Steinfurt
Soziales Jahr? Echt cool!

Freitag, 31.08.2007, 16:08 Uhr

Burgsteinfurt . Schulabschluss – was kommt jetzt? Die meisten Schulabgänger wissen erst mal nicht, wie ihre berufliche Zukunft aussehen könnte. So ging es auch Maike Gözze (21) und Tim Scheipers (23). Dass sie sich dann für das Berufsvorbereitende Soziale Jahr (BSJ) entschieden, hat sie einen großen Schritt weiter gebracht, wie beide erklären.

Zwar hatte Maike nach dem Fachabitur das Sozialpädagogik-Studium angepeilt, brauchte dafür aber Praxis-Erfahrung. „Ich wollte ursprünglich mit jungen Leuten arbeiten“, sagt sie rückblickend. Eine große Skepsis gegenüber alten Menschen bestimmte damals noch ihr Denken. Als sie dann beim Verein Mobilé landete, wurde sie schnell eines Besseren belehrt: „Schon nach zwei Wochen fand ich es super. Da habe ich gedacht: Hier willst du nicht wieder weg.“

Im Wohnhaus für demenziell erkrankte Menschen sammelte Maike Erfahrungen, die sie nicht missen möchte: „Diese Offenheit und das Vertrauen, das einem entgegengebracht wird, das ist toll“, sagt sie und fügt an: „Man geht ein Stück in deren Leben mit.“

Ähnliches erfuhr Tim Scheipers schon während seines Zivildienstes, den er bei Mobilé absolvierte. Was zunächst als „Pflichtübung“ erschien, wandelte sich schon nach kurzer Zeit: „Der Umgang mit älteren Menschen macht Spaß“, versichert er. Die ganze Bandbreite an Tätigkeiten von Einkaufs- und Fahrdiensten bis hin zu handwerklichen und pflegerischen Diensten gehört dazu. Er ist mittlerweile so überzeugt, dass er nun eine Ausbildung als Altenpfleger macht. „Ich hatte die Option auf einen Ausbildungsplatz als Informationselektroniker, merkte aber im Laufe des Sozialen Jahres bei Mobilé: das ist mein Ding.“ Ihm gefällt die überschaubare Einrichtung, die an der Johanniterstraße außer der erwähnten Wohngemeinschaft einen Pflegedienst, ein Tagespflegehaus und Betreutes Wohnen anbietet.

Diese Vielfalt der Arbeit mit älteren und behinderten Menschen reizte auch die beiden „Neuen“ für das BSJ. Leonie Werndl (20) hatte nach dem Abitur erst mal genug von der Paukerei und wollte nicht direkt im Anschluss studieren. „Ich bin gerne mit Menschen zusammen“, begründet sie ihre Entscheidung, im Tagespflegehaus tatkräftig mitzuarbeiten. Angenehm überrascht war sie von den Aufgaben, die ihr zugewiesen wurden.

Maike Dahlhoff (18) ist dagegen fast ein „alter Hase“ bei Mobilé; schon seit zwei Jahren arbeitet sie im Wohnhaus mit, mal als Praktikantin oder als Aushilfe. „Ich habe bisher viel gelernt. Ich habe das Gefühl, ich bin erwachsen geworden.“ Einig sind sich die vier jungen Leute vor allem auch darin, bei Mobilé gut aufgehoben zu sein: „Viele Chancen durch Fortbildungen, nette Arbeitskollegen.“ Fazit des Berufsvorbereitenden Sozialen Jahres: „Echt cool“.

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