Oft wird in sozialen Netzwerken von angeblichen Giftködern berichtet
Gift gibt es zum Glück selten

Steinfurt -

Die Meldungen rauschen in schöner Regelmäßigkeit durch die lokalen Facebook-Gruppen: „Hi, es sind wieder Hundehasser unterwegs“, „Passt auf eure Hunde auf!“, „Im ostendorf werden zu zeit Gift Köder in den Gerten geworfen“. Und natürlich ist direkt der allgemeine Aufschrei groß: „Das sind keine Menschen, sondern Bestien“, „Wenn ich die erwische“, oder „Diese Schweine sollte man es selbst fressen lassen“.

Dienstag, 05.02.2019, 17:28 Uhr aktualisiert: 08.02.2019, 15:29 Uhr
Manchmal werden auch ganz legal Giftköder ausgelegt, um etwa Rattenplagen einzudämmen. Dann wird mit Schildern darauf hingewiesen. Die können von Tieren natürlich nicht gelesen werden – auch deshalb sollten Hunde in der Natur nie ohne Leine laufen gelassen werden. Foto: hsh

Klar – wenn wirklich jemand vergiftete Köder auslegt, um damit Hunde zu töten, ist das eine verabscheuungswürdige Tat. Aber das scheint deutlich seltener vorzukommen, als es die Vielzahl der Warnmeldungen nahe liegen lässt.

In der Kleintierpraxis Große-Lefert zum Beispiel habe es seit mindestens acht Jahren keinen Fall gegeben, in dem ein Hund nachweislich einen vergifteten Köder gefressen hat.

Auch Ann Kathrin Schmees aus der Tierarztpraxis Rüther, die Anfang des Monats von Dr. Renate Große Kleimann übernommen worden ist, kann sich an einen derartigen Fall kaum erinnern. „Das ist schon länger her.“ Allerdings hat sie durchaus Verständnis dafür, wenn Hundehalter zuerst an das Schlimmste denken: „Die Leute haben große Angst davor, dass ihr Tier vergiftet worden sein könnte.“ Meist stelle sich die Ursache aber als deutlich harmloser heraus. „Das kann zum Beispiel ein weggeworfenes Pausenbrot sein, das ein paar Tage vor sich hingegammelt hat.“ Eine ganz andere Ursache stellte sich beim letzten Fall heraus, an den sich Luise Peters aus der Praxis Stenkamp erinnert: „Da hatte der Hund eines Landwirts Rattengift aufgenommen, dass dieser selbst auf seinem Hof ausgelegt hatte.“

Bis vor kurzem war das Kleintierzentrum Greven als 24-Stunden-Notdienst auch für Steinfurter eine wichtige Anlaufstelle. Aber auch dort kann man keine erhöhte Gefahr für Hunde erkennen. „Ich kriege die Einträge in den Netzwerken auch mit – aber bei uns kommen die weniger an.“

Genauso wie bei der Polizei: „Zumindest seit Jahresanfang haben wir keinen derartigen Sachverhalt gehabt“, sagt deren Pressesprecher Johannes Tiltmann. Auch er vermutet, dass die meisten Verdachtsfälle wohl eher darauf zurückzuführen sind, dass Hunde verdorbenes Fleisch etwa von verendeten Tieren zu sich nehmen. Falls tatsächlich präparierte Köder gefunden werden, werde die Polizei natürlich aktiv: „Ich kann nur dazu raten, uns bei so etwas zu benachrichtigen.“

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