Yannick Lux fährt für drei Monate nach Nigeria
„Ich versuche, nichts zu erwarten“

Borghorst -

Die größte Tortur, da ist sich Yannick Lux ziemlich sicher, die hat er vor der eigentlichen Reise schon hinter sich. „Ein einfaches Touristenvisum für Nigeria zu bekommen, das hat unglaublich Nerven und Zeit gekostet“, blickt der gebürtige Burgsteinfurter auf unzählige Telefonate, E-Mail-Wechsel und sogar einen Besuch in der nigerianischen Botschaft in Berlin zurück.

Dienstag, 23.10.2018, 21:00 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 23.10.2018, 21:00 Uhr
Yannick Lux ist ein bisschen nervös, wenn er an seine Reise nach Nigeria denkt. Drei Monate möchte er dort helfen. Zum Skateboardfahren wird er in Afrika wenig Zeit haben. Foto: Axel Roll

Eines Morgens, zwei Tage nach dem letzten Antrag, rief der Briefträger dann aber doch „Eilzustellung für Lux“ durchs Treppenhaus. Und da war er wieder, der Reisepass mit dem sehnlichst erwarteten Visum. Jetzt kann es losgehen. Montag hebt der Flieger Richtung Lagos ab. Und was dann kommt? Der Lehramtsstudent schmunzelt: „Ich versuche, nichts zu erwarten.“

Was Yannick Lux möchte, ist helfen. „Wir müssen das Waisenhaus-Projekt von Felicia Odum nach vorne bringen“, erläutert der 27-Jährige den Hintergrund seiner Reise. Also fährt er in den Heimatort der Wahl-Borghorsterin, wo ein zweigeschossiges Waisenhaus, ausschließlich aus Spendengeldern finanziert, im Rohbau auf seine Vollendung wartet. Yannick Lux möchte aber nicht nur beim Bau mit anpacken. Unterricht für die Kinder, der Aufbau einer Holz- und Metallwerkstatt, eine Frauengruppe – Ideen hat der Student eine Menge. „Was sich dann umsetzen lässt, werden wir vor Ort sehen.“

Was den jungen Mann in einen Ort in der nigerianischen Wildnis von der Größe Borghorsts treibt? Er muss für eine Antwort nicht lange überlegen. „Das Projekt, das Felicia Odum mit dem Verein Chiemela schon seit Jahren verfolgt, hat mich einfach gepackt.“ Die Frau habe so viel Energie, das sei unglaublich. Was das Vorhaben gut benötigen könne, „das sind ein paar junge Leute, die ihm noch mehr Drive geben“. Und dazu möchte Lux beitragen. Seine Vision: „Vielleicht finden sich noch mehr junge Menschen, die Spaß daran haben, wie ich einmal vor Ort zu helfen.“ Damit eröffne sich eine langfristige Perspektive für das Projekt.

Der Lehramtsanwärter möchte nicht mit leeren Händen nach Nigeria reisen. Noch in den letzten Tagen vor seinem Flug sammelt er nicht mehr benötigte Handys und Laptops. „Ein bisschen Word und eine Verbindung ins Internet, mehr müssen die Rechner gar nicht können“, hofft Yannick Lux, dass sich noch einige Spender melden. Sie können die Geräte bei Felicia Odum Up de Woort 10, abgeben. Er weiß, dass es in Nigeria viele Studenten und Schüler gibt, die kein Laptop besitzen. „Und für ein Studium sollte man schon über so ein Ding verfügen.“

Der Burgsteinfurter würde gerne länger in Nigeria bleiben. Das Touristenvisum ist aber nur für drei Monate gültig. „Darum muss ich im Januar wieder ausreisen“, erklärt er. Nach Hause geht es dann noch nicht. Ruanda, Tansania und Kenia stehen auf dem Reiseplan. Ebenfalls alles Neuland für Yannick Lux. Und auch dafür gilt: „Ich versuche, nichts zu erwarten.“

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