Neue Pläne für das Weberquartier
Merkens bekommt den Zuschlag

Borghorst -

Offensichtlich geht nicht nur der Abriss der baufälligen Fabrikhallen auf dem ehemaligen Arnold-Kock-Gelände an der Kirche reibungslos über die Bühne. Hinter den Kulissen sind die Verträge über einen Besitzerwechsel des 25 000-Quadratmeter-Geländes kurz vor dem Abschluss. Danach ist der alte Investor auch der neue: Udo Merkens.

Donnerstag, 05.04.2018, 15:04 Uhr

Die Aufnahme einer Drohne zeigt es: Der Abbruch der baufälligen Fabrikhallen auf dem Websaalgelände kommt gut voran. Foto: Lukas Janzen

Der Unternehmer bestätigte auf Anfrage dieser Zeitung: „Wir haben den Zuschlag bekommen, wir können das Areal kaufen.“ Neue Pläne für eine Siedlung mit einer Pflegeeinrichtung seien „in der Mache“. Merkens und sein Kompagnon Thomas Bollmann waren als Investoren kurzzeitig aus dem Rennen, weil das Kaufangebot des Insolvenzverwalters zum Jahreswechsel ausgelaufen war, ohne dass es zum Abschluss kam.

Nach der Verhandlungsrunde zum Jahresbeginn ist nach den Worten von Udo Merkens noch nicht ganz klar, wer jetzt das Baugebiet weiter entwickeln wird: „Vielleicht ist noch ein Partner aus der Region dabei.“ Mehr könne und wolle er derzeit noch nicht sagen.

Merkens hatte in der Vergangenheit mehrfach betont, dass er „sehr viel Herzblut, aber auch schon sehr viel Geld“ in das sogenannten Weberquartier investiert habe. Den Segen des Rates für seine Pläne hatte er allerdings bislang noch nicht bekommen, weil er nach Ansicht der Parlamentarier die Fläche zu sehr verdichten wollte: zu viel Beton und zu wenig Grün.

Aus diesem Grund hatte das Stadtparlament ein Art Architektenwettbewerb beschlossen, um neue Ideen für das Filetstück nahe der Borghorster Stadtmitte zu bekommen. Wie Udo Merkens im WN-Gespräch betonte, habe er in die neuen Pläne „alles eingebaut, was früher gefehlt hat“. So seien auch die Interessen der direkten Nachbarn wie dem Marienhospital berücksichtigt worden. Er habe aber auch, wie vom Rat gewünscht, ein kleines Qualifizierungsverfahren mit Architekten aus der Region in Gang gesetzt. So sollen die Quadratmeter umbauten Raums weiter reduziert werden. Am alten Konzept, Mehrfamilienhäuser mit einer Pflegeeinrichtung für Senioren kombinieren zu wollen, ändert sich allerdings nichts.

Der Investor möchte seine neuen Pläne dem zuständigen Ausschuss in dessen Mai-Sitzung vorstellen. Er hofft natürlich darauf, dass jetzt endlich ein Konsens erzielt und nach dem derzeit laufenden Abbruch mit den Neubauten begonnen werden kann. Durch den Abriss sind einige Vorgaben des Planungsausschusses hinfällig geworden. So sollte eigentlich die Websaal-Mauer entlang der Arnold-Kock-Straße erhalten bleiben, um an die Vergangenheit als Textilstadt zu erinnern.

Udo Merkens hatte bei den Verhandlungen im Vorjahr kritisiert, dass er monatelang immer wieder die Wünsche der Parlamentarier berücksichtigt habe. Zum Schluss sei ihm trotzdem gesagt worden: „So nicht.“

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