Steinfurterin kritisiert Abläufe in Notaufnahme des Marienhospitals
Acht Stunden auf dem Flur gewartet

Steinfurt -

Langes Warten, zu wenig Personal – das beklagt eine Steinfurterin, deren Klientin kürzlich in der Notaufnahme des Marienhospitals in Borghorst aufgenommen wurde. Acht Stunden habe die Frau auf einen Arzt warten müssen, so deren Betreuerin. Wartezeiten ließen sich leider nicht immer verhindern, erklärt Pressesprecher Stephan Schonhoven.

Mittwoch, 20.04.2016, 06:04 Uhr

Wartezeiten ließen sich nicht immer vermeiden, heißt es vom Marienhospital. Seit der Schließung des Emsdettener Krankenhauses steuert auch der Rettungsdienst häufiger Borghorst an. Diese Patienten werden in der Ambulanz versorgt. Das bekommen die Wartenden nicht mit.
Wartezeiten ließen sich nicht immer vermeiden, heißt es vom Marienhospital. Seit der Schließung des Emsdettener Krankenhauses steuert auch der Rettungsdienst häufiger Borghorst an. Diese Patienten werden in der Ambulanz versorgt. Das bekommen die Wartenden nicht mit. Foto: Braunschweig

„Es ist so voll, dass die Leute keinen Sitzplatz mehr bekommen. Sie müssen auf dem Flur stehen und warten.“ Die Steinfurterin ist empört. Gemeint ist die Notaufnahme im Marienhospital . Dort gibt es nach Ansicht der Frau „viel zu wenig Personal“.

Die Steinfurterin ist Betreuerin einer leicht geistig behinderten Frau. Was diese kürzlich im Krankenhaus erlebt habe, ärgert sie sehr. Ihre Klientin sei an einem Samstag um 9 Uhr mit Atemnot per Rettungswagen eingeliefert worden. Man habe sie in einem Bett auf dem Flur „geparkt“, dort habe sie über Stunden weitgehend unbeaufsichtigt gelegen, nur ab und zu sei eine Schwester vorbeikommen.

„Es ging ihr im Krankenhaus zwar etwas besser, aber einen Arzt hat sie erst gegen 17 Uhr zu Gesicht bekommen“, kritisiert die Steinfurterin, die namentlich nicht genannt werden möchte. Als die Patientin angab, Hunger zu haben, habe sie ein Glas Wasser und zwei Zwiebäcke erhalten. Das alles ist für die Steinfurterin Grund genug, ihrem Ärger Luft zu machen. „So habe ich das noch nie erlebt“, sagt sie.

„Wir bedauern die lange Wartezeit der Patientin. Doch leider ist das nicht immer zu vermeiden“, sagt dazu Stephan Schonhoven , Pressesprecher des Marienhospitals. Ursachen für die Wartezeiten seien auch steigende Patientenzahlen. Seit Sommer 2015 werde das Marienhospital zudem häufiger vom Rettungsdienst angesteuert. „Das Krankenhaus ist seitdem stets hoch ausgelastet“, sagt Schonhoven.

Zusätzlich würden sich verstärkt Menschen an das Marienhospital wenden, die nicht einer Behandlung im Krankenhaus bedürften. Sie kämen in die Ambulanz, anstelle den Notdienst der niedergelassenen Ärzte zu nutzen. Den gibt es im Marienhospital zwar auch, aber nur samstags, sonntags und feiertags von 8 bis 22 Uhr. In den Abendstunden unter der Woche müssten Patienten Rheine oder Greven ansteuern. Viele kommen stattdessen in die Notfallambulanz.

Wie viele Patienten im Schnitt die Ambulanz aufsuchen und mit welchen Erkrankungen sie kommen, sagt Schonhoven nicht. Auch, wie viel Personal in der Ambulanz beschäftigt ist, teilt das Krankenhaus nicht mit. Aber: Man stelle sich auf größere Veranstaltungen wie zum Beispiel Karneval ein und ein Hintergrunddienst könne hinzugezogen werden, wenn es „sehr voll“ sei. „Das geschieht dann auch“, sagt Schonhoven.

Die Zahl der Mitarbeiter in dem Bereich sei nach der Übernahme durch das UKM unverändert. Wenn aber mehr Rettungswagen nach Borghorst fahren, müsste die Ambulanz nicht stärker besetzt sein? Es gebe Überlegungen, den Personalbedarf intern zu decken und Prozesse neu zu strukturieren, sagt Schonhoven. Davon sei nicht nur die Notaufnahme betroffen. „Wir arbeiten dran.“ Das gelte auch für die Wartezeiten. „Die können wir aber nicht planen. Wir wissen ja nie, wie viele Unfälle passieren.“  

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