Meditation als Ausgleich im Alltag
Fantasiereise in den eigenen Seelengarten

„Sitzen in der Stille“ heißt das Meditationsangebot der ev. Kirchengemeinden in Steinfurt. Welche heilsamen Auswirkungen hat die „innere Einkehr“ auf das Individuum? WN-Mitarbeiterin Claudia Mertins machte die Probe aufs Exempel.

Donnerstag, 07.02.2019, 16:46 Uhr aktualisiert: 11.02.2019, 15:56 Uhr
Laden zu den Meditationsabenden ein und wollen eine Möglichkeit bieten, Stille und Besinnung ganz bewusst zu erleben: Dipl.-Psychologin Elke Gaußelmann (l.) und Pfarrerin Dagmar Spelsberg-Sühling. Foto: cm

Wie hält man das aus, eine halbe Stunde schweigend in einer Runde zu sitzen? Was, wenn ich husten, lachen, weinen oder sonst was muss? Wie wird mein Rücken auf die ungewohnte Sitzhaltung reagieren? Und: Kriege ich noch Luft, wenn ich mich auf meine Atmung konzentriere?

Einige Vorbehalte stehen bei mir viele positive Berichte über die heilsamen Auswirkungen der „inneren Einkehr“ gegenüber, wenn ich auf das Thema Meditation angesprochen werde. Und natürlich meine Neugier. Und so bin ich gerne dabei, als sich jetzt die Gelegenheit eröffnete, über den Meditationskreis der evangelischen Kirchengemeinden in Steinfurt zu berichten. Pfarrerin Dagmar Spelsberg-Sühling hat die Gruppe 2001 in Burgsteinfurt gegründet und Elke Gaußelmann, deren beruflicher Hintergrund Psychologie und Physiotherapie sind, vor drei Jahren als Meditationsbegleiterin ausgebildet. Seit Anfang des Jahres wechseln sich die beiden Frauen mit der Kursleitung ab.

Bevor es richtig losgeht, werden Gymnastikmatten, Decken, Kissen und kleine Holzbänke auf dem beheizten Boden des großen Gruppenraums verteilt. Eine Gehmeditation stimmt in die Konzentration auf die Körperwahrnehmung im Hier und Jetzt ein, dann leitet Dagmar Spelsberg-Sühling ein Gebärdengebet an, das einer Yoga-Übung nicht unähnlich ist. Nach diesem aktiven Auftakt erfolgt eine Tiefenentspannungsphase, zu der es sich die Teilnehmerinnen auf den Matten bequem gemacht haben. Mit den Zehenspitzen beginnend wird die Aufmerksamkeit auf alle Körperregionen gerichtet, um An- und Verspannungen auf die Spur zu kommen. Die freundlich-wertschätzenden Worte, die die Pfarrerin für diesen „Weg durch den Körper“ findet, lockern mir tatsächlich die verhärtete Nackenmuskulatur. So begebe ich mich auch gerne auf die Fantasiereise in meinen „Seelengarten“.

Bevor ich aber vor lauter Entspannung einschlafe, bringt eine Gehmeditation den Kreislauf wieder in Schwung. Dann beginnt das eigentliche „Sitzen in der Stille“. Dazu wird eine aktive, aufrecht sitzende Position auf Kissen oder Holzbänkchen eingenommen, damit der Atem frei bis in den Bauchraum fließen kann. Die Hände liegen leicht geöffnet vor dem Bauch oder auf den Oberschenkeln, die Augen werden geschlossen und dann ist es still. Bis auf meinen Atem, der sich plötzlich sehr lebendig anfühlt. Mal hebt er mir die Schultern an, dann spannt er den Hosenbund, es ist, als führe er ein raumschaffendes Eigenleben.

Das ist spannend zu verfolgen. Und mehr muss ja auch gar nicht sein, wenn ich den Weg zur Meditation richtig verstanden habe: Möglichst alle Ablenkung ausblenden, um für ein paar Wimpernschläge das Wunder der Existenz zu spüren. Dass diese Erfahrung lebensverändernde Auswirkungen haben kann, erzählt mir eine Teilnehmerin begeistert auf dem Nachhauseweg ...

Zum Thema

Wer das Meditationsangebot „Sitzen in der Stille“ ausprobieren möchte, kann einfach zu den offenen Treffen im Gemeindezentrum Borghorst (Fürstenstraße 9, dienstags von 18.30 bis 19.30 Uhr) kommen oder sich bei Dagmar Spelsberg-Sühling anmelden (Telefon 0 25 54 / 9 19 55 70).

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