Ausbau der Winkelstraße
Anwohner wollen abwarten

Borghorst -

Die Bescheide, die die Anlieger der Winkelstraße von der Stadt erhalten haben, sind nicht von Pappe. Meist sind es deutlich mehr als 10 000 Euro, die sie für den Ausbau ihrer Straße bezahlen sollen. Rund 600 000 Euro wird die Gesamtmaßnahme voraussichtlich kosten.

Donnerstag, 06.12.2018, 16:54 Uhr
Die Winkelstraße soll in absehbarer Zukunft erneuert werden – dafür müssen dann wie woanders auch üblich die Anwohner mitbezahlen. Die wollen die Sanierungsmaßnahme aber lieber erst einmal die Zeit setzen. Foto: Bernd Schäfer

So wie Alfred Lüttmann und seinen Nachbarn ist es schon vielen Steinfurtern ergangen, die den Ausbau ihrer Straße mitbezahlen mussten. Das ist schließlich Gesetz.

Das wissen auch die Winkelstraßen-Bewohner. Allerdings: „Wir sind gleich in mehrfacher Hinsicht verunsichert“, spricht Alfred Lüttmann für die Straßen-Gemeinschaft. Und dafür gebe es gleich mehrere Gründe.

Da ist zum einen das Weberquartier, das in direkter Nachbarschaft auf dem Gelände der alten Websäle I und II entstehen soll. „Muss dafür nicht ein verkehrliches Gesamtkonzept erstellt werden?“, fragen die Anlieger. Und sei es deswegen nicht sinnvoller, erst einmal die Planungen für das Areal abzuwarten?

Keiner wisse doch zum jetzigen Zeitpunkt, was in dem neuen Baugebiet entstehen soll und wie es verkehrlich angebunden werden und welche Rolle dabei die Winkelstraße spielen solle. Mit dem Straßenbau zu beginnen und dann erst das Weberquartier in Angriff zu nehmen, ist aus einem weiteren Grund wenig sinnvoll, sagen die Winkelstraßen-Bewohner. „Die Baufahrzeuge fahren doch dann alles wieder kaputt“, ist Alfred Lüttmann überzeugt.

Vielleicht kämen die Anwohner ganz um ihre Zahlungen drum herum. Schließlich gibt es in der Landespolitik die Überlegungen, die Straßenausbaubeiträge ganz abzuschaffen. „Ehe nicht klar ist, wo da die Reise hingeht, sollten wir warten“, sind sich die Anlieger einig. In der Steinfurter Politik haben sie mit der SPD schon einen Verbündeten gefunden.

Die Fraktion hat einen Antrag formuliert, nach dem der Ausbau in die Zeit gesetzt werden soll. Aus besagten Gründen.

Die Winkelstraße steht auf der Ausbauliste, weil der Kanal nach Aussage des Baudezernates 70 Jahre alt und deswegen marode ist. Da mache es einfach Sinn, die Sanierung der Straße selbst gleich mitzumachen.

Die Anlieger wurden über die Pläne vor drei Jahren informiert. Daraufhin hatte ein Nachbar von Alfred Lüttmann die Stadt angeschrieben. „Antwort darauf habe ich bis heute nicht bekommen.“

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