Christa Haverkock wird ehrenamtlich Beerdigungsdienste übernehmen
„Dafür musst du das Leben lieben“

Steinfurt -

Christa Haverkock weiß aus der eigenen Lebenserfahrung, wie wichtig der letzte Moment ist. Eine Beerdigung ist so ein Augenblick. Da geht es darum, dem Verstorbenen Würde und den Angehörigen Trost zu geben. „Wer aber nicht selbst das Leben liebt, der kann das nicht“, ist die 55-jährige Burgsteinfurterin überzeugt. Sie ist selbst sehr gespannt, wie es ihr gelingen wird. Christa Haverkock ist die erste Ehrenamtliche, die ab dem Sommer Beerdigungsdienste in der Pfarrgemeinde übernehmen wird.

Dienstag, 02.05.2017, 15:05 Uhr

Christa Haverkock wird im Sommer zum ersten Mal eine Beerdigungsfeier leiten. In einem halbjährigen Kursus beim Bistum wurde sie auf die Aufgabe vorbereitet.
Christa Haverkock wird im Sommer zum ersten Mal eine Beerdigungsfeier leiten. In einem halbjährigen Kursus beim Bistum wurde sie auf die Aufgabe vorbereitet. Foto: Axel Roll

„Ich bin keine weltliche Trauerrednerin“, stellt die gelernte Optikerin klar. Sie wurde im letzten halben Jahr mit 14 weiteren Kolleginnen und Kollegen im Auftrag des Bistums auf das neue Amt vorbereitet. „In anderen Bistümern gibt es diesen ehrenamtlichen Dienst schon länger, hier ist es so etwas wie ein Pilotprojekt“, weiß die Burgsteinfurterin.

Christa Haverkock engagiert sich schon seit vielen Jahren in der Pfarrgemeinde. Sie ist als Lektorin sowie in Vorbereitungskreisen für Gottesdienste aktiv und hat ihre Wurzeln in der Kolpingsfamilie. Sei weiß, dass die Öffnung der Kirche in diesem Bereich nicht ganz freiwillig geschieht, geht es doch auch darum, vor dem Hintergrund des anhaltenden Priestermangels die hauptamtlichen Seelsorger zu entlasten. Aber Christa Haverkock wünscht sich, dass „überall, wo es möglich ist, Laien in der Kirche tätig werden“.

Als sie Pfarrer Markus Dördelmann das erste Mal von dieser Neuerungen sprechen hörte, war für sie klar: „Das ist was für mich.“ Und schon nach dem ersten losen Austausch mit dem Pfarrer war Christa Haverkock mit im Boot.

Natürlich, mit dem Glauben, dass mit dem Tod nicht alles vorbei ist, damit ist die Mutter zweier Söhne groß geworden – auch wenn es zwischendurch schon mal eine Krise gab. Aber durch die unterschiedlichen Betrachtungsweisen, die jetzt bei den Blockseminaren des Bistums vermittelt werden, hat die 55-Jährige ihre Ansichten hier und da noch einmal neu justiert. Wichtig ist für sie, dass der Tod nicht totgeschwiegen wird. „In der Familie muss darüber geredet werden“, ist Christa Haverkock überzeugt.

Lampenfieber vor ihrer ersten Beerdigung , das weiß die Ehrenamtliche schon heute, wird sie garantiert haben. Sie versucht es durch eine intensive Vorbereitung ein bisschen einzudämmen. Ihre Vorstellung dabei: „Ich werde keine hoch-theologischen Reden halten. Mir ist die persönliche Ansprache der Trauernden wichtig.“

Bei einigen Gesprächen mit den Hinterbliebenen zur Vorbereitung des Gottesdienstes war Christa Haverkock schon dabei. Sie weiß daher: „Viel muss man eigentlich nicht tun. Man muss nur zuhören können.“

So ganz neu ist die Ehrenamtlichkeit bei Bestattungen in Steinfurt übrigens nicht. Pastoralreferentin Andrea Wesselmann hat den Boden dafür bereitet. Ihre Arbeit wird sehr akzeptiert und geschätzt. Christa Haverkock kann also optimistisch sein, dass es bei ihr auch so sein wird. . .

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