Ape – Kleintransporter aus Italien
Sympathieträger mit zwei Takten

Burgsteinfurt -

Kleine Räder, Schnabelnase, bauchiger Laderaum – wenn Schornsteinfegergeselle Maik Gotthardt mit der pechschwarz lackierten Ape zu seinen Kunden fährt, dann wird er meist schon von weitem erkannt. Keine Frage, die Optik des Gefährts italienischer Fertigung hat etwas Knuffiges. Ein echter Sympathieträger, so ein Dreirad. Das ahnte wohl auch Schornsteinfegermeister Claus Muchow, als er die Ape, Typ „TM“, 2013 in den Fuhrpark seines Unternehmens aufnahm.

Montag, 10.12.2018, 16:12 Uhr aktualisiert: 11.12.2018, 16:56 Uhr
Einmalige Optik: Mit der pechschwarzen Ape hat der Schornsteinfegerbetrieb Muchow ein Dienstfahrzeug mit hohem Wiedererkennungs- und Sympathiefaktor. Geselle Maik Gotthardt fährt die Elf-PS-Knutschkugel gerne – auch wenn er so manchen Komfort-Kompromiss eingehen muss. Foto: Ralph Schippers

Kleine Räder, Schnabelnase, bauchiger Laderaum – wenn Schornsteinfegergeselle Maik Gotthardt mit der pechschwarz lackierten Ape zu seinen Kunden fährt, dann wird er meist schon von weitem erkannt. Keine Frage, die Optik des Gefährts italienischer Fertigung hat etwas Knuffiges. Ein echter Sympathieträger, so ein Dreirad. Das ahnte wohl auch Schornsteinfegermeister Claus Muchow, als er die Ape, Typ „TM“, 2013 in den Fuhrpark seines Unternehmens aufnahm. Farblich und von der Ausstattung her dem Berufsfeld angepasst fährt es seitdem durch Stemmert und Umgebung. „Das Fahrzeug ist für uns natürlich auch ein Werbeträger. Und es kommt an“, hat Gotthardt festgestellt.

Der 44-jährige Borghorster nutzt das Dreirad gerne für seine Handwerkerfahrten. „Die Ape ist wie geschaffen für enge Innenstädte“, meint der Schornsteinfegergeselle. Und das gilt nicht nur für die Stemmerter Altstadt. Auch in so manchem Neubaugebiet zahlten sich die überschaubaren Ausmaße des Gefährts und seine enorme Wendigkeit aus. Da lässt Gotthardt den großen Bulli, der als Alternative zur Verfügung steht, auch schon mal gerne auf dem Hof stehen. Mit ein wenig Stolz zeigt er den Laderaum der Ape. Der ist im Vergleich geradezu riesig, kann bis zu 600 Kilogramm Gewicht aufnehmen.

Natürlich gibt es auch Nachteile bei dem italienischen Kultmobil: Die spartanische Ausstattung zum Beispiel. Radio, Klimaanlage, elektrische Fensterheber – all das hat die Ape nicht. Auch im Hinblick auf Lüftung oder – aktuell ganz wichtig – Heizung ist Kompromissfähigkeit angesagt. Wer einmal einen Käfer gefahren hat, weiß, was der Autor dieser Zeilen damit meint. Elf PS holt die „Biene“, so die deutsche Übersetzung von Ape, aus gut 200 Kubikzentimeter Hubraum. Wer Zweitaktfan ist, liebt das so typische, knatternde Motorgeräusch. Eher nicht so angenehm ist die Abgasfahne, die das Dreirad hinter sich herzieht. „Es hat immerhin einen Kat“, versichert Gotthardt.

Auf einer kleinen Runde vom Parkplatz Goldstraße zum Bahnhof und wieder zurück offenbart das Gefährt, was der Muchow-Mitarbeiter mit Wendigkeit meint.

Fast schon an Hakenschlagen erinnert die Reaktion, wenn Gotthardt am Lenkrad dreht. „Der Lehrling hat ihn schon mal im Übermut auf die Seite gelegt“, verrät er ein Malheur, auf das der Chef noch heute nicht gut zu sprechen ist. Das ist nicht unmöglich, ist der Anzug des Gefährts doch ganz respektabel. Zumindest bis 40, 50 Stundenkilometer. Ein Zweitakter eben. Darüber hinaus geht ihm indes schnell die Puste aus. „Mehr als 65 oder 70 Stundenkilometer sind auch bei Rückenwind nicht drin“, weiß der Schornsteinfegergeselle.

Gut 12 500 Kilometer hat der Kleintransporter, der jede Menge Italo- und damit Urlaubsflair versprüht, in knapp fünf Jahren abgespult. Weitgehend fehlerfrei, wie Gotthardt betont. Am Anlasser musste mal was getan werden, sonst seien nur Verschleißteile ausgewechselt worden. Die Reparaturfreundlichkeit ist vorbildlich. Auch weil die Devise beim Hersteller Piaggio offenbar heißt: Wo nichts ist, kann auch nichts kaputt gehen. Der Chef wollte die „Biene“ trotzdem zwischendurch schon verkaufen. Gotthardt hat das zu verhindern gewusst und ihn von den Vorteilen des Gefährts überzeugt. Der Erfolg gibt ihm recht. Überall, wo er mit der rabenschwarzen Ape hinkommt, weiß jeder: Der Schornsteinfegerbetrieb Muchow ist im Anmarsch!

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