Das offene Bücherregal kann nicht am angestammten Standort bleiben
Ein neuer Standort muss her

Borghorst -

Seit 2010 gibt es in der Emsdettener Straße die Möglichkeit, Bücher ganz unkompliziert auszutauschen. Spätestens Ende Mai ist zumindest an diesem Standort Schluss damit.

Mittwoch, 03.05.2017, 18:05 Uhr

Gabriela und Hans-Jürgen Rass haben das Offene Bücherregal mit ins Leben gerufen. Und sind nun entsprechend betrübt, dass die Zukunft des „Bindeglieds“ zwischen Bücherei und Borghorstern ungewiss ist.
Gabriela und Hans-Jürgen Rass haben das Offene Bücherregal mit ins Leben gerufen. Und sind nun entsprechend betrübt, dass die Zukunft des „Bindeglieds“ zwischen Bücherei und Borghorstern ungewiss ist. Foto: Rainer Nix

Seit 2010 ist das Offene Bücherregal in der Emsdettener Straße eine von vielen gern genutzte Quelle für frischen Lesestoff. Die Idee dahinter: Wer ein Buch hat, das zuhause nur Staub ansetzen würde, kann es dort hineinstellen. Und am besten gleich gegen ein anderes austauschen, in dem noch unentdeckte Geschichten warten.

Nach sieben Jahren ist nun Schluss – das Regal muss weg von dem Platz, der ihm einst von der Familie Huesmann zur Verfügung gestellt worden ist. Denn: Das Ladenlokal ist neu vermietet, zum 1. Juni will dort Dieter Bovenius den Friseursalon „Le Coiffeur de Paris“ eröffnen. Und dort, wo nun noch das Bücherregal steht, eine „Lounge“ für seine Kunden einrichten.

„Man könnte vielleicht sagen: ‚Es ist doch nur ein Bücherregal, warum die Aufregung?‘“, sagt Rainer Nix als Vorsitzender des Fördervereins der Stadtbücherei, die das Regal „betreibt“. Und erklärt: „Das Regal ist ein Bindeglied zwischen der Bücherei, die sich in Burgsteinfurt befindet, und den Borghorstern.“

Deshalb soll das Offene Büchereiregal auf jeden Fall erhalten bleiben, zur Not eben an einem neuen Standort . An welchem, das ist allerdings noch offen.

Derzeit suchen alle drei Beteiligten – also Förderverein, Friseur und ehemaliger Fleischer – nach einer geeigneten Stelle.

„Dort, wo es jetzt steht, kann es leider nicht bleiben. So leid es mir auch tut“, bedauert Dieter Bovenius in einem Facebook-Post zu dem Thema. Die Familie Huesmann, der das Haus gehört, hat das Bücherregal-Projekt von Anfang an „äußerst wohlwollend unterstützt“, betont Rainer Nix.

„Wir möchten, dass es unter unserem Dach bleibt“, sagt denn auch Gottfried Huesmann. Eine Idee dafür habe er schon – allerdings müssten erst noch ein paar Dinge geklärt werden, ehe die mögliche Lösung spruchreif sei.

Nachdem das Regal vor einigen Tagen schon komplett ausgeräumt war, stehen mittlerweile wieder ein paar Bücher zum Tauschen, Mitnehmen und Ausleihen dort. Und können das voraussichtlich noch bis zum 22. Mai tun. Bis dahin soll ein neuer Standort gefunden sein. „Wir wollen das Regal auf keinen Fall dauerhaft in Borghorst demontieren“, verspricht Rainer Nix. Und ist offen für Ideen: „Falls jemand einen Vorschlag hat – wir würden uns freuen. Es gibt zwei Bedingungen: Das Regal sollte möglichst 24 Stunden erreichbar sein und an einem wettergeschützten, überdachten Ort stehen.“

Damit soll gewährleistet sein, dass die Borghorster auch in Zukunft die Stadtbücherei nicht als eine rein Burgsteinfurter Angelegenheit sehen. „Das stimmt definitiv nicht. Die Bücherei ist für beide Ortsteile ein Ort der Begegnung und ein Hort der Literatur“, betont Nix. „Und wir möchten in Zukunft unsere Bemühungen noch verstärken, die Borghorster in das Geschehen der Stadtbücherei einzubinden.“

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