ist es, die Mandoline mit ihrem charakteristischen Grundklang und ihren vielseitigen Ausdrucksformen bekannt zu machen. So war der hinreißende Abend ein Mosaikstein auf dem Weg, die Mandoline als Konzertinstrument zu etablieren.

Abel eröffnete das Programm mit einem Werk von Gabriele Leone (1725 - 1790). Leone ist Verfasser einer Mandolinenschule, die bis heute Grundlage für die klassische Spieltechnik ist. Die erst 19-jährige Künstlerin spielte dessen Air Nr. 4, Thema mit vier Variationen, in denen jeweils eine andere Spielweise vorgegeben ist. So trocken sich die Theorie anhört, so anregend und schön war die mit abenteuerlicher Fingerfertigkeit vorgetragene Musik.

Das war der Auftakt zu einem zweistündigen Feuerwerk mit klassischer Musik für Mandoline vom Barock bis ins 21. Jahrhundert. Trotz ihrer kraftvollen Interpretationen bei meist beachtlicher Klangfülle verbreitete Abel in dem adventlich geschmückten Saal nicht nur eine festliche, sondern auch eine familiäre Atmosphäre. Ihre weiteren kurzen sachlichen Informationen fielen bei den 30 Hörern auf fruchtbaren Boden, zumal man Abel ihr großes Engagement anmerkte.

„Bach hätte für Mandoline komponiert, wenn er sie gekannt hätte!“ Davon war die Musikerin überzeugt. Im Gegensatz zu Bach lernten Abels Hörer ihr Lieblingsinstrument von den besten Seiten kennen: Solistisch und chorisch, verspielt und energisch, träumerisch und resolut, einfach in allen Facetten. Ein grandioser Abend.

Auch das zweite Konzert im Rittersaal fand eine gute Resonanz bei den Liebhabern feiner Pianistik. Wer sich für innovative Kompositionen interessiert, war dort bestens aufgehoben. Die noch relativ junge Pianistin Nina Gurol zählt zu den exquisiten Interpretinnen modernerer Werke, denen ihre ganze Liebe gilt und die sie mit wohl differenzierter Art zu spielen weiß.

Allerdings hatte sie am Anfang mit der „Sonate B-Dur Nr. 11 op. 22“ aus der Feder Ludwig van Beethovens kleinere Schwierigkeiten. Dieses anspruchsvolle Werk stellt nicht nur spieltechnisch hohe Anforderungen, die gestalterischen Aspekte sind vielleicht noch höher anzusehen. Dabei ließ Nina Gurol leichte Schwächen erkennen.

Klangmalerisch ging sie an „Cloches à travers les fueilles“ von Claude Debussy heran. Bei der „Etüde Nr. 16“ mit dem Beinamen „Schwarze Löcher“ war sie endgültig bei der stilistischen Epoche angelangt, in der sie ihre ganze Leidenschaft und Intensität überzeugend einbringt. Perfekt wusste sie in der Etüde die klanglichen Extreme zu meistern, spürte man den Inhalt jenseits des reinen Notentextes.

Auch bei der „Sonate 1.x.1905“ von Leos Janácek setzte sich dieser positive Eindruck fort. Die Musik des tschechischen Komponisten wurde von der jungen Pianistin mit Virtuosität und Spielfreude bis in die Umsetzung der kleingliedrigen Motive mit ihren strahlenden Melodien präsentiert.

Mit der „Polonaise-Fantasie op. 61“ von Frédéric Chopin als glänzendem Finale schenkte sie dem Publikum ein exquisites Musikerlebnis, zeigte sich auch in dieser romantischen Welt als Pianistin mit Talent.

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